Nach Weihnachten ist vor Ostern aber ist vor Weihnachten nicht nach Ostern?
Einen letzten Einkaufsbummel wollte ich am Samstag vor dem 4. Advent machen. Einige wenige Geschenke mussten noch besorgt und die vorweihnachtliche Dekoration sollte erweitert werden.
Doch es regnete und es sah nicht danach aus, als würde es jemals wieder aufhören. Schade, noch gestern war die Luft erfüllt von großen weißen Flocken, doch heute sah man, wenn man nach oben schaute nur Regenschirm an Regenschirm.
Schnell waren die Geschenke gefunden.
Doch dann traf mich fast der Schlag, als ich den kleinen Laden betrat, der noch vor wenigen Tagen heruntergesetzte Weihnachstsdekoartikel im Angebot hatte.
Heute – wohlgemerkt eine ganze Woche war es noch bis zum Heiligen Abend – wurden die Regale mit unzähligen Keramikosterhasen in allen Farben aufgefüllt!
Ich kam mir vor, als sei ich im falschen Film und musste mit aller Macht einen Lachanfall unterdrücken.
Das ist so typisch für unsere Zeit.
Hätte mir in diesem Geschäft jemand ein „frohes Fest“ gewünscht, so hätte ich gefragt, welches Fest denn da gemeint sei.
Dem Advent, der eigentlich ein Raum der Stille und Besinnung sein sollte, lässt man gerade in der heutigen stressvollen Zeit keinen Platz.
Überall wird man, ob man es möchte oder nicht, von Weihnachtsliedern berieselt, so dass man sie am Ende kaum mehr hören mag. Die aufdringliche Leuchtreklame verursacht Augen- und Kopfschmerzen und die wirklich stimmungsvollen Kerzenflammen gehen darin unter.
Wenn ich zurückdenke, hatte ich in meiner Kindheit eine verzauberte Vorweihnachtszeit. Der Zauber lag allein darin, dass dort viel weniger Aufwand gemacht wurde.
Ich hatte damals einen einzigen Adventskalender und nicht den morgendlichen Marathon zu leisten, den manches Kind heute gleich nach dem Aufstehen hinter sich bringen muss, um alle Türchen zu öffnen und Päckchen auszupacken.
Mein Kalender bestand aus dem Bild einer Winterlandschaft, das mit Glimmer überzogen war und hinter den Zahlen waren bunte Bilder versteckt.
Wir drückten uns nach dem Wunschzettelschreiben an Spielwarenläden die Nasen platt und hofften, die ersehnten Spielzeuge vom Christkind zu bekommen
.
Abends wurden am Adventskranz Schnee- und Weihnachtslieder gesungen und oft lagen dann vor der Tür ein paar Nüsse oder Kekse.
Das war wirklich noch Advent.





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