Verehrte Damen und Herren der CSU: Hören Sie endlich auf, sich auf ein paar Lorbeeren auszuruhen und dabei weiterhin offensichtliche Mängel unseres Schulsystems zu ignorieren!

Claudia Jung, Kreisrätin - AUL-Aktive Unabhängige Liste, Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm
Professor Dr. Gerhard Waschler, bildungspolitischer Sprecher der CSU-Fraktion im bayerischen Landtag, antwortete mit nachstehender Pressemitteilung auf die erneute Forderung der SPD-Fraktion, das drohende Schulsterben durch die Einführung von Gemeinschaftsschulen zu stoppen. http://www.csu-landtag.de/index.php?ka=1&ska=4&idn...
Es gilt, das überalterte Schulsystem dem gesellschaftlichen Wandel und den veränderten gesellschaftlichen Bedingungen anzupassen.

Ganztagsschulen sollten durch ein integratives und ganzheitliches Konzept von Bildung, Erziehung und Betreuung gekennzeichnet sein. Zu so einem Konzept gehört für mich auch ein gut abgestimmter rhythmisierter Schultag, der den spezifischen Bedürfnissen von Kindern gerecht wird. D.h., die Unterrichts- und Betreuungsphasen werden rhythmisiert und sind durch Pausen für die Kinder durchbrochen. Auch Unterrichtsblöcke sind in Zeitblöcke eingeteilt. Zwischen den Blöcken liegen Pausen, die den Kindern Erholung und Bewegungszeiten, sowie Mahlzeiten einzunehmen, ermöglichen. Im Schulalltag sind je nach Neigung Musikunterricht, Sport- und andere Freizeitaktivitäten zu integrieren.

Die mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Beruf stellt alleinerziehende Eltern vor besonders große Herausforderungen. Sonntagsreden zu halten, Wohltaten anzukündigen, jedoch die Anträge der Opposition im bayerischen Parlament abzulehnen, wenn es drauf ankommt – das ist die unglaubwürdige Politik der CSU.

Ich halte nach wie vor daran fest, dass wenn es darum geht, reines Wissen abzufragen, Bayern ganz klar punktet. Das hört auf, wenn es Rahmenbedingungen betrifft, denn da kann der Freistaat schon mangels eines flächendeckenden Ganztagesangebotes nur schwer mit den anderen Bundesländern mithalten. Und das die meisten anderen Länder einen weitaus höheren Akademisierungsgrad haben als wir hierzulande, ist auch allgemein bekannt. Das, was mich aber an unserem – sicherlich oft auch zu Recht mit Lob bedachten – Bildungssystem immer noch am meisten ärgert und zudem durch internationale Studien Jahr für Jahr bestätigt wird: Bildung hängt wie nirgendwo anders so sehr vom Geldbeutel der Eltern ab wie in Bayern.

Erst wenn die soziale Herkunft eines Schülers keinen Einfluss mehr auf seinen Bildungsweg hat und alle Kinder die gleichen Chancen auf ein Abiturzeugnis haben, werde auch ich dem Bayerischen Schulsystem meine volle Anerkennung zollen.

Daher meine Bitte verehrte Damen und Herren der CSU: Hören Sie endlich auf, sich auf ein paar Lorbeeren auszuruhen und dabei weiterhin offensichtliche Mängel unseres Schulsystems zu ignorieren!
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 20.05.2014 | 17:37  
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