Warum man einen Regensonntag nicht nur auf der Couch verbringen sollte

hier fanden wir Unterschlupf
Sonntag ist Schautag und wir wollten uns eine Treppe anschauen, die wir für unsere Terrasse interessant fanden.
Leider mussten wir dafür einige Kilometer fahren, denn unser Ziel lag in Ibbenbüren.
Dort angekommen, stellten wir fest, wie ein gutes Foto trügen kann, denn das Original begeisterte uns nicht. Im Internet hatte das ganz anders ausgesehen.

Doch wir hatten uns mit einer unserer Töchter verabredet, die dort in der Nähe wohnt und verbrachten den Rest des Tages gemeinsam.

Den Aasee wollten wir besuchen und dort zunächst picknicken.

Das Wetter, das sich wenig sommerlich zeigte, konnte uns davon nicht abhalten.
Einen Spaziergang um den See und zu den Klippen in der Nähe schlugen wir uns sofort aus dem Kopf.

Auf der Suche nach einem überdachten Sitzplatz wurden wir ziemlich schnell fündig.
Vor uns schienen nicht ganz ordnungsliebende hungrige und durstige Menschen dort gehaust zu haben, denn ihre Verpackungsreste lagen noch verstreut und der Steintisch klebte.
Schnell machten wir uns den Ort gemütlich.
Wir breiteten unsere mitgebrachten Leckereien aus und genossen das gemeinsame Mahl mit Blick auf das Wasser von oben und im See.

Uns war ziemlich schnell klar, dass andere Ausflügler hier auch Unterschlupf suchen würden.

Und so kam es dann, dass sich ein älterer Herr zu uns gesellte. Wortlos stellte er sich mit seinem Elektrorollstuhl zu uns.
Auch als wir ihn zum Essen einluden, verneinte er nur stumm.

Er schien auf etwas zu warten.

Ärmlich bekleidet war er. Schuhe hatte er keine an, nur durchlöcherte dicke Stricksocken.

Er saß einfach nur da und schaute uns zu.

Lange mussten wir bleiben, denn der Himmel schüttete ohne Unterlass alles, was die Wolken nicht mehr fassen konnten, auf die Erde.

Andere Wanderer gesellten sich zu unserer Runde. Sie organisierten schnell einen Abholdienst und verließen uns wieder.

Irgendwann machten auch wir uns auf den Weg zum Auto. Wir verabschiedeten uns von dem stummen Gast, der sichtlich erleichtert schien, als wir gingen.

Bei einem Blick zurück, sahen wir, wie er sich schnell an den Abfalleimer begab und dort vermutlich nach Pfandflaschen von der nächtlichen Party suchte.
Armer Kerl, dachte ich im Weitergehen.

Nun suchten wir noch den Hofladen eines Erlebnisbauernhofes auf.
Dort entdeckte ich Kräuter, die ich sonst noch nicht zum Kauf gefunden hatte. Mit Lakritzkraut, Zitronengras, Waldmeister und Hugominze und kleinen Geschenkartikeln für die nächsten Geburtstage traten wir die Heimfahrt an.

Wir hatten einen erfüllten Tag und wieder einmal erfahren, wie gut es uns doch bei allen Sorgen geht, wenn wir an den armen Kerl am Rastplatz dachten.

Dankbar kamen wir zu Hause an.
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