Die Menschen mit dem Kreuz
Garbsen: Haus der Ruhe | Am 2.Sonntag der Passionszeit machte sich wieder eine Gruppe Garbsener Christen auf den Weg mit dem Kreuz durch ihre Stadt.
Auch an diesem Tag begleitete sie strahlender Sonnenschein.
Der Weg führte die Pilger von der Osterwalder Grundschule im Schiereick über die Friedhofskapelle des Ortsteils Osterwald bis nach Meyenfeld in die Seniorenresidenz Haus der Ruhe.
Unterwegs waren ca 30 Christen aus allen Altersstufen. Abwechselnd wanderte das große Holzkreuz von Schulter zu Schulter. Auch die jüngsten Teilnehmer trugen es gern ein Stück Weg.
Das Kreuz sorgt für Aufmerksamkeit in der heutigen Zeit.
Beim Überqueren der Bundesstraße6 richteten sich die Blicke vieler Autofahrer auf die Christen. Auch einige Fenster wurden heruntergekurbelt und Fragen nach dem Grund der Demonstration ertönten.
Wir kreuzen da auf wo wir leben – das ist das Motto des friedlichen Kreuzzuges.
Warum kreuzen wir auf? Was tragen wir mit dem Kreuz?
Diesen und anderen Fragen stellten sich die Teilnehmer unter der Leitung von Diakon Thomas Müller unterwegs.
An einigen Haltestellen gab es wie immer kleine Impulse.
In der Molkereistraße wies Thomas Müller daraufhin, dass dort eigentlich die katholischste Straße Garbsens sei, wenn man der Statistik glauben könne. Saisonarbeiter leben hier das Jahr über für kurze Zeit um für Billiglöhne in unserem reichen Land zu arbeiten.
Viele Katholiken werden polizeilich gemeldet und nach getaner Arbeit wieder abgemeldet.
Wie und wo sie dort leben, damit wir den gewohnten Luxus weiterhin genießen können – das wissen wir nicht.
Der nächste Inhaltepunkt war die Friedhofskapelle in Osterwald.
Hier gab es Impulse zu Tod und Leben. Christen glauben an ein Leben nach dem Tod und können im Sterben mehr gewinnen als verlieren. Das sollte Trost und Hoffnung sein.
Frau Marianne Kaltwasser, die das Thema Lebensweg hier in kunstvoll entworfenen Fenstern umgesetzt hat, erklärte die Motive.
Nach einer kleinen Andacht in der Friedhofskapelle, die von einem Kreuzgang umgeben ist dem die Glasfenster der Künstlerin Licht schenken, machte sich die Gruppe wieder auf den Weg.
Weiter ging es in Richtung Meyenfeld. Unterwegs erfuhren die Pilger durch Frau Kaltwasser von einem Gefangenenlager, das im ersten Weltkrieg zwischen Osterwald und Meyenfeld lag. Einige der hier Verstorbenen liegen auf dem Osterwalder Friedhof begraben.
Zum Abschluss waren alle in das Seniorenheim Haus der Ruhe in Meyenfeld eingeladen. Dort gab es den Abendsegen durch Pfarrer Benno Nolte und dann einen reich gedeckten Tisch für alle.
Hier stellten die Pilger das Kreuz ab. Es bleibt nun für eine Woche im Seniorenheim stehen, bis es dort an nächsten Sonntag zur nächsten Kreuzetappe durch Garbsen wieder abgeholt wird.



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