Grillplatz am Berenbosteler See

Etwas auffälliges auf der Liegewiese
 
Eine recht große Feuerstelle.

Garbsen: Berenbosteler See | Am 26.05. habe ich am Nachmittag eine Runde um den Berenbosteler See gedreht. Ich wollte einfach nur die Natur genießen. Außer, dass man immer mal wieder einem recht schnell fahrenden Radfahrer ausweichen oder über die Leine eines angeleinten Hundes steigen musste, machte es sehr viel Spaß, die offensichtlich noch intakte Natur zu genießen. Auch kann man momentan sehr gut die diversen Vögel mit ihrem Nachwuchs beobachten und obwohl ich am Nachmittag unterwegs war, lagen vielstimmige Vogelkonzerte in der Luft. Auch ein Haubentauchernest an einem ungewohnten (weil ungeschütztem) Standort habe ich einige Zeit beobachten können.

Durch die in der Presse erwähnte Grillerlaubnis hatte ich befürchtet, über Unmengen von Müll steigen zu müssen. Doch zu meinem Erstaunen sah die große Liegewiese oberflächlich sehr sauber aus. Allerdings war ich ja auch bei kühler Witterung und an einem Arbeitstag unterwegs. An Wochenende mit Schönwetterlage sieht das bestimmt anders aus. Zusätzlich berichteten mir Spaziergänger, dass hier neuerdings täglich in den frühen Morgenstunden aufgeräumt würde. Jedoch einige Meter weiter schwamm eine Sekt- oder Weinflasche (Bild 8) im See. Vielleicht wurde sie beim Aufräumen übersehen? Einige Spuren konnten aber nicht durch Aufräumarbeiten beseitigt werden. Entlang der Gehölzgruppe der Liegewiese habe ich drei der vielen Brandflecken dokumentiert. Zwei der hier gezeigten "Grillstellen" waren an sehr bedenklichen Stellen gewählt. Zwar waren die drei Stellen, die ich in Bildern festgehalten habe, auf einem Stück typischer gemähter Rasenfläche aber doch sehr nah am Wald.

Bild Nr. 1 zeigt die gemähte Rasenfläche mit einem auffälligen dunklen Fleck. Beim Näherkommen (Bild 2+3) sieht man dann, dass dort anscheinend ein recht großes Lagerfeuer gemacht wurde. Sogar ein Baumstumpf wurde verbrannt. Sicherlich wurde das Holz aus dem nahen Gehölz geholt. Trampelpfade waren zumindest erkennbar. Hier sangen auch nicht so viele Vögel. Ganz in der Nähe habe ich zwei weitere schwarze Flecken entdeckt. Als ich an den Stellen angekommen war, fand ich ausgeschüttete Grillkohle (Bild 4 - 6). Ob bei den Feuerstellen wohl jemand geblieben ist, bis die Glut endgültig erloschen war? Bei sehr trockener Witterung kann daraus schnell ein gefährlicher Brand entstehen. Was passiert dann mit den Tieren und der schönen Landschaft? Die Stadt Garbsen sollte sich schnell etwas einfallen lassen, um dieses Risiko auszuschalten.

Dass bei solch unguten Vorzeichen die Anwohner, Naturschützer und Tierliebhaber skeptisch gegenüber der Grillerlaubnis in dieser schönen Naturlandschaft am Berenbosteler See sind, kann ich verstehen. Ganz davon abgesehen: Wo sollen sich die Grillenden erleichtern, wenn sie mal müssen? Da werden dann wohl die Gebüsche in der Umgebung herhalten müssen. Auch das empfinde ich schon aus rein hygienischen Gründen als äußerst bedenklich. Es wäre nötig, dass die Stadt für die Aufstellung von öffentlichen Toiletten (Dixieklos o.ä.) sorgt. Ich finde, die Idee mit der Grillerlaubnis ist noch nicht richtig durchdacht.

Als unnütz empfinde ich, dass eine zweite in diesem Jahr offensichtlich noch nicht gemähte Wiese zu einem zusätzlichen Grillplatz wird. Als ich davor stand, hörte ich viele Vögel u. a. sang in einer Weidengruppe eine Nachtigall und ein nicht zu überhörendes Froschkonzert war auch zu vernehmen Außerdem kann ich mich noch gut an die letzte Batnight erinnern, die sehr interessant war. Da flogen gerade über dieser Wiesenfläche sehr viele Fledermäuse. Man konnte die Tiere dabei sehr gut beobachten, wie sie in erstaunlichen Flugmanövern nach den Insekten jagten. Ich vermute, dass die Fledermäuse erheblich gestört werden. Vielleicht werden sie sogar um ihre Nahrung gebracht, wenn diese Wiese (siehe unten) regelmäßig gemäht werden soll. Dort dürfte es dann kaum noch Blumen und Gräser und somit keine Insekten geben. Heute konnte ich jedenfalls mit bloßem Auge vom Weg aus die vielen Insekten über die Wiese fliegen sehen. Ich frage mich, ob diese zweite Fläche wirklich notwendig ist, da es ja bereits eine sehr große und ständig gemähte Fläche (Bild 1) gibt. Sollte man diese ungemähte Wiese nicht lieber für die Natur lassen?


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Gaby Floer aus Garbsen am 30.05.2010 um 16:13 Uhr  
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