Umfangreiche kinderpsychologische Studie soll Forschungslücke bei Trennungskindern schließen

Claudia Jung, Kreisrätin, AUL-Aktive Unabhängige Liste, Landkreis Pfaffenhofen
Ich halte es schon für bemerkenswert, dass unseren Regierungsverantwortlichen in Berlin nach Trennung der Eltern und bei Unterbringung in Pflegefamilien, Heim oder Inobhutnahme, bisher keine belastbaren wissenschaftlichen Befunde zum Kindeswohl vorliegen, die die Perspektive der Kinder in den Mittelpunkt stellen. Immerhin hat Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig letzte Woche angekündigt, ein umfangreiches Forschungsprojekt zu den Auswirkungen von Umgangskontakten auf das Kindeswohl aufzulegen.
Familiengerichte, Sachverständige, Jugendämter und Politik sind verpflichtet, sich bei all ihren Entscheidungen vor allem am Kindeswohl zu orientieren. Die Ansicht, was das Kindeswohl ist und was es tatsächlich positiv beeinflusst, muss dann wohl bisher eher weniger von seriösen Studien, als von Mutmaßungen getragen worden sein.

Aus meiner landespolitischen Tätigkeit liegen mir noch aktuelle Zahlen von 2012 vor, nach denen 170.000 Kinder und Jugendliche von Scheidung der Eltern betroffenen sind. Die Trennung von nicht miteinander verheirateten Eltern geht in die Tausende. Etwa 30.000 der von Scheidung oder Trennung der Eltern betroffenen Kinder und Jugendlichen sind sogar dauerhaft einem starken Konflikt zwischen Mutter und Vater ausgesetzt. Über 40.000 Heranwachsende werden jährlich im Rahmen einer Inobhutnahme von ihren Eltern getrennt und für rd. 52.000 begann im Jahr 2012 eine erzieherische Hilfsmaßnahme außerhalb ihres Elternhauses, z.B. in einer Pflegefamilie, einer Einrichtung oder in sonstigen Formen betreuten Wohnens.

Dass Handlungsbedarf besteht, bezweifelt angesichts der Zahlen wohl niemand!
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