Der Einzelhandel im Norden und Westen der Region rüstet auf: Nachdem in Langenhagen das erweiterte City-Center eröffnet hat (mit einer Verkaufsfläche, die mit der Ernst-August-Galerie in Hannover vergleichbar ist), wird nun wohl auch in der Nachbarstadt Garbsen ein großes Einkaufszentrum entstehen: Das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg hat mit seinem Urteil den Weg für einen Baubeginn weitgehend freigemacht.
Mit dem Urteil endet wohl ein jahrelanger Streit um das geplante Einkaufszentrum. Das Planetencenter spielte für die Entscheidung des Gerichtes keine große Rolle mehr. Der 1. Senat ließ durchblicken, dass die dortige Verkaufsfläche mit dem unangefochtenen Bebauungsplan wirksam auf 12000 Quadratmeter beschränkt sei. Beim gegenwärtigen Zustand des maroden Centers sei es sehr unwahrscheinlich, dass die alten Rechte für weitaus mehr Verkaufsfläche noch genutzt werden könnten.
Wie seht Ihr das: Ist es gut, dass in Garbsen ein solches Einkaufszentrum entsteht? Was fehlt derzeit im Angebot?
> "Das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg hat mit seinem Urteil den Weg für einen Baubeginn weitgehend freigemacht. Die Nachbarstädte Langenhagen, Neustadt und Seelze sowie die Region hatten sich dagegen gesperrt - mit dem Argument, es gäbe ausreichend Angebote."
Ich finde auf jeden Fall bekloppt, dass Kommunen sich da gegenseitig reinreden wollen und dürfen. Soll doch jedes Dorf ein Center bauen, wenn es das will.
Was die Garbsener wollen, kann mir egal sein - ich würde denen jedenfalls empfehlen, sich das Recht auf Öffnungszeitenbestimmung auszuhandeln.
Wenn so ein Center den Ortskern belegt und nebenbei auch noch das Einzelhandelangebot beherrscht, kann es wann es will, die Türen schließen und so zusagen die City eines Ortes ausknippsen (siehe Laatzen, wo das LC unsere Innenstadt darstellt und bei uns recht früh am Abend nicht nur die Bürgersteige, sondern auch unsere City hochgeklappt wird).
> Ich finde auf jeden Fall bekloppt, dass Kommunen sich da gegenseitig
> reinreden wollen und dürfen. Soll doch jedes Dorf ein Center bauen,
> wenn es das will.
Ganz kann ich Andreas dabei nicht zustimmen: Das sich Langenhagen auf die Füße getreten fühlt, kann ich nachvollziehen, aber so ist nun mal das Leben. Für Seelze bedeutet das wahrscheinlich tatsächlich das weitere Aussterben der Kernstadt.
Die dortigen Verkaufsflächen lassen ein umfangreiches Angebot nicht zu. Und zu allem Überfluss gibt es auch noch Beschränkungen, was sich in Seelze als Einzelhandel ansiedeln darf. In Seelze dürfte man (mal angenommen, es gäbe den Platz dafür) so ein Zentrum gar nicht bauen. Das Land und die Region haben mit ihrem Raumordnungsverfahren genau so etwas für Seelze ausgeschlossen. Das sog. "Fachhandelszentrum" zwischen Seelze und Letter ist schon das höchste der Gefühle. Aber ausreichend, um die Bürger zum Vor-Ort-Einkauf zu animieren, ist das nicht.
Die Einzelhändler in Seelze befürchten zurecht, dass die Kunden wahrscheinlich auch für eine Waschmaschine oder einen Fernseher gleich ins neue Center fahren. Da haben Sie dann auch gleich noch die Möglichkeit, mehr Geld auszugeben (für Kleidung o.ä.). Und für den Wocheneinkauf ist ja gleich nebenan auch noch ein "Alles-drin"-Markt. Dunkle Aussichten für Seelze.
Daher kann ich die Reaktion der Stadtverwaltung hier nachvollziehen und stehe sogar dahinter. Auch wenn mir tatsächlich ein Elektromarkt mit einem breiten Angebot in der Nähe fehlt ...
> "Ganz kann ich Andreas dabei nicht zustimmen: Das sich Langenhagen auf die Füße getreten fühlt, kann ich nachvollziehen, aber so ist nun mal das Leben. Für Seelze bedeutet das wahrscheinlich tatsächlich das weitere Aussterben der Kernstadt. Die dortigen Verkaufsflächen lassen ein umfangreiches Angebot nicht zu. Und zu allem Überfluss gibt es auch noch Beschränkungen, was sich in Seelze als Einzelhandel ansiedeln darf."
