Was: Entdeckertag in Garbsen - Das Winterquartier für Fledermäuse im Ringofen
Wo: Stadtpark Garbsen
Wann: 13.09.2009 15:00 Uhr

Entdeckertag in Garbsen - Das Winterquartier für Fledermäuse im Ringofen

von Olaf Pflüger aus Garbsen | am 13.09.2009 | 350 mal gelesen | 3 Kommentare | 3 Bildkommentare | 8 Bilder
Ein etwas anderer Regenschutz. Not macht eben erfinderisch.
 
Der Infostand, mit Frau Strube in der Mitte. Sie wurde unterstützt durch ihren Mann und Herrn Ruhlig vom Nabu Garbsen.

Garbsen: Stadtpark Garbsen | Heute war in Garbsen der Entdeckertag. Diesen Tag wollten wir nutzen, um uns noch weiter über unsere einheimischen Fledermäuse zu informieren. Es bestand heute ausnahmsweise auch die Möglichkeit, in den Ringofen - dem wohl wichtigsten, zumindest größten Winterquartier für Fledermäuse in Garbsen, hinein zu schauen.

Nach einer kleinen Einführung am Treffpunkt durch Frau Dagmar Strube vom Nabu Garbsen wollten wir zum Ringofen aufbrechen. Durch einen starken Regenschauer verzögerte sich der Aufbruch etwas. Nachdem alle Interessenten ihre Regenschirme geöffnet hatten und der Regen nachließ, ging es endlich los.

Auf dem Weg stoppten wir an den dort aufgehängten Spaltenkästen für Fledermäuse, die zuvor von Frau Strube gemeinsam mit Jugendlichen zusammen geschraubt und in einer Höhe von 4 - 5 Metern aufgehängt wurden. Diese Kästen werden von den Fledermäusen als Sommerquartier und Wochenstube genutzt. Gerade jetzt beginnt die Fortpflanzungszeit, und in dieser Zeit "singen" die Männchen ausgiebig, um Weibchen anzulocken und zu begatten.

Die Kästen befinden sich im Stadtpark in der Nähe des Fledermaussees, der sich zur Zeit leider in sehr üblem Zustand befindet. Er ist stark verschlammt, aber was deutlich schlimmer ist: er dient scheinbar Anwohnern als Müllabladeplatz. Sehr wahrscheinlich wird der See demnächst von der Stadt Garbsen mit hohem finanziellem Aufwand saniert und ist danach hoffentlich in noch größerem Umfang eine Nahrungsquelle für Wasserfledermäuse. Selbst in seinem momentanen, schlechten Zustand sind dort Fledermäuse bei der nächtlichen Jagd zu beobachten.

Die nächste Station war dann der Ringofen. Er wurde früher von der Ziegelindustrie in Garbsen zum Brennen von Tonziegeln genutzt, die aus dem Ton der Umgebung gefertigt wurden. Aus diesen Tonabbaugruben entstanden die umliegenden Seen, wie auch der Fledermaussee. Früher befand sich auf dem Ringofen noch ein Dach, das aber im Lauf der Zeit zerstört wurde. Auf einer Informationstafel am Ringofen kann man eine Zeichnung sehen, wie der Ringofen in seiner Blütezeit aussah. Die Fledermäuse selber stört es aber nicht, dass das Dach heute fehlt. Familie Strube und freiwillige Helfer sorgen dafür, dass alle Öffnungen in der Decke abgedichtet wurden.

Heute öffnete der Nabu den Interessierten der Zugang zum Ringofen. Das Gebiet um den Ringofen wurde zum Schutz der Bürger, die sich am oder im Ringofen verletzten könnten, aber auch zum Schutz des Ofens selbst vor Vandalismus aufgestellt. Dabei musste die Stadt Garbsen sogar mehr Geld aufwenden, als ursprünglich geplant war. Da Fledermäuse ca. 4-5 Meter vor ihren Einflugschlitzen keine Zäune oder andere Hindernisse vorfinden dürfen, weil sie sonst die Schlitze nicht anfliegen können, musste der Zaun anders verbaut werden als geplant.

Es wurde aber nicht nur der Zaun, sondern auch die Einstiegluke, die in den Ofen führt, geöffnet und so war es möglich, einen ausgiebigen Blick ins Innere zu werfen. Dies ist ausnahmsweise genehmigt worden, weil zuvor sichergestellt wurde, dass sich zur Zeit noch keine Fledermäuse im Winterquartier befinden. Man konnte deutlich die kühle Feuchtigkeit spüren, zudem schwappte einem ein recht modriger, muffiger Geruch entgegen. Dieser stört Fledermäuse überhaupt nicht, ist er doch ein Garant für das optimale Überwinterungsklima.

Es gab zur Zeit ein paar Bewohner anderer Art am Boden des Ringofens. Mehrere Erdkröten haben wir gefunden - von ganz klein bis ganz groß - die sich irgendwie dort hinein verirrt hatten. Diese wurden aber kurzerhand aus ihrer misslichen Lage gerettet und außerhalb wieder ausgesetzt.

Wir möchten uns ganz herzlich bei Familie Strube und Herrn Karl-Dieter Ruhlig von der Fledermausgruppe des Nabu Garbsen für die interessante und anschauliche Exkursion bedanken!

Petra und Olaf Pflüger

2
1

Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.myheimat-Magazin Regionsentdeckertag 2009 | Erschienen am 20.11.2009
Leser über:
Suchmaschinen: 22
externe Links: 9
Weiterempfehlungen: 0
sonstige: 319
2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können dann mit einem zweiten Klick Ihre Empfehlung an Facebook senden.
Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Facebook. Mehr dazu rechts unter .
2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können dann mit einem zweiten Klick Ihre Empfehlung an Twitter senden.
Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Twitter. Mehr dazu rechts unter .
2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können dann mit einem zweiten Klick Ihre Empfehlung an Google+ senden.
Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Google+. Mehr dazu rechts unter .
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen Webseiten Senden
Lesen Sie auch die Bildkommentare zum Beitrag
3 Kommentare zum Beitrag
2.596
Dagmar Strube aus Garbsen am 14.09.2009 um 08:36 Uhr  
19.634
Ingeborg Behne aus Barsinghausen am 14.09.2009 um 19:27 Uhr  
4.626
Olaf Pflüger aus Garbsen am 15.09.2009 um 18:44 Uhr  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.