Wintervogelzählen im Garten
Garbsen: Sandtrasse | Der NABU Garbsen hatte zur Wintervogelzählung aufgerufen und ich wollte mich gern daran beteiligen.
Einen der Flyer, sie sind scheinbar sehr begehrt und vergriffen, hatte mir Frau Strube persönlich in den Briefkasten gesteckt.
Ich hatte in der näheren Umgebung keinen gefunden und die Internetseite war ständig unerreichbar, weil viele Menschen sich am großen Wintervogelzählen beteiligen wollten.
Voller Vorfreude stellte ich mich Samstag gegen Mittag dunkel gekleidet und versteckt in eine Ecke unseres Balkons. Stift, Flyer, Fernglas, Kamera und Zettel hatte ich dabei.
Nun wartete ich gespannt auf die kleinen und großen gefiederten Gartenbewohner.
Doch wo blieben sie nur alle?
Kaum ein Vogel ließ sich blicken.
Ich stand und wartete. Noch am Vormittag waren einige Meisen vom Fenster aus zu sehen gewesen, aber jetzt?
Während meiner Stunde, die ich dort wartend verbrachte, entdeckte ich wenige Kohl-, Blaumeisen und Feldsperlinge.
Nicht einmal die großen Birken, die täglich als Landeplatz für unzählige Vögel dienten, waren heute bevölkert.
Gehört habe ich viele kleine Sänger, sie mussten also irgendwo in der Nähe sein.
Ich bekam aber auch andere Geräusche mit, auf die ich sonst nicht achte.
In der Ferne bellte ein Hund, das Rangieren eines Zuges am Seelzer Bahnhof war zu hören und ein Unfallwagen ließ seine Sirene ertönen.
Ziemlich am Ende der Stunde setzte sich dann eine Taube nieder. Einige Raben flogen durch die Luft und begegneten dort weit oben ein paar Möwen.
Wo aber blieben nur unser Rotkehlchen, der Buchfink, die Amseln und der Eichelhäher?
Vielleicht lag es daran, dass die Nachbarkatzen heute Freigang hatten und durch die Gärten schlichen.
Neben meinen Vogelbeobachtungen entdeckte ich erfreut bei vorfrühlingshaftem Wetter, dass die ersten Knospen an den Bäumen schon zu sehen sind. Der Teich taut allmählich wieder vollständig auf und die Fische schwimmen schon munter darin herum.
So habe ich beim Warten auf die Vögel die ersten kleinen Frühlingsspuren entdeckt.
Eine Stunde, die man in der Natur verbringt, lohnt sich immer.


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