Musizierende Kinder werden beim Levester Weihnachtsmarkt ausgeladen

Die DRUM-Piraten beim Levester Weihnachtsmarkt 2013. (Foto: Ulrich Voß)
 
Die DRUM-Piraten beim Levester Weihnachtsmarkt 2013. (Foto: Ulrich Voß)
Gehrden: St. Agatha Kirche | Der Duft vorweihnachtlicher Genüsse umschmeichelt auf dem Weihnachtsmarkt am Thie die Nase, kalte Nässe lässt einen frösteln. Aus der nur wenige Schritte entfernten Kirche nimmt man fröhliches Kinderlachen, gefolgt von adventlicher Musik wahr, deren Rhythmus durch warme Trommelschläge und helle Glöckchenklänge unterstützt wird. Im Inneren der Kirche erblickt man eine bunte Kindergruppe hinter ihren Instrumenten, die Rolf Zuckowskis „Weihnachtsbäckerei“ singt. Der Chor der Erwachsenen im vollbesetzten und festlich beleuchteten Kirchenschiff steigt gutgelaunt beim Refrain in den Klassiker ein und lässt es sich auch nicht nehmen, bei „Jingle Bells“ rhythmisch mit den eigenen Schlüsselbünden zu „klingeln“. Das kleine 60-minütige Konzert ist beendet und die Kleinen bekommen neben begeistertem Beifall kleine Tütchen mit süßen Schleckereien. Die kleinen DRUM-Piraten sind glücklich und blicken stolz ob des gelungenen Konzerts zu ihren Eltern und Freunden, welche diese Blicke gerne zurückgeben …

… so geschehen im letzten Jahr. 2014 wird es diese Szenerie nicht geben!

Direkt nach dem letztjährigen Auftritt wandten sich die Organisatoren des Levester Weihnachtsmarktes sichtlich begeistert an die beiden Leiter der DRUM-Piraten, Carsten Voß und Brigitte Schreiber, um sich die trommelnden Seeräuber auch für den Weihnachtsmarkt 2014 zu sichern. Über die Auftrittszeit würde man sich in der letzten Planungsphase verständigen. Mehrmals ab Ende Oktober erkundigte sich Brigitte Schreiber nach dem Planungsstand und wurde immer wieder vertröstet, da es noch „eine Sitzung gebe“, dann hätte man Klarheit. 2 Wochen vor dem geplanten Auftritt dann der Schock: Die DRUM-Piraten aus Kirchdorf wurden ohne Angabe von Gründen von der Veranstaltung ausgeladen!
Erbost zeigte sich Carsten Voß: „Wie mit unseren Kleinsten da umgegangen wird, finde ich würdelos. Auf das Wort von Erwachsenen sollten sich Kinder immer verlassen können, denn sie brauchen diese Sicherheit. Die Würdenträger haben sich hier sicher nicht als Vorbilder präsentiert.“

Der Frust bei Kindern, deren Eltern und den Leitern der DRUM-Piraten sitzt tief. Seit September hatten sie sich intensiv auf diesen Auftritt vorbereitet, um ein adventliches Programm einzuüben. Neue Stücke waren eigens von Voß arrangiert worden. Ebenso wurden neue Instrumente angeschafft. „Für die Privatinitiative, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Kindern aller Gesellschaftsschichten erste Erfahrungen im Musizieren in einer Gruppe zu ermöglichen, ist das immer ein finanzielles Wagnis“, so Voß.

Noch am 20. Juli spielten die DRUM-Piraten beim Levester Sommerfest an gleicher Stelle und erzählten ihre maritimen Geschichten musikalisch im gut gefüllten Kirchenschiff. Nach dem Abbau wurde von den Verantwortlichen (scheinbar) voller Vorfreude an den 29. November erinnert und Voß erwiderte, dass er bereits an den Arrangements arbeite, damit den Besuchern ein überraschendes, neues Programm geboten werden könne. „Da freuen wir uns schon drauf“, so die Entgegnung des Kirchenvorstandsmitglieds. Diese Behauptung hat sich nun als Trugschluss erwiesen.

Carsten Voß und Brigitte Schreiber überlegten nun zusammen, wie sie die Enttäuschung der Kinder abmildern könnten. „Es wäre fatal für unsere Gruppe, wenn die Arbeit der letzten Monate ohne Aufführung bliebe. Die Kinder haben sich schließlich die Anerkennung für ihr fleißiges Üben verdient, denn schöne Auftritte steigern die Motivation der Kleinen ungemein und stärken das Selbstvertrauen jedes einzelnen“, so Voß vorausblickend. Als Ersatz wird gerade ein „Nikolauskonzert für Freunde und Verwandte“ organisiert, denn die Vorfreude war so groß, dass sogar Großeltern eigens aus Hessen anreisen wollten. In einer Familie wurde sogar eine große Familienfeier terminlich umgelegt, um dem Enkel das Musikerlebnis zu ermöglichen. Diesen Umständen soll nun Sorge getragen werden, um der Gedankenlosigkeit einzelner Erwachsener den „Zauber adventlicher Vorfreude“ entgegenzusetzen und somit Kinderaugen wieder strahlen zu lassen.
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