Claudia Jung: OECD Wirtschaftsbericht bemängelt fehlende Chancengleichheit in vielen Bereichen der Lebensphasen

Claudia Jung, Kreisrätin - Landkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm
Deutlicher geht es nun wirklich nicht mehr! "Das relative Armutsrisiko und die Einkommensungleichheit sind in den letzten Jahren weitgehend unverändert geblieben", heißt es im jüngsten OECD-Wirtschaftsbericht. Weiter heißt es, dass Dank der Reformen im vergangenen Jahrzehnt, Deutschland im historischen und im internationalen Vergleich eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten habe, problematisch seien jedoch der stark gewachsene Niedriglohnsektor und der hohe Anteil befristet Beschäftigter. Besonders groß sei nach wie vor das Armutsrisiko für geringfügig Beschäftigte wie Minijobber, Alleinerziehende, Langzeitarbeitslose, ältere Beschäftigte und Zuwanderer. Nachzuvollziehen sind daher die OECD Empfehlungen, dem jetzigen Arbeitsmarkt entgegenzuwirken. Ihnen drohe oft Altersarmut, da die Rentenansprüche in Deutschland enger als in vielen anderen OECD-Staaten an die Einkommen gekoppelt seien.

Mindestens ebenso wichtig wie Langzeitarbeitslosen durch gezielte Zuschüsse und Anreize zur Weiterbildung weiterzuhelfen, ist es jungen Menschen gleich gute Startbedingungen für Bildung und Beruf zu ermöglichen. Zu Recht fordert neben Investitionen in die frühkindliche Bildung, die OECD mehr Mittel für Schulen mit einem hohen Anteil sozial benachteiligter Schüler.

Die aktuelle Studie der OECD liefert der augenscheinlich falschen Familienpolitik unserer damaligen schwarz/gelben Bundesregierung einen weiteren Beleg dafür, wie überflüssig und sinnlos die Einführung des Betreuungsgeldes war. Hieb und stichfest belegt die OECD, dass gerade Familien und hier insbesondere Alleinerziehende ins gesellschaftliche Abseits drängt werden. Der Ausbau erschwinglicher Plätze für die Kinderbetreuung erleichtert Arbeitsmarktintegration von Alleinerziehenden und verbessert die Verdienstaussichten, insbesondere von einkommensschwachen Haushalten. Frauen, eine Vollzeitstelle zu ermöglichen darf nicht aus dem Focus der Politik rücken, wenn das Armutsrisiko Alleinerziehender tatsächlich gesenkt werden soll. Der OECD Bericht kommt zu dem Ergebnis, nur 62 Prozent der Frauen seien in Deutschland in Vollzeit tätig, im OECD-Schnitt hingegen seien es 74 Prozent.

Den kompletten OECD Bericht und alle Empfehlungen, können Sie hier nachlesen:
http://www.oecd.org/berlin/publikationen/wirtschaftsbericht-deutschland.htm
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1 Kommentar
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 14.05.2014 | 17:07  
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