Immer noch herrschen erschütternde Zustände bei Lebendtransporten von Tieren

Claudia Jung, Gerolsbach - Landkreis Pfaffenhofen a.d. Ilm
Auf deutschen und europäischen Straßen herrschen immer noch erschütternde Zustände bei Lebendtransporten von Tieren. Landwirtschaftlich genutzte Tiere, wie Schweine, Rinder, Schafe, Pferde und in großer Zahl auch deren Jungtiere, werden quer durch Europa und sogar weit über dessen Grenzen hinaus stunden-, oft sogar tagelange einer Leidenstortur durch Enge, Hitze, Luftmangel und Durst bei diesen Transporten ausgesetzt. Schuld daran sind Verordnungen, die nicht kontrolliert werden und zu lasch sind. Extrem niedrige Transportkosten machen diese Praktiken rentabel und die Bundesregierung könnte strengere nationale Regelungen durchsetzen, macht von dieser Möglichkeit jedoch wenig Gebrauch. Im Gegenteil, durch den globalen Handel mit Tieren und ihre Exportorientierung, wird dieses von der Bundesregierung noch befeuert. Mehr als 188 Millionen Tiere werden jährlich allein durch Deutschland transportiert. Kleintiere sind nicht mitgezählt!

Bereits 2007 ist eine europäische Verordnung zum Schutz der Tiere beim Transport in Kraft getreten. Aufgrund unterschiedlicher Ansichten über die spezifische Umsetzung der Verordnung in den Mitgliedsstaaten, stellt diese Verordnung nur einen Kompromiss dar. Entsprechend lasch sind die Vorschriften: Die Transportzeiten sind viel zu lang, das Platzangebot für die Tiere zu gering und auf die klimatischen Ansprüche der Tiere wird keine Rücksicht genommen. Diese Probleme sind bekannt und eine Nachbesserung der Verordnung wurde über Jahre hinweg angekündigt. Die EU-Kommission verkündete im Mai diesen Jahres, dass anstelle einer Novellierung der Verordnung nur eine konsequentere Umsetzung der Bestimmungen in den einzelnen Mitgliedsstaaten erforderlich ist. Als eine erste Maßnahme nannte der EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg beispielsweise die Ausrüstung der Transportwägen mit GPS-Systemen. An den Bedingungen für die Tiere beim Transport auf den europäischen Straßen ändert sich damit allerdings erst einmal nichts.

Ich schließe mich der gestrigen Auforderung zum „Tag des Tiertransports“ der GRÜNEN Bundestagsfraktion an die Bundesregierung uneingeschränkt an, sich auf EU-Ebene für eine ausnahmslose Maximaltransportdauer von acht Stunden einzusetzen und national die Transportdauer auf vier Stunden zu beschränken. Zusätzlich müssen die Kontrollen drastisch verschärft und Sanktionen wirkungsvoll eingesetzt werden.

Ich setze mich weiter dafür ein, dass Schlachtvieh generell nur zum nächstgelegenen Schlachthof transportiert wird. Besonders problematisch sind Transporte in Ländern außerhalb der EU, denn dort gelten andere Gesetze, bei denen das Wohlbefinden der Tiere bei der Haltung, dem Transport und der Schlachtung mitunter noch weniger Beachtung findet.
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3 Kommentare
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 02.07.2014 | 17:04  
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Johanna M. aus Stemwede | 05.07.2014 | 00:36  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 05.07.2014 | 03:02  
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