Kinosaal völlig überfüllt – Zweiter Termin am 3.8. - Stasi-Operationsfeld Garbsen stößt auf Rieseninteresse

Die Landesbeauftragte für Stasi-Akten Hildigund Neubert, Dieter Albrecht vom Verein Leselust Garbsen und Hartmut Büttner (von links) bei der Präsentation
Trotz Konkurrenz des neuen Harry Potter Films war das Kino 9 im CineStar am Garbsener Rathausplatz völlig überfüllt. Grund, war die Vorstellung der hochinteressanten Dokumentation „Der lange Arm der Stasi reichte bis Garbsen.“ Zusammengestellt wurde sie vom heutigen Garbsener Ratsvorsitzende Hartmut Büttner. Im Wechselspiel mit Dieter Albrecht, dem Vorsitzenden des Vereins Leselust Garbsen, stellte Büttner „spannende Geschichten aus der Wirklichkeit“ vor.
Die Dokumentation zeichnet in ihrem ersten Teil den Lebensweg von vier heutigen Garbsenern nach. Sie stammen zumeist aus der ehemaligen DDR und haben als Opfer zum Teil erheblich unter den Pressionen der Staatspartei SED und ihrem gnadenlosen Geheimdienst gelitten.

Mitarbeiter der Firma Eisenmüller aus Osterwald wurden bei ihren DDR-Arbeitseinsätzen strengstens überwacht. Genau so erging es DDR-„Gastarbeitern“ die im Gegenzug auf heimischen Baustellen arbeiteten.
Vier weitere Beiträge zeigen, dass Garbsen auch Operationsfeld für das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) war. So wurden sämtliche Raketenstandorte in Niedersachsen von einer in Heitlingen wohnenden Familienzelle ausspioniert und an die Stasi verraten. Die Heitlinger Zelle gehörte mit der „Residentur Mitte“ zu den wirkungsvollsten Spionageeinrichtungen des Staatssicherheitsdienstes. Außerdem: Ein Wirtschaft und Militärspion kam aus Schloss Ricklingen; ein Stasifunker aus Osterwald und ein Leine-Zeitungsartikel führte zu Operativmaßnahmen der Stasi gegen einen Alt-Garbsener. Sechs Garbsener sind sogar zu Haftstrafen wegen Spionage verurteilt worden.
Die ehemalige Bürgerrechtlerin und heutige Thüringer Landesbeauftragte für die Stasiunterlagen, Hildigund Neubert hatte zunächst einen Einblick in die Spionagetätigkeit des DDR-Geheimdienstes im Westen Deutschlands gegeben. Zwischen 20.000 und 30.000 Westdeutsche spionierten im Laufe der Jahre für die Stasi. Geld und die ideologische Nähe zur SED Politik waren ihre Hauptgründe. Ein interessanter Schulungsfilm der Stasi belegte dabei plastisch die Methodik des MfS. Der Film litt leider unter einer sehr schlechten Tonqualität.

Hartmut Büttner bietet für diejenigen Interessenten, die am 15. Juni keinen Platz fanden oder in Urlaub waren eine Neuauflage der Präsentation im größeren Kino 3 an. Die Wiederholungsveranstaltung findet am Montag den 3.August 2009 um 19.00 Uhr erneut im Kinocenter CineStar (Am Rathausplatz) statt.

Auch für diese Veranstaltung ist es notwendig, dass sich Interessenten schriftlich anmelden:
a) mit E-mail unter mail@hartmut-buettner.info
b) per Fax unter 05131 – 707 640
c) schriftlich an Hartmut Büttner, Leinestr. 6c, 30827 Garbsen
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3 Kommentare zum Beitrag
19.037
Giuliano Micheli aus Garbsen am 16.07.2009 um 19:40 Uhr  
458
Hartmut Büttner aus Garbsen am 16.07.2009 um 23:24 Uhr  
7
Horst Redeker aus Garbsen am 13.08.2009 um 20:47 Uhr  
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