Wanderers feiern vorzeitigen Klassenerhalt

Foto: Richard Langnickel
Wer hätte das für möglich gehalten? Die Wanderers feiern nach gerade einmal vier Spieltagen in ihrer Gruppe den vorzeitigen Klassenerhalt. Mit zwei überzeugenden Siegen gegen den eigentlichen Gruppenfavoriten Buchloe setzten sich die Wanderers zusammen mit Pfaffenhofen uneinholbar an der Spitze fest.

Vor dem Wochenende war die Gruppe noch völlig offen und niemand im Wanderers-Lager dachte daran, am Sonntag schon die Korken knallen lassen zu können. Denn der Gegner an diesem Wochenende war kein geringerer als der Vorrundenneunte ESV Buchloe, der mit einigen Bayernliga-Hochkarätern besetzt ist. Außerdem hoffte man im Allgäu, durch einen Trainerwechsel nochmal zusätzliche Motivation in die Mannschaft zu bringen. Das gelang den Pirates jedoch nur phasenweise und so liefen die Gäste den heimstarken Wanderers lange Zeit hinterher. Kurz vor der erstmaligen Führung hieß es für den schwarz-gelben Anhang jedoch erstmal Luft anhalten. Ein Schuss der Gäste ließ den Pfosten lautstark ertönen und rettete vor dem Rückstand. Währenddessen sich Buchloe noch über die vergebene Torchance ärgerte, leiteten die Wanderers blitzschnell einen Konter ein. Benedikt May konnte im direkten Gegenzug die Führung für seine Farben erzielen und setzte den Startschuss für einen glanzvollen Abend. Denn bei der Ein-Tore-Führung sollte es nicht bleiben. Im Mittelabschnitt nutzte Mathias Jeske die Spieldauerstrafe von Sven Curman, der zuvor Benedikt May unsanft an der Bande betonierte. Spätestens nach diesem Treffer merkte man den Pirates deutlich ihre Verunsicherung an. Zwar kamen sie ab und an immer wieder gefährlich vor Torhüter Daniel Klein, der ließ jedoch an diesem Abend nichts anbrennen. Mit mehreren Glanzparaden hielt er am Ende die Null und feierte völlig verdient sein „Shootout“. Spannend hätte es noch einmal in der 47. Spielminute werden können. Erneut landete der Puck bei einem Angriff der Gäste nur am Gestänge und verhinderte Schlimmeres. Kurz darauf fanden die Gastgeber erneut die richtige Antwort. Martin Dürr bekam auf der linken Seite den Puck zugespielt und flitzte gleich zwei ESV-Verteidigern davon. Mit einem sehenswerten Abschluss sorgte er schließlich rund zehn Minuten vor dem Ende für die Vorentscheidung. Zwar versuchte Wanners Gegenüber Norbert Zabel ganze sechs Minuten vor dem Ertönen der Schlusssirene durch die Herausnahme von Stefan Horneber noch einmal alles, machte die Rechnung jedoch ohne Daniel Klein. An diesem Abend war der Wanderers-Schlussmann nicht mehr zu überwinden, sondern leitete sogar noch das vierte und letzte Tor an diesem Abend ein. Ein langer Pass auf Christopher Ott fand schließlich den Weg in das leere Gäste-Tor. Trainer Sebastian Wanner war nach der Partie selbstverständlich hochzufrieden mit der Leistung seines Teams. Dennoch mahnte er davor, frühzeitig in Feierlichkeiten auszubrechen und war sich der Brisanz der Sonntagpartie bewusst. Denn durch eine Niederlage wäre wieder alles offen gewesen. Bei einem Sieg der „IceHogs“ in Haßfurt dagegen hätte man mit einem Sieg schon alles klar machen können.

