Garbsener erkunden die Wurzeln der Demokratie Büttner: Europäische Gemeinschaft ist Friedensbewegung

Die Garbsener Delegation vor dem Mahnmal in Choriatis: Stathis Chytis (links), Hartmut Büttner (Mitte), Professor Lymperopoulus (3.von rechts) Pastorin Renate Muckelberg (2. von rechts) und Pfarrer Benno Nolte
 
Stathis Chytis (rechts) und Hartmut Büttner (Mitte) umgeben von griechischen Lokalpolitikern
Ganz im Zeichen der europäischen Verständigung stand die Informationsfahrt einer Reise-gruppe des Garbsener Integrationsbeirates aus verschiedenen Religionsgemeinschaften nach Griechenland. Unter Leitung des Vorsitzenden Stathis Chytis und von Pfarrer Benno Nolte wurden die jahrtausendealte Geschichte Griechenlands und auch die Wurzeln der Demokra-tie wieder lebendig.
Allerdings wurden auch die Schattenseiten der Geschichte nicht ausgespart. Im Bergdorf Choriatis nahe Saloniki, wurden von Soldaten eines deutschen Partisanenjagdkommandos sämtliche 149 Einwohner auf brutalste Art und Weise getötet. Örtliche Repräsentanten, mit Michalis Geranis, dem Verwaltungsvorsitzenden des Landkreises Thessaloniki an der Spitze, schilderten die schrecklichen Einzelheiten des brutalen Ereignisses. Ermordet wurden vor allem Frauen, Kinder und alte Menschen. Das Massaker war eine Reaktion der Besatzungs-macht auf die Tötung von zwei deutschen Soldaten, durch Partisanen. Ähnliche Brutalitäten gab es an 70 Orten in Griechenland. Diese schlimmen Ereignisse belasten viele Griechen noch bis zum heutigen Tage.
Am Mahnmal des Massakers legte die Garbsener Delegation ein mit griechischen und deut-schen Farben geschmücktes Gebinde nieder. Der Ratsvorsitzende und 1 Stellvertretende Bürgermeister Hartmut Büttner bezog sich in seiner kurzen Rede auf die Entschuldigung von Bundespräsident Joachim Gauck bei den Familien der Opfer. Für die griechische Öffentlich-keit war es eine besondere Genugtuung, dass Gauck als erster deutscher Bundespräsident, glaubwürdig die Betroffenen bei einem offiziellen Griechenlandbesuch um Verzeihung für diese Schandtaten gebeten hatte.
Hartmut Büttner schloss sich im Namen der Garbsener Delegation uneingeschränkt den Worten des Bundespräsidenten an: „Wir haben aus der Geschichte gelernt und wollen das nirgendwo auf der Welt mehr Menschen unter Krieg und Diktaturen leiden müssen.“ Die offensichtlich vorhandenen zahlreichen Probleme und Schwierigkeiten würden unter den Mitgliedern der Europäischen Union heute ausschließlich mit friedlichen Mitteln gelöst. Die Europäische Union habe sich damit als echte Friedensbewegung bewiesen und den Frie-densnobelpreis zu Recht erhalten.
Die Reiseroute war den Spuren des Apostels Paulus nachempfunden. Paulus betrat bei seinen Missionsreisen erstmals in Griechenland europäischen Boden. Anschaulich, faktenreich und packend kommentierte Reiseleiter Professor Lymperopoulus die Wege von Paulus an Ori-ginalschauplätzen in Phillipi, Kavala, Saloniki, Veria und Athen. Zusätzlich wurden auch die weltberühmten Meteoraklöster besucht.
Welche positiven Auswirkungen auf das Verhältnis von Griechen und Deutschen von den griechischen Gastarbeitern ausgegangen sind, erfuhr die Garbsener Reisegruppe hautnah. Die Eltern von Maria Chytis luden spontan die gesamte 38 köpfige Busbesatzung in ihre Wohnung in ihrem Heimatort ein. Sie überraschten mit griechischen Speisen und Getränken und einer offenen Herzlichkeit. Fazit: Eine gute Exkursion im Namen von Frieden, Verständi-gung und Mitmenschlichkeit.
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2 Kommentare
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Giuliano Micheli aus Garbsen | 14.04.2014 | 08:59  
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k-h wulf aus Garbsen | 15.04.2014 | 09:22  
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