Da widersprichst du dir aber selbst, wenn du mir nicht zustimmen kannst, wenn ich jedem Ort erlauben würde, sich Läden hinzusetzen, wie es dem Ort passt, aber gleichzeitig beklagst, dass es in Seelze nicht erlaubt ist und Nachteile für Seelze hat.
Ausserdem liegt es doch an den Einwohnern selbst, ob und wo sie konsumieren. Wer in seinem Ort nichts findet und zum Nachbarort X fährt, würde auch zu Nachbarort Y und Z fahren - da bringt es nichts, eins, zwei Orte auszubremsen.
Und auch die Unternehmen in Seelze haben es in der Hand, mit ihren Angeboten bezüglich Waren, Preisen und Service die Leute an sich zu binden.
Was jedoch immer in die Hose geht, ist, wenn Politiker darüber entscheiden... ;)
Was jedoch immer in die Hose geht, ist, wenn Politiker darüber entscheiden... ;)
Dieser Satz hat schon lange (und wenn auch in veränderter Form) bei mir festen Bestand im Zusammenhang mit kommunalem Denken eingenommen.
"Nichts darf länger Bestand haben als ich".
Verlass Dich auch nicht auf Aussagen von Menschen und Parteien (Aussage eine s Grünen: Beschließen wir eine Baumschutzsatzung, fangen alle doch sofort an zu sägen), also lieber keine Baumschutzsatzung.
Manchmal denke ich, die Mädels und Jungs da im Rat sind ihr Geld nicht wert.
(Ein paar schon).
> "Manchmal denke ich, die Mädels und Jungs da im Rat sind ihr Geld nicht wert."
Jain ;)
Da kann auch einer 30 Jahre lang alles studiert haben, was mit Wirtschaft zu tun hat, aber gegen den Konsumentenwillen zu agieren wird auch bei dem in die Hose gehen.
Das klappt ja schon nicht, wenn Unternehmer sich einbilden, das machen zu können ;)
Wenn man Unternehmer machen lässt, was sie wollen, dauert z.B.dieUmsetzung einer Umgehungsstraße 45 Jahre. Das ist das Problem der "Ja" sager und "Abnicker". Das ist leider überall so.
Naja, wenn es keine Beschränkungen seitens der Region oder des Landes gäbe und jedes Dorf sich sein eigenes EKZ bauen könnte, bleibt die Frage, welcher Händler ist da überall vertreten?
Aber ernsthaft: Andreas, du hast grundsätzlich recht, das die Unternehmen in Seelze es selber in der Hand haben, mit ihrem Angebot die Kunden im Ort zu halten. Aber die Rahmenbedingungen, die von der Politik (Stadt, Region, Land, ...) gegeben werden, beeinflussen die Unternehmer und damit auch deren Angebote. Der Punkt ist, dass in diesem Fall in Garbsen die Entscheidung für die neue Mitte vor Jahren getroffen wurde, anscheinend ohne Rücksicht auf Verluste (bzw. die Einflüsse auf die Nachbarn).
Und leider kann ein einzelner Unternehmer und nicht mal die Gesamtheit der Seelzer Einzelhändler die Rahmenbedingungen so einfach verändern. Und das gilt nicht nur für die politischen. Und das ein Kunde dorthin fährt, wo er die Ware erhält, die er möchte, ist auch nichts Verwerfliches. Nur verlockt so ein Center die Kunden dazu, auch dann dorthin zu fahren, wenn sie das gleiche Angebot auch vor Ort haben. Das "Einkaufserlebnis" ist ja so viel besser ...
Und wie schon gesagt: In Garbsen gab es das alles schon, über kurz oder lang haben sich die Unternehmen verabschiedet und jetzt geht man den Weg, den umliegenden Städten mit (noch) einem neuen Center weitere Probleme zu bereiten. Und die können sich nahezu nicht wehren (weder politisch oder juristisch noch unternehmerisch).
Nun gut, ich bin vor 2 Jahren mal am Planetenring herumgeirrt und habe mir so gedacht, eigentlich hilft hier nur eins: platt machen und neu beginnen. Wenn es denn so wird, will ich Garbsen nur das Beste wünschen. Ideal ist so etwas nicht, denn es hat Geld gekostet und kostet wieder viel Geld und das muss aufgebracht werden.
