Falsches Signal: Neues Gesetz in Bolivien erlaubt Kinderarbeit

Claudia Jung, Gerolsbach, Landkreis Pfaffenhofen a.d. Ilm
In Bolivien ist Kinderarbeit ab sofort schon ab einem Alter von zehn Jahren offiziell erlaubt. Die Abgeordneten billigten ein neues Gesetz, demzufolge Unternehmen lediglich die körperliche und geistige Gesundheit ihrer jungen Arbeitskräfte garantieren müssen. Begründet wird das neue Gesetz, um gegen die extreme Armut helfen zu können. Es verpflichtet Unternehmen, Ausbeutung zu verhindern.

Die bisherige Grenze von 14 Jahren wurde in Bolivien selten beachtet. 850.000 Betroffene sind es nach Schätzungen des Arbeitsministeriums im ganzen Land. Demnach arbeitet im ärmsten südamerikanischen Land fast jedes vierte Kind, statt zur Schule zu gehen.

Bolivien hat trotz seines Rohstoffreichtums das niedrigste Pro-Kopf-Einkommen aller südamerikanischen Länder. Es ist die Armut der Eltern, die sie dazu zwingt, ihre Kinder arbeiten zu lassen. Diese gilt es durch Ausbildung und Durchsetzung von Arbeitsrechten als Sofortmaßnahme zu bekämpfen. Nur wenn die wirtschaftliche und gesellschaftliche Zukunft Boliviens und aller Entwicklungsländer nachhaltig durch Bildung gestaltet wird, bekommen die Kinder ihre Lebensexistenz auf Dauer und das von Generation zu Generation.

Ich möchte an dieser Stelle nochmals an alle international tätigen Unternehmen appellieren, auf das Einhalten des 1999 getroffenen "Übereinkommen über das Verbot und unverzügliche Maßnahmen zur Beseitigung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit" zu achten und sich dafür einzusetzen, dass Kinder ihr Recht auf Bildung wahrnehmen können, anstatt arbeiten gehen zu müssen.

Der Schlüssel, mit dem Kinderarbeit ein Ende gesetzt werden kann, ist und bleibt die Bildung. Eine große Aufgabe für unsere gemeinsame Zukunft.
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