Zwangspause durch dreistündigen Stromausfall in Garbsen
Garbsen: Streitberg | Der Keksteig stand bereit, der Ofen war vorgeheizt. Es war der Samstagabend vor dem vierten Advent.
Die letzten Plätzchen sollten schnell noch in den Ofen wandern und dann in die Weihnachtspäckchen.
So war es geplant.
Doch dann kam alles ganz anders.
Die CD mit den Weihnachtsliedern spielte gerade „all is calm, all is bright“ als es plötzlich dunkel und still wurde.
Der Strom war ausgefallen. Zunächst hatte ich meinen Mann im Verdacht, aber er war unschuldig.
Als nächstes fiel mein Blick auf die Strasse. Überall schauten Menschen aus ihren Fenstern und schnell wurde allen klar, dass es sich hierbei um ein allgemeines Problem handelte.
Was nun?
Die Kekse konnte ich vergessen.
Kerzen stehen in der Adventszeit zum Glück genügend in den Zimmern. Schnell wurde es wieder etwas heller, so hell eben, wie es der Kerzenschein hergibt.
Alles künstliche Licht war verschwunden und die natürlich Wärme erfasste Räume und Herzen.
Die Aktivitäten mussten ruhen.
Wir fanden uns zu zweit vor der Kerze wieder und warteten.
Plötzlich war der da, der Advent. Die Zeit des Wartens auf das Licht hatten wir nun direkt vor Augen.
Dunkel und ruhig war es nun drei ganze Stunden lang.
Als die Heizung ausfiel, ahnten wir, wie auch eine kleine Kerze Wärme schenken kann.
Auf der Strasse trafen sich plötzlich Menschen, die sonst nie oder nur selten miteinander reden und fragten sich, was wohl passiert sein könnte.
Tipps wurden ausgetauscht, wie man sich einen Glühwein erhitzen kann – tassenweise oder löffelweise über einer Kerze…….
Ein Spaziergang mit Nachbarn vorbei an unbeleuchteten Wohnungen schloss sich an.
In manchem Haus konnte man beobachten, wie sich ein Kerzenschein von Zimmer zu Zimmer, von Etage zu Etage bewegte.
Alles war anders an diesem Abend.
Der Herr von der Üstra an der Endstation der Stadtbahnlinie erklärte, dass das Ganze wohl noch eine gute Dreiviertelstunde dauern würde und hoffte auf einen pünktlichen Feierabend um 21 Uhr. Er war für Notfälle dort zur Stelle, denn auch am Endpunkt der Linie 4 war es dunkel geworden.
Irgendwann zwischendurch flimmerte in den Wohnzimmern ab und zu kurz das Licht auf dann wurde es wieder dunkel.
Nach ganzen drei Stunden erst normalisierte sich alles.
Kekse konnten gebacken, heißer Tee zubereitet werden und die Heizung wärmte wieder.
Es war ein kurzer Ausflug in die Vergangenheit, die einigen Einwohnern Garbsens vor Augen hielt, wie einfach doch ihr Leben heute ist, wenn alles so läuft, wie sie es gewohnt sind.
Nachdenklich bleibt so mancher doch zurück.


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