> "Naja, wenn es keine Beschränkungen seitens der Region oder des Landes gäbe und jedes Dorf sich sein eigenes EKZ bauen könnte, bleibt die Frage, welcher Händler ist da überall vertreten?"
Das ist die Entscheidung des Händlers.
Und die des aktiven Kunden.
> "Und leider kann ein einzelner Unternehmer und nicht mal die Gesamtheit der Seelzer Einzelhändler die Rahmenbedingungen so einfach verändern. Und das gilt nicht nur für die politischen."
Wer denn sonst, wenn nicht die Händler?
Und zumindest innerhalb der Rahmen können sie agieren.
> "Und das ein Kunde dorthin fährt, wo er die Ware erhält, die er möchte, ist auch nichts Verwerfliches. Nur verlockt so ein Center die Kunden dazu, auch dann dorthin zu fahren, wenn sie das gleiche Angebot auch vor Ort haben. Das "Einkaufserlebnis" ist ja so viel besser ..."
Ja, aber das wird auch schnell gewöhnlich und dann ist der Reiz dahin und andere Kriterien zählen.
Wo soll die Kaufkraft herkommen, um in all den Geschäften einzukaufen, die hier angesiedelt werden ?
Die "besseren", sprich etwas teureren und qualitativ hochwertigeren Geschäfte im benachbarten Shopping Plaza schliessen nach einigen Jahren, das Planetencenter ist recht verwaist.
Brauchen wir hier wirklich z.B. noch einen weiteren Mobilfunk-Anbieter im Plaza, sind 4 Stück nicht genug ???
Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, daß plötzlich alle Garbsener und Nachbarstädler und -dörfler in der neuen Mitte einkaufen.
> "Wo soll die Kaufkraft herkommen, um in all den Geschäften einzukaufen, die hier angesiedelt werden ?"
Das ist doch Sache der Unternehmer. Wenn die meinen, es rentiert sich, sollen sie es doch versuchen.
> "Brauchen wir hier wirklich z.B. noch einen weiteren Mobilfunk-Anbieter im Plaza, sind 4 Stück nicht genug ???"
Ja, aber... ich z.B. brauche auch keine gefühlten 100 Schuh- und Klamottenläden bei uns - aber trotzdem sind die da - und wenn sie sich halten, sind wohl genug Kunden da, die diese Angebote wollen. *schulterzuck*
Andreas, meinst Du wirklich, das Projekt ist ausschließlich Unternehmer-Interesse oder mag vielleicht der Gedanke dahinter stecken, sich als Politiker ein "Denkmal" setzen zu lassen ?
> "meinst Du wirklich, das Projekt ist ausschließlich Unternehmer-Interesse oder mag vielleicht der Gedanke dahinter stecken, sich als Politiker ein "Denkmal" setzen zu lassen ?"
Das wäre nur der Fall bei den Bürgern, die als Konsumenten einen Vorteil davon hätten und sich als Wähler davon beeinflussen lassen ;)
So oder so wäre das auch wurscht, denn wenn es sich nicht mehr rentiert, weil es nur "Denkmal" war, verschwindet es auch wieder.
Beate, jeder Stadtumbau, jeder Neubau hat irgendwie etwas mit dem Denkmal für Politiker zu tun, die so etwas angestoßen haben. Es wird höchste Zeit, dass die Damen und Herren in Regress genommen werden, wenn so etwas den Bach runter geht. Es kann nicht sein, dass der Normalbürger immer der Dumme ist und ständig nur zahlt. Wir sollten uns doch auf die Leute verlassen können, die meinen, alles richtig zu machen.
Das ganze hat angefangen mit der richtigen idee, den bereich vor dem rathaus Garbsen zu einem zukünftig zentralen platz auszugestalten.
Ein sehr groß angelegter wettbewerb um die besten vorschläge der gestaltung ist mit beteiligung von weit über die region Hannover hinaus bekannten architekturbüros, städtischen planerInnen und - dies hat starke beachtung in ganz Deutschland gefunden - bürgerinnen und bürgern der stadt selbst, durchgweführt worden. Entstanden sind mehrere hervorragende modelle, die allerdings alle in unterschiedlicher weise auch den bau eines einkaufszentrums vorgesehen haben, denn schließlich hätte ein investor den größten teil der ausbauvorhaben finanzieren müssen.
Nachdem ein potentieller interessent, die ITG, die bereits das shopping plaza gebaut hat, aus der damaligen wirtschaftlichen situation heraus abgesprungen ist, hat keiner der ursprünglichen entwürfe einen finanzier gefunden.
