Welcher Ehrenamtliche wartet auf Karte?
Der Anzeiger behauptet am 25. Januar, "Ehrenamtliche warten auf Karte". Die Schnappsidee einiger Politiker, das ehrenamtliche Engagement von Millionen Bürgern durch irgendwelche Vergünstigungen zu versüßen, ist nun wirklich der Höhepunkt des Unsinns. Haben wir keine anderen Sorgen? Welcher ehrenamtlich Tätige (Feuerwehr, Ratsherr, Vereinsvorstand, DRK-Helfer uvm.) käme auf die Idee, finanzielle Vorteile für seine Arbeit zu verlangen? Jeder hat sich freiwillig einer Aufgabe angenommen und freut sich natürlich über Anerkennung - wie die berühmte Federzeichnung beim VVV. Ich hoffe, dass die Stadt Burgdorf diese Landes-Idee nicht akzeptiert und sich eindeutig davon distanziert. Ich jedenfalls würde niemals eine solche "Ehrenamtskarte" beantragen.
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Kommentare zum Beitrag
Nicht jeder, der ehrenamtlich arbeitet, ist finanziell auf Rosen gebettet. Von daher haben diese Vergünstigungen, zumindest in diesen Einzelfällen, ihr Recht und sind eine sinnvolle Art der Anerkennung.
Ich weiß nicht, ob die Ehrenamtlichen Vergünstigungen dieser Art als ihr Recht ansehen...
Ausserdem hat das Eine nichts mit dem Anderen zu tun. Wenn jemand "nicht auf Rosen gebettet" ist, muss ihm geholfen werden - aber wenn sich schwache Einkommensschichten sich das Defizit durch Ehrenamt erarbeiten sollen, wird das Ehrenamt ja zur Erwerbstätigkeit.
Richtig sinnvoll wären Vergünstigungen, die das Ausüben des Ehrenamtes erleichtern (z.B. günstige/kostenlose Monatskarten für die Öffis, mehr Schutz gegenüber den Arbeitgebern (z.B. Feuerwehreinsätze), etc.)
Es ist einfach eine nette Anerkennung, zumal man mindestens drei Jahre in einem Ehrenamt tätig sein muss, um in den Genuss so einer Vergünstigten-Karte zu kommen.
Wer diese Karte nicht haben will, muss sie ja nicht nehmen, es wird keiner dazu gezwungen! Aber gönnt es doch einfach den Leuten, die sie gerne annehmen. Verdient haben sie diese Geste allemal...
Auch ich finde die Idee grundsätzlich nicht schlecht,ein bisschen Anerkennung motiviert manchmal,als immer nur "Knüppel zwischen die Beine"zu bekommen,aber es ist ja freiwillig,ich muss das ja nicht annehmen oder für mich beantragen.
> "Aber gönnt es doch einfach den Leuten"
Ich gönne den Leuten auch einen Lottogewinn. Mit gönnen oder nicht gönnen hat das doch nichts zu tun, was hier diskutiert wird.
Es wird doch Unterstützung des Ehrenamts genannt - und da sehe ich eben gravierendere und nützlichere Möglichkeiten der Unterstützung, Anerkennung und Motivation, als diese Karte.


Wenn man nichts dafür bekommt, ist es keine wertvolle Arbeit.
Wenn man keine Arbeit hat, ist man selbst nichts wert.
Das ist die derzeitige Philosophie unserer Gesellschaft!
Warum sollte dieser Zeitgeist nicht auch die Hallen der Ehrenämter durchstreifen?
Traurig. Aber wahr.