5 Jahre Betreuung von Demenzerkrankten
Die Altersdemenz ist eine Krankheit, die zum Verlust von geistigen und körperlichen Fähigkeiten führt. Zu Beginn der Erkrankung ziehen sich Betroffene deshalb zurück. Mit Fortschreiten der Demenz wird Sicherheit und Geborgenheit für den Erkrankten immer Rosemarie Ladwig wichtiger. Pflegende Angehörige stoßen dabei oftmals an die Grenze der körperlichen und seelischen Belastung. Hier hilft die im September 2006 gegründete Gruppe „Lichtblick“. Leiterin Rosemarie Ladwig (Foto) erinnert sich an die Anfänge: „Bei meinem ersten Besuch wurde ich sehr abweisend begrüßt. ‚Ich brauche keinen Aufpasser’, waren die Worte, die ich als Erstes zu hören bekam. Heute lachen wir gemeinsam“. Die gelernte Familientherapeutin hat viel Erfahrung im Umgang mit Demenzerkrankten gesammelt und weiß, wie feinfühlig diese sind: „Wir müssen die Gefühle der erkrankten Menschen ernst nehmen, um mit ihnen kommunizieren zu können. Demenz ist nicht nur Vergesslichkeit, sondern ein komplexer Prozess, der zu Verunsicherung führt und die Erkrankten ängstlich und abweisend macht“
2006 bestand die Gruppe „Lichtblick“ aus gerade einmal acht Ehrenamtlichen. Die Anzahl der Einsatzstunden ist 2011 fast fünf Mal so hoch wie vor 5 Jahren (2007: 630 Std., 2011 3030 Std.). Aktuell betreuen 19 ausgebildete Helferinnen und Helfer 30 Betroffene stundenweise in deren gewohntem Umfeld zu Hause. Durch Biographiearbeit, Erinnerungsarbeit, Spiele, gemeinsame Einkäufe oder Spaziergänge werden die an Demenz Erkrankten geistig und körperlich angeregt. Dadurch stellt sich ein positives Lebensgefühl bei den Kranken ein und pflegende Angehörige können diese Zeit für ihre eigenen Interessen und Erledigungen nutzen.
Der vertrauensvolle Kontakt zu den Angehörigen ist Ladwig sehr wichtig. „Den Partner, Mutter oder Vater, so lange wie möglich zu Hause zu versorgen, ist ein Herzenswunsch der Angehörigen, aber mit der Erkrankung stoßen sie bald an ihre körperlichen und psychischen Grenzen. Durch die Gruppe „Lichtblick“ erfahren sie Unterstützung und haben auch mal wieder Zeit für ihre eigenen Bedürfnisse.“
Das Angebot wird erweitert durch die „Angehörigengruppe“, die sich regelmäßig trifft und das „Café Zeitlos“, ein monatlicher Treff zur Begegnung und Geselligkeit bei Kaffee und Kuchen.



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