Ökumenischer Pilgerweg der Garbsener Christen führt von Heiligenstadt nach Volkenroda
Heiligenstadt Heilbad: St. Aegidien | Die evangelische Willehadi- und die katholische St Raphaelgemeinde aus Garbsen hatten zu einem ökumenischen Pilgerweg von Heiligenstadt nach Volkenroda eingeladen.
Dazu machten sich am 10. Oktober 54 Christen auf den ca 60 km langen Weg.
Angefangen vom 10-jährigen Kind war bis zu Senioren jede Altersstufe dabei vertreten.
Am Vorabend hatten alle den Reisesegen von der evangelischen Pastorin Renate Muckelberg, Pfarrer Benno Nolte, und Diakon Thomas Müller empfangen.
Der erste gemeinsame Treffpunkt am Abfahrtstag war der Hauptbahnhof in Hannover, wo die Pilger aus Wunstorf, Seelze, Garbsen und Hannover zusammenkamen.
Die Bahn brachte alle bis nach Heiligenstadt ins Eichsfeld.
Hier gab es die ersten ungeplanten Überraschungen, denn der Raum, in dem es Kaffee geben sollte, war durch spontane Bauarbeiten unbenutzbar und die Kirche durch einen Gottesdienst bereits belegt.
Schnell fand sich ein Ersatzraum in dem fleißige Helfer, die die Pilger unterwegs immer wieder nett bewirteten, den Kaffee bereit gestellt hatten.
Statt in der Kirche gab es den Segen zum Start in der kleinen Marienkapelle, ehe sich dann alle auf den Weg machten.
Am ersten Tag ging es bei strahlendem Sonnenschein durch wunderschöne Landschaften bis Heuthen.
Die ersten Steigungen des Pilgerweges zogen die Gruppe weit aus einander und mancher stieß bereits hier an seine Grenzen.
Jeder fand so sein Tempo und das war gut so.
Gemeinsam waren alle unterwegs zum selben Ziel.
Dabei gab es unterschiedliche Erfahrungen.
Die vordere Gruppe musste den Weg suchen und dabei ab und zu auch einmal umkehren.
Die hinteren Pilger durften in ihrem Tempo folgen.
Viele gute Gespräche ergaben sich auf der gemeinsamen Wanderung.
Es ist doch erstaunlich, dass man erst so weit fahren muss, um manchen Menschen, mit dem man Sonntag für Sonntag denselben Gottesdienst feiert, kennenzulernen.
Tag für Tag gingen katholische und evangelische Pilger so gemeinsam ihrem Ziel entgegen.
Schmunzelnd wurde einmal erwähnt, dass man nun das katholische Eichsfeld verlassen und in das evangelische Gebiet Mühlhausen käme. Lachend stellte eine evangelische Pilgerin fest, dass hier auch die Sonne scheinen würde.
Viele schöne Orte mit ihren sehenswerten Kirchen und Kapellen lernten die Pilger unterwegs kennen.
Alle fanden abends eine Schlafgelegenheit – einige immer wieder an einem anderen Ort in einfachen Pilgerquartieren, andere wurden täglich zum Bildungshaus nach Uder gefahren und trafen morgens auf die Gruppe.
Am 13. Oktober lag das Kloster Volkenroda vor den Pilgern. Steil ging es vorher noch einmal über den Eselsstieg nach oben.
Die Sonne, die anfangs alles in einem besonders schönen Licht erstrahlen ließ, kam am Ende des Weges auch wieder zurück.
Für einige war es eine große Überraschung, dass neben der alten Zisterzienserkirche der Christuspavillon von der EXPO Hannover stand.
Am Ziel des Pilgerweges trafen sich alle Teilnehmer nach einer Stärkung mit Eichsfelder Wurst und Schmandkuchen in der fast leeren alten Kirche, die erst durch die Gedanken, Gesänge und Gebete der Gläubigen gefüllt wurde.
Rückblickend auf den ökumenischen Pilgerweg bleibt zu sagen, dass er deutlich zeigt, wie Kirche auf dem Weg ist.
Alle sind unterwegs zu einem Ziel und folgen doch unterschiedlichen Spuren.
Jeder Weg birgt dabei ein kleines Risiko. Es geht immer um Suchen, Finden, Verlaufen und Umkehren.
Auch ist es nicht immer leicht dabei zu bleiben. Oft gibt es schmerzliche Momente, die zur ungewollten Pause zwingen.
Mit beiden Füßen fest auf dem Boden stehend in Gemeinschaft der Sonne entgegen - nur so kann es gehen.




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