Dementsprechend motiviert fuhr man am Sonntagnachmittag ins nahegelegene Buchloe zum Abstiegsrundenrückspiel. Doch nicht nur die Mannschaft, sondern auch eine halbe Germeringer Fan-Invasion fand den Weg ins Buchloer Eisstadion. Rund 80 gelb-schwarz gekleidete Anhänger unterstützten ihr Team über das gesamte Spiel und durften am Ende mit ihrer Mannschaft ausgiebig feiern. Doch alles von Anfang an: Auch vor dieser Partie wünschte man sich wie am Freitag ein schnelles Tor, um optimal in das Spiel zu starten. Dass es jedoch so schnell fällt, damit hätte wohl niemand gerechnet. Gerade einmal 16 Sekunden dauerte es, bis lautstarke Freudenschreie durch die ESV-Halle schallten. Kapitän Christian Czaika höchst persönlich nutzte gleich die erste Gelegenheit gnadenlos aus und sorgte gleichzeitig für fassungslose Gesichter auf Seiten des ESV. Das sorgte dafür, dass die darauf folgenden Spielminuten erst einmal den Gästen gehörten. Vom Schock erholt, änderte sich dieser Zustand schnell. Buchloe fand immer besser in die Partie und kam gleich mehrmals brandgefährlich vor das Gehäuse von Daniel Klein. Doch schon wie schon am Freitag fand die Offensiv-Abteilung des ESV kein Durchkommen oder scheiterte spätestens an Klein, der erneut einen Sahnetag erwischte. In der Kabine fand Trainer Norbert Zabel wohl die richtigen Worte. Stürmisch startete seine Mannschaft nach dem Pausentee in das Mitteldrittel und brachte die Wanderers-Defensive kurze Zeit ganz schön in Bedrängnis. Ändern sollte sich dieser Zustand in der 28. Spielminute. In personeller Überzahl nahm sich Martin Dürr ein Herz und zimmerte den Puck in die Maschen. Wieder schaute der ESV in die Röhre und schaffte es nicht mehr, den Schalter umzulegen. Stattdessen zog die Wanner-Truppe regelrecht davon. Frederik Hoffmann (31. Min.) bekam den Puck direkt von der Strafbank zugespielt und versenkte die Hartgummischeibe hinter Stefan Horneber. Wenige Sekunden vor der zweiten Drittelpause legte Stürmer Sven Goblirsch die Partie dann endgültig auf Sieg. 20 Sekunden vor der Drittelsirene nutzte er ein Zuspiel von Benedikt May und Martin Dürr unerbittlich aus. Im Schlussdrittel sollte dann trotzdem noch ein weiteres Mal Spannung aufkeimen. Die Weigant-Brüder erzielten nach fünf wiedergespielten Minuten den 1:4 Anschlusstreffer. Wer danach dachte, die Hausherren würden die Partie noch einmal eng machen, der irrte sich. Durch eine Reihe an Strafzeiten nahmen sich die Hausherren selbst die Möglichkeit, nochmals heran zu kommen und so gewann die Mannschaft um Kapitän Christian Czaika am Ende verdient mit 4:1.

Ausgelassen feierten die Wanderers ihr 6-Punkte-Wochenende nach dem Ertönen der Schlusssirene und schauten gespannt auf das Ergebnis der Partie „ESC Haßfurt - EC Pfaffenhofen“, die zu diesem Zeitpunkt noch im vollen Gange war. Auf der Busheimfahrt zurück nach Germering war es dann endlich offiziell. Durch den Sieg der „IceHogs“ im Frankenland standen beide Mannschaften uneinholbar auf den ersten beiden Plätzen. Dementsprechend ausgelassen war die Stimmung im Wanderers-Lager, wo man sich nun auf die fünfte Bayernliga-Saison in Folge freuen kann.

Somit folgen kommendes Wochenende bereits die zwei letzten Partien der laufenden Saison, bei denen die Wanderers ihren Fans einen glanzvollen Abschluss bieten wollen. Zu Gast sind am Freitag, den 21. Februar die „IceHogs“ aus Pfaffenhoffen, die ebenfalls an diesem Wochenende den frühzeitigen Klassenerhalt klar machen konnten. Außerdem da sein wird die Showtanzgruppe „Fun Unlimited“, die in beiden Drittelpausen ihr neues Programm „La Bella Italia“ vorstellen wird.

Nicht mehr für die Wanderers auflaufen wird US-Boy Ryan Smith. Nach seiner Vorrunden-Verletzung in der Partie gegen Mitterteich sah man keine Aussicht mehr auf rechtzeitige Heilung und einigte sich in gegenseitem Einvernehmen auf eine Auflösung seines Vertrags. Der 23-Jährige trat bereits Mitte letzter Woche die Heimreise an und verabschiedete sich von seiner Mannschaft. Die Verantwortlichen bedanken sich bei Ryan für seine Zeit bei den Wanderers und wünschen ihm selbstverständlich eine schnelle Genesung sowie alles Gute für seine weitere Zukunft.
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.