In dieser zeit ist das unternehmen SONAE aufgetaucht. Dieses konsortium hat mehrere vorschläge vorgelegt, was es denn bauen möchte. Ohne rücksicht auf die vorliegenden entwürfe sind dem damaligen rat der stadt drei baumodelle vorgestellt worden, die ausschließlich der aufnahme eines möglichst kostengünstigen einkaufszentrums dienen sollten. Die finanzielle verantwortung - so die damalige aussage des SONAE-vertreters - höre mit der außenwand des zentrums auf.
Erst auf massives drängen hat sich die firma durchgerungen, sich an den kosten eines teils der notwendig werdenden verkehrslenkung zu beteiligen. Die ideen aus dem wettbewerb oder gar der vorschlag, doch wenigstens in der architektur des zentrums neue wege - z.b. Hundertwasserähnliche elemente - zu erwägen, sind alle sehr barsch abgelehnt worden. Eine dem rathausplatz angemessene wohnbebauung auf dem zentrum, wie z.b. im shopping-plaza, oder eine aufwertung des zentrums durch einbezug von möglichkeiten kultureller veranstaltungen haben sich im vorschlag, im dritten (!!!) obergeschoss die stadtbücherei einzurichten ( Ziel: fester mieter... ) und dem hinweis auf farblich und technisch hochwertigen materials der wege im zentrum beschränkt.
Der damalige und noch heute offenbar gültige SONAE-entwurf ist ein profanbau, wie er stilloser kaum zu überbieten ist. Wenn man zudem bedenkt, dass das notwendige parkhaus keine "feste" außenfassade erhalten soll, sondern stattdessen eine art gitter aus plastik oder metall, welches wunderbar als riesige werbefläche zu vermarkten ist, dann kann man diesem bauentwurf nur den charme eines bahnhofsklos zubilligen.
Damit keine missverständnisse aufkommen:
Der rathausplatz als zukünftige mitte der stadt Garbsen muss umbaut werden. Ob der investor SONAE oder anders heißt, ist hierfür uninteressant.
Die frage nach der attraktivität, nach der als großartig angekündigten zugkraft aber bleibt. Hier muss der derzeitige investor sehr kräftig nachbessern !
> "Die finanzielle verantwortung - so die damalige aussage des SONAE-vertreters - höre mit der außenwand des zentrums auf."
Ja - und umgekehrt kümmerts halt den Bürger nicht, was Innen ist!? Denn er gibt ja auch lieber individuell sein Geld für Schnickschnack aus, als mal für ein Center o.ä. zusammenzulegen. Wer sein Tafelsilber verscheuert, ist selbst schuld.
Irgendwie stimmt das, Andreas. Wenn Garbsen eins hat, dann ist es Fläche und die zu gestalten zum Wohle Aller dürfte nicht das Problem sein. Hier mal einen € mehr ausgegeben und nicht gleich mit dem Verfallsdatum Bau + 40 Jahre rechnen.
Wer anders denkt, sollte sich das Planetencenter ansehen.
Hans-Werner hat alles wohl miterlebt und es kann eigentlich nur besser werden,
nur abspecken sollte man nicht.
Nachdem das Planetencenter bewusst kaputt gemacht wurde, es komischer Weise mit der so forciert geplanten Umwandlung noch nicht begonnen hat - zu einem degenerierten "Stadtteilversorger", der es nur noch sein darf, wohlgemerkt, muss auf Teufel komm raus dieses Sonae-Center aus der grünen Wiese gestampft werden. Ein Center, was keiner braucht, und die ewig herbeigebetete "Neue Mitte" ist doch nur ein Witz.
Sonae fängt erst in ca. acht Jahren (!) an zu bauen, bis dahin gibt es vielleicht Sonae gar nicht mehr - was hat uns die leidige Geschichte um das Planetencenter nicht alles gelehrt...
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Redakteurin Jelena Altmann macht in den...
Friedrichsdorf: Friedrichsdorf | Ab Juni 2012 waren die ersten Teile des neuen Einkaufszentrums auf dem früheren Milupa-Gelände erkennbar.
Kanalanlagen und Fundamente waren die ersten sichtbaren Baumaßnahmen auf dem ehemaligen Milupa-Gelände. Im Juli wurden verschiedene Arten von Eisengittern im Boden verteilt, die anschließend mit Beton ausgegossen wurden.
Während durch den erneuerten Teil der Wilhelmstraße schon der Verkehr floss, wurden die Kreuzung vor...