Millionen wollte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) in sein angeblich wichtigstes Politikziel investieren….

Claudia Jung - Millionen wollte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) in sein angeblich wichtigstes Politikziel investieren….
Im Januar berichteten die Medien, dass die bayerische Staatsregierung zum 1. August diesen Jahres 830 Stellen streicht. Minister Ludwig Spaenle (CSU) muss auf Druck von Minister Seehofer nun doch noch einen Teil der Lehrerstellen abgeben, die er eigentlich wegen der kontinuierlich zurückgehenden Schülerzahlen schon vor Jahren hätte abliefern sollen. Im Stellenplan für 2014 sind noch insgesamt 86.078 Lehrerstellen ausgewiesen - 2013 waren es noch 86.910.


Auf Eis gelegt wurde auch die von der bayerischen Staatsregierung versprochene Senkung der Kindergartengebühren. Und nun folgt offenbar der 3. Streich innerhalb weniger Wochen in der Bildungspolitik: das Geld für die Kooperation zwischen Kindergärten und Grundschulen soll um 45 Prozent gekürzt werden.


Hintergrund ist ein Schreiben des Kultusministeriums an die Schulabteilungen der Bezirksregierungen in dem es heisst: "Im Rahmen der Verhandlungen zum Haushalt 2015/2016 zeichnet sich ab, dass für diese Maßnahme künftig weniger Ressourcen zur Verfügung stehen werden"[…] "Es ist nach derzeitigem Stand davon auszugehen, dass die Zuweisung für das Schuljahr 2014/2015 für Maßnahmen der Intensivierung der Kooperation von Kindergarten und Grundschule aus dem Bildungsfinanzierungsgesetz im Vergleich zum Schuljahr 2013/2014 eine Kürzung um rund 45 Prozent beinhalten wird." Ein Skandal, der seines Gleichen sucht!


Lehrerinnen und Lehrer sollten an jeder bayerischen Grundschule, was längst noch nicht der Fall ist, eine Stunde zusätzlich bekommen, um gezielt mit den Kindergärten der Umgebung zusammenzuarbeiten. Geplant war unter anderem, dass Vorschulkinder aus dem Kindergarten einen Vormittag in die Schule hätten gehen können. Das Ziel, besser einschätzen zu können, was in der Schule auf sie zukommt, scheint somit in unerreichbarer Weite zu rücken. Unbestritten ist, dass diese Erfahrung vielen Kindern den Übergang vom Kindergarten in die erste Klasse erleichtert hätte. Im Idealfall besprechen die Lehrkräfte nach dem Schulbesuch mit den Erzieherinnen, wie die Kinder zurechtgekommen sind. Die Erzieherinnen können dann die Kinder noch besser auf den Schulanfang vorbereiten. Was bleibt, ist die Verunsicherung vieler Eltern, die einmal mehr von der Staatsregierung, bei ihrer Entscheidung alleine gelassen werden, wenn es um die Einschulung ihres Kindes geht.


Klaus Wenzel, Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), weist zu recht daraufhin, dass vor der Landtagswahl die Staatsregierung versprochen habe, die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Kindergärten zu intensivieren. "Der angekündigte Einschnitt wäre aus Sicht des BLLV ein Skandal", schreibt Wenzel an Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU), Finanzminister Markus Söder (CSU) und alle Fraktionschefs. "Er würde den Verdacht erhärten, dass Bildungsausgaben ganz wesentlich als politische Manövriermasse angesehen werden."


Aus dem Kultusministerium heißt es, der Brief an die Bezirksregierungen sei eine "Vorsorgemaßnahme" gewesen, damit die Schulämter die Stunden, die zur Diskussion stehen, nicht schon jetzt verplanen. "Wir sind aber optimistisch, dass wir den Status quo stabil halten können."

Die Qualität des Betreuungsangebots von Kindern und Jugendlichen steht und fällt mit genügend und gut ausgebildetem Personal. Mit der "Freie Wähler Landtagsfraktion" forderte ich den bayerischen Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) mehrmals auf, seine Sparpolitik endlich zu beenden und zusätzliche Lehrerstellen – gerade für Grundschulen – zu schaffen.


Millionen wollte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) in sein angeblich wichtigstes Politikziel investieren – in die Bildung unserer Kinder. Doch die Sparbeschlüsse der schwarzen Alleinregierung Staatsregierung sprechen eine andere Sprache. Bilden Sie sich Ihr eigenes Urteil.

Individuelle Förderung gelingt schon heute nur mit mehr Lehrerstunden. Es gilt das CSU-Streichkonzert in der Bildung zu stoppen. Ohne Wenn und Aber!
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1 Kommentar
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 12.07.2014 | 20:36  
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