Der Mars Point – ein offener Schüler- und Jugendtreff in Garbsen
Garbsen: Marshof | Im Garbsener Stadtteil „Auf der Horst“ leben auf engem Raum Familien verschiedenster Nationalitäten und unterschiedlicher Kulturen fast Tür an Tür.
Spannungen und Auseinandersetzungen zwischen den Bewohnern standen dort schon immer auf der Tagesordnung. Der Ruf des Stadtteils hat darunter stark gelitten.
Einen besonders hoher Anteil der Bewohner sind Kinder und Jugendliche.
Sie leiden häufig unter mangelnder Fürsorge durch ihre Eltern, da diese mit eigenen Problemen belastet und/oder mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert sind.
So kommt es, dass Kinder und Jugendliche sich selbst überlassen und gelangweilt frustriert auf Strassen und Plätzen zu finden sind.
In einer unattraktiven Umgebung ohne Aussicht auf ein Leben mit höherer Qualität, leben sie in einem Kreislauf in dem Frustration, Gewalt, Zerstörung und Drogenkonsum zum Alltag gehören.
Die Ballung unterschiedlicher kultureller Erfahrungen auf relativ kleinem Raum, in Verbindung mit materieller und sozialer Armut schüren Konflikte innerhalb der verschiedenen Bevölkerungsgruppen und erschweren eine natürliche Integration in die hiesige Gesellschaft.
Auch die Bereitschaft der einheimischen Bevölkerung, zugewanderten Familien in Deutschland eine Heimat zu bieten, ist noch immer nicht selbstverständlich.
Das sind Gründe dafür, dass Kinder und Jugendliche aufgrund ihres Alters, ihrer Herkunft, ihrer Bildung und ihres sozialen Standes im Stadtteil „Auf der Horst“ mehrfach belastet sind und eine besondere Unterstützung brauchen.
Hier wollte die katholische Kirchengemeinde St. Raphael helfen und gründete unterstützt von der Stadt Garbsen vor mehr als zwanzig Jahren einen überkonfessionellen, offenen Kinder- und Jugendtreff.
Zunächst war dieser im Keller des Pfarrheimes untergebracht.
Nach einem Umbau bekam der heutige „Mars Point“ einen neu eingerichteten Jugendraum mit eigenem Zugang, sanitären Anlagen, einem kleinen Büro mit Kochnische.
Der Name „Mars Point“ stammt von der Adresse des Eingangs, der im Marshof liegt.
Geleitet wird die Einrichtung von der pädagogischen Fachkraft Antje Stiller.
Folgende Ziele sieht sie in ihrer Arbeit als wichtig an:
Nichtkommerzielle Treffpunkte ermöglichen, die eine Alternative zu den kommerziellen Angeboten sind
Alternative Freizeitmöglichkeiten aufzeigen und erschließen
Durch integrative Angebote den Austausch in deutscher Sprache fördern
Kinder und Jugendliche ernst nehmen und ihnen Orientierung geben, damit sie handlungsfähig bleiben
Ansprechpartner für Kinder und Jugendliche sein und ihren Anliegen auf anderen Ebenen Gehör verschaffen
Alternative Verhaltensweisen vorleben und einüben
Eine vertrauensvolle Beziehung aufbauen, die es ihnen ermöglicht, Unterstützung zu suchen und anzunehmen
Dafür sind folgende Angebote entstanden:
Eine Schülergruppe für Kinder im Alter von 8-12 Jahren
Sie trifft sich Montag, und Mittwoch von 14-17 Uhr, Donnerstag von 16-18 Uhr
Dort werden kreative Angebote gemacht, gespielt sowie Gespräche über Schule, Freunde und Elternhaus geführt.
Weiter gibt es eine Gruppe für Jugendliche von 13 bis Anfang 20 Jahren
In dieser Gruppe wird montags von 17 bis 20 Uhr und donnerstags von 18 bis 20 Uhr gekrökelt, Billard oder Tischtennis gespielt, Musik gehört. Auch Gespräche über persönliche Anliegen und Probleme und die gemeinsame Entwicklung von Ideen für zukünftige Aktionen finden statt.
Weiter wird den Jugendlichen die Möglichkeit geboten, in Einzelterminen Bewerbungen zu schreiben und Bewerbungsgespräche zu üben. Auch Nachhilfeunterricht wird erteilt.
Zusätzlich zu den genannten Angeboten wurde in Zusammenarbeit mit der Grundschule Saturnring der Deutsch-Förderunterricht entwickelt.
Daran nehmen Kinder teil, die besondere Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache haben. Vier ehrenamtliche Kräfte unterstützen Frau Stiller bei diesem Angebot.
Alle diese vielfältigen Angebote, für die eine Sozialpädagogenstelle mit 38,5 Stunden eingerichtet wurde, werden mit einem Sachkostenetat von 680 Euro im Jahr bestritten.
Diese Mittel lassen kaum Spielraum für Anschaffungen und Projekte.
Da auch die katholische Kirchengemeinde einschneidenden Einsparungen unterliegt, ist der Schüler- und Jugendtreff „Mars-Point“ dringend auf Spenden und zusätzliche finanzielle Förderungen angewiesen.






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