Ausflugsziele in der Region Hannover: Wo früher die Franzburg stand, wächst heute frisches Grün

Die Treppe erinnert noch an das alte Herrenhaus.
Gehrden: Gehrden | Die Landeshauptstadt Hannover ist nicht arm an historischen Gartenanlagen. Doch auch im Umland gibt es viel Grün mit Geschichte, dass einen Sonntagsausflug wert ist. In Gehrden etwa bieten sich gleich zwei Gärten für eine Stippvisite an.

Bis ins 16. Jahrhundert reichen die Ursprünge des Ottomar-von-Reden-Parks an der Franzburger Straße zurück. Der Straßenname erinnert an das Castrum Franzburg, Ja – nicht nur auf dem Burgberg thronte einst eine Veste, auch neben der Altstadt wusste sich der ansässige Adel zu verteidigen. Wer mehr zu den Burgen in Gehrden wissen möchte, sei auf Folge 9 meiner Serie „Burgen und Schlösser in der Region Hannover verwiesen (http://www.myheimat.de/gehrden/kultur/burgen-und-s...).

Das letzte Herrenhaus des Rittergutes - Otto von Reden ließ es 1780 errichten - fiel leider 1967 der Abrissbirne zum Opfer. Nur ganz wenige Reste erinnern an heute noch an den Adelssitz. Aber der einstige Gutspark wandelte sich zu einem schönen Bürgerpark mit vielen interessanten Bäumen. Selbst ein Mammutbaum streckt hier seine Wurzeln aus. Der Park wurde nach dem letzten Privateigentümer benannt, dem Gehrdener Bürgermeister Ottomar von Reden. (gest. 1959). Er schenkte das Grundstück dem Landkreis Hannover. Der Eintritt in den Park ist frei und für die Gastronomie sorgt das Schützenhaus.

Ein Park für ein Ausflugslokal wurde von Julius Tripp auf dem Gehrdener Berg geschaffen. Tripp war der erste Gartenbaudirektor der Stadt Hannover. Hier auf der Höhe über der Stadt schuf er einen Landschaftspark gemischt mit strengen Stilelementen, die eher an einen Barockgarten erinnern. Toll ist der Blick über die Freitreppe und die Terrassen ins Calenberger Land. 1899 eröffnete die Üstra (deren Straßenbahnen damals auch bis Gehrden fuhren) in der neuen Parkanlage eine Berggaststätte. Seit 1917 ratterte dann aber keine Tram der Linie 10 mehr den Berg hinauf, den Kupferdraht der Oberleitung brauchte der Kaiser für den Krieg. Der alte Gasthof verfiel langsam, wurde aber erst 1955 abgerissen. Und auch um den historischen Park kümmerte sich niemand mehr. Seit 1991 aber nahmen die Denkmalschützer die Gartenanlage unter ihre Fittiche und stellten sie mit viel Fingerspitzengefühl wieder her. Inzwischen gibt es hier oben unweit einer alten (jetzt flügellosen) Windmühle auch wieder ein Berggasthaus. Nur die Straßenbahn, die fährt immer noch nicht wieder bis hier oben hinauf.
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