Kleine Freibeuter lassen Schlüssel zum Levester Adventsmarkt klingeln

In der Levester Kirche gingen 26 DRUM-Piraten im vollbesetzten Kirchenschiff auf große Fahrt. (30.11.2013) (Foto: Ulrich Voß)
 
Schlüssel klingeln in der Levester Kirche beim Auftritt der DRUM-Piraten aus Kirchdorf. (30.11.2013) (Foto: Ulrich Voß)
Gehrden: Levester Kirche | Unter dem Motto „Advent auf dem Thie“ läuteten die Levester auch in diesem Jahr wieder die Adventszeit ein. Am Samstag, den 30. November 2013 wurde in der Ortsmitte allerhand geboten, um sich traditionell auf die vorweihnachtliche Zeit einzustimmen. Neben dem „Levester Kalender“ und Ständen mit Adventsschmuck, durften sich die Marktbesucher kulinarisch an süßen und herzhaften Leckereien erfreuen und an verschiedenen Heißgetränken erwärmen. Kinder hatten die Möglichkeit, sich selbst Naschereien zu backen oder Weihnachtliches zu basteln. Der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr des Ortes brachte festliche Klänge zu Gehör und sogar der Nikolaus fand den Weg auf den Thie.
Eröffnet wurde der Adventsmarkt pünktlich um 16:00 Uhr mit einer Andacht unter freiem Himmel. Im direkten Anschluss konnten die Besucher aus Richtung der hellerleuchteten Kirche jedoch ungewohnte Trommelschläge vernehmen, die bald das Interesse einiger erweckten. Wie magisch angezogen, pilgerten diese nun zur Levester Kirche und sahen sich, dort angekommen, bunt verkleideten und fantasievoll geschminkten Kindern gegenüber. Schnell war klar: Das Kirchenschiff war von Piraten gekapert worden!
Natürlich bestand kein Grund zur Besorgnis, denn die 2-12jährigen DRUM-Piraten aus Kirchdorf waren in vorweihnachtlicher Mission unterwegs und stellten in temperamentvollen 45 Minuten ihre musikalischen Mitbringsel vor, welche sie auf ihren Reisen über die sieben Weltmeere „erbeutet“ hatten. Dabei wurde es „an Deck“, dem Altarraum, richtig eng, denn 26 Freibeuter hatten für die „Kaperfahrt nach Leveste“ angeheuert. Mittlerweile waren auch die restlichen Bänke im Kirchenschiff gefüllt, akustisch begleitet vom „Rauschen der Wellen und Knarren der Planken“.
Dann stachen die DRUM-Piraten unter der Leitung ihrer beiden „Kapitäne“ Carsten Voß und Brigitte Schreiber in See, begleitet von einem kräftigen „Trommelfeuer“ der wilden 26, das den Boden der altehrwürdigen Kirche erbeben ließ. Gewissermaßen „kulinarisch“ starteten sie ihre große Fahrt und berichteten vom „südfriesischen Sushi“ – dem Rollmops. Danach wurde der Reisebericht in südlichen Gefilden fortgesetzt. In seiner Moderation, stets angereichert mit allerhand Seemansgarn, nahm „Käpt’n“ Carsten Voß die Reisenden mit nach Puerto Rico, wo die Reise ihr erstes weihnachtliches Ziel fand. In einer feurigen Salsa wünschten die DRUM-Piraten Feliz Navidad. Nicht nur von weiten Entfernungen, sondern auch von großen Tiefen wussten die kleinen Seeräuber auf Trommelkurs zu berichten, so dass sich die gesamte Reisegruppe im Handumdrehen an Bord des gelben U-Boots (Yellow Submarine) befand. Dass die Levester gut bei Stimme sind, davon konnte man sich am Ende des Songs überzeugen, denn sie standen dem kräftigen Gesang der bunten Fahrensleute in Nichts nach. Gerne ließen sich die Gäste zum Mitmachen animieren, denn der Funke, den die kleinen Piraten entfacht hatten, war längst übergesprungen. Vor Macht doch alle mit! (All Together Now!) animierte Voß zum Mitklopfen auf den Kirchenbänken – und schon wieder bebte der Kirchenboden, zur großen Freude der Piraten, die den anschließenden Song mit einem fröhlichen „Hi Haah“ abschlossen.
Damit auch bei den Piraten alles geordnet zugeht, musste zwischenzeitlich noch eine Personalie geklärt werden und so wurde der Pirat Ole in einem kleinen feierlichen Akt zum neuen „1. Steuermann“ ernannt, der der „1. Steuerfrau“ Tamara fortan zur Seite steht.
Nun wurde es wieder weihnachtlich. Dabei bedurfte es jedoch wieder der Vorbereitung und Hilfe „aller Mitreisenden“. Carsten Voß bat die Gäste, in ihren Jacken und Taschen nach Schlüsselbunden zu suchen und diese am langen Arm in die Höhe zu strecken. „Und nun klingeln sie bitte mal mit den Schlüsseln, denn diesen Sound brauchen wir gleich“, führte Voß fort. Ein helles Klingeln erfüllte den Raum. Dann leitete Voß zum rhythmischen „Klingeln“ an und schnell konnte man meinen, ein Rentierschlitten führe durch die Dunkelheit. Folgerichtig gaben die Piraten eine deutsche Fassung von Jingle Bells zum Besten, bei dem das Publikum nicht Müde wurde, die Kleinen zu unterstützen: Großer Beifall aus den Kirchenbänken - Dank für’s Mitmachen mittels „Trommelfeuer“ zurück ans Publikum.
Es folgte mit Aloha He ein kurzer Abstecher in den Indischen Ozean. Auch hier zeigten sich nicht nur die kleinen Korsaren sangesfreudig. Der allgemeine Stimmeinsatz wurde beim nachfolgenden Song sogar noch gesteigert, denn dieses Stück ist unbestritten ein weihnachtlicher Klassiker für Groß und Klein: In der Weihnachtsbäckerei. Heraus, aus der Backstube, hinüber, über den Atlantik in New Yorks Harlem zog es die DRUM-Piraten zum abschließenden Gospel He’s Got The Whole World In His Hands, begleitet vom rhythmischen Klatschen aller „Mitfahrer“. Es folgte großer Applaus für die tapferen DRUM-Piraten, von denen die Kleinsten eigens für diese „Kaperfahrt“ vorgeschlafen hatten, um nun noch putzmunter die Trommelfelle kräftig ins Schwingen zu versetzen.
Als Zugabe verschlug es die Freibeuter dann abschließend in die Irische See. Dort trommelten sie den Piratentanz (Sailor’s Hornpipe) im „Riverdance“-Style, verbunden mit der namentlichen Vorstellung aller wackeren Seeleute:
Großer Schlussapplaus, für jeden Seeräuber ein großer Sack, prallgefüllt mit „süßer Heuer“ und viele fröhliche Gesichter im Kirchenschiff.

Auch auf den Gesichtern der gesamten Piratenmannschaft war zufriedenes Lachen zu sehen, bedeutete dieser Auftritt doch der erfolgreiche Abschluss dieses Jahres, denn „nun muss das große Segelschiff der DRUM-Piraten erst einmal ins Winterlager zur Grundüberholung“, so der „Käpt’n“.

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Infos zu den DRUM-Piraten bei Brigitte Schreiber:
Tel.: (05105) 82141
E-Mail: Schreiber.Kirchdorf@t-online.de
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1 Kommentar
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Ingeborg Behne aus Barsinghausen | 05.12.2013 | 21:54  
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