Als Niedersachse in Bayern
Es war während einer Fortbildung in Bayern. Im Seminarhaus gab es Weißwurst zum Abendessen. Gespannt wartete ich darauf. Es war mein erstes Mal. Ich nahm mir eine Wurst und beging gleich darauf eine Todsünde. Ich fragte nach Ketchup!
Alle Bayern um mich herum sahen mich teils ungläubig, obwohl wir uns in einem katholischen Bildungshaus befanden, teils vorwurfsvoll an.
Ich lernte, dass Weißwurst und Ketchup nicht zusammen passen - gut, dann eben nicht.
Brav nahm ich mir süßen Senf und ein Salzbrezel mit an meinen Platz. Dort fing ich an zu essen.
Dabei unterlief mir der nächste böse Fehler. Wie ich es schon als kleines Mädchen gelernt hatte, aß ich mit Messer und Gabel.
Mein Gegenüber hörte auf zu essen und wieder traf mich ein ungläubiger Blick inmitten des christlichen Seminars.
Eine Weißwurst "zuzelt" man, das war meine nächste Lektion. Das bedeutet, dass man die Wurstpelle zwischen die Zähne nimmt und den Inhalt heraus "zieht.
Ich begriff nach und nach, dass hinter der viel besprochenen Weißwurstgrenze tatsächlich andere Gesetze herrschen.


Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Facebook. Mehr dazu rechts unter .