150 Jahre nach den Siedlern auf deren Spuren durch die Great Plains. - Teil 2

  2. Teil – Die Black Hills
Der Schlaf hat gut getan und heute gab es keinen Druck Kilometer zu fressen, sondern die herrliche Gegend, bei herrlichem Wetter zu genießen.
Aber wer sich nur 2 Tage in Keystone Zeit genommen hat, muss diese auch gut einteilen.
Die aufgehende Sonne scheint den Präsidenten genau ins Gesicht, ohne dass sie blinzeln und genau das wollten wir überprüfen. Amerikaner sind keine Frühaufsteher und so waren der Parkplatz und alles rings um den Mount Rushmore bis auf uns menschenleer -11 Dollar Parkgebühr gespart.
Die Beleuchtung war genau richtig, vertrieb die blaue Blässe aus den Gesichtern der Präsidenten und verlieh ihnen erfrischende Farbe. Mehr wollten wir auch nicht sehen, denn unser Magen wartete schon auf das Frühstück im Hotel.
Genial - alles süß (Bagels, Muffins, Toast, Marmelade, Sirup und nichts was wir eigentlich wollten, bis auf die cereals mit in der Mikrowelle heißgemachter Milch, American Coffee, -„ complementary breakfast“ eben.
Aber wir freuten uns, etwas im Magen zu haben und starteten mit guter Laune in die Berge durch enge, kurvenreiche Straßen und Geschwindigkeitsbeschränkungen bis auf nur 5 Miles. Amerika ist eben um seine Autofahrer besorgt, die sowieso nicht schneller um die 270° Haarnadelkurven hätten fahren können. Und nun haben wir auch den Spitznamen der Straße „pigtail street“ verstanden. Neben den Schweineschwänzchen Straßen waren auch ungewöhnlich viereckige Tunnels in den Granit mit dem Presslufthammer gebohrt worden, durch die mal so eben gerade ein Auto oder sogar ein Lastwagen durchkamen. Man sollte aber vor der Durchfahrt das Hupen nicht vergessen. Nach einigen Kurven und Tunnels kam die Stelle mit dem klassischen Blick durchs Tunnel geradewegs auf Mount Rushmore und die Präsidentenköpf. Wenn das mal kein Foto wert ist. Der Blick von hier oben, das Panorama und die endlich erwarteten milden Temperaturen ließen uns nur staunen und die kalten Tage zuvor vergessen. Der Höhenmesser auf meiner Uhr zeigte ca.1.670 überraschende Höhenmeter! Welch ein Panoramablick auf die Black Hills und natürlich auch auf Mount Rushmore.

Über diese Höhenstraße ging es dann langsam ins Tal zum Cluster National Park, in Richtung Crazy Horse, vorbei an Bisons, die sich auf den Wiesen am Straßenrand die Sonne auf ihr Fell scheinen ließen, sich im Staub wälzten oder vor sich dahin dösten.

Dann kam das nette Örtchen Custer City, im Western Stil gebaut, mit Flintstone Hotel, übergroßen Cowboys, pinken Hotelfassaden und buntbemalten Bisonstaturen.
Aber auch hier war noch tote Hose. Die Amis reisen aber scheinbar erst nach dem Memorial Day.

Ein Snack genügte zum Mittag und weiter ging es zum Crazy Horse Monument, das schon seit 1946 im Bau ist, ohne staatliche Zuschüsse und nur mit privaten Spenden und Eintrittsgeldern den Granit so formen will, dass neben dem Kopf des Indianers auch noch sein Ross zu erkennen sein wird. Aber das dauert noch, jedenfalls ist noch keine Fertigstellung abzusehen.

Bei guter Sicht entdeckt man den in Fels gehauenen Kopf schon von weiten und es sieht nicht so aus, als ob daran intensiv gearbeitet würde. Für dieses Mal entscheiden wir uns nur bis zum Eingang zufahren und die Hilfe unseres Teleobjektives in Anspruch zu nehmen, um ein paar Fotos aus der scheinbaren Nähe zu schießen.
Die vor uns liegende Strecke durch den „Needle Highway“ schien uns interessanter und zeitraubender als Crazy Horse unsere Aufwartung zu machen. Ein Fehler? Vielleicht wissen wir es in ein paar Jahren, sollten wir noch einmal hier her kommen und den verrückten Indianer wieder besuchen.

Was in Amerika privatisiert ist und von Fremden benutzt werden will kostet Geld.
Am Blockhaus an der Einfahrt zum Custer State-Park tummeln sich kleine Streifen-hörnchen, sind kaum scheu und flitzen wie wild durch die Gegend.
Unser Fotostop hat den Parkwächter, ein cooler Typ mit Pferdeschwanz, aus seiner Hütte treten lassen, um uns freundlich und höflich nach der erforderlichen Plakette an der Windschutzscheibe zu fragen, die wir natürlich nicht hatten und uns dann die 15 Dollar dafür aus der Tasche gezogen hat.

Jetzt konnten wir ruhigen Gewissens die Fahrt antreten und die hat sich sicher mehr gelohnt als Crazy Horse von unten in die Nasenlöcher zu sehen.

Die ganze Gegend strahlte eine selten erlebte Ruhe und Frieden aus, die Felsen, Bungalows, Seen und der blaue Himmel taten ihr übriges dazu. Wir genossen die Fahrt durch die engen, kurvigen Straßen und die vielen Fotostops mit der Felsen- und Tierwelt. Wer die Natur liebt würde sagen: „unbeschreiblich schön, einmalig“.
Für die Ruhe sorgte natürlich auch, dass die Saison noch nicht angefangen hatte und ich möchte nicht wissen, wie es in einem Monat aussieht. Wir hatten also Glück.

Unterwegs haben uns noch einmal die Streifenhörnchen aufgehalten und zu Ihnen gesellte sich auch noch ein neugieriger Vogel, der eifersüchtig auf das Futter für die die flinken Flitzer war und sie sogar attackierte.
Wie das scheue in braunem Fell gekleidete Tier mit schwarzem Kopf hieß, haben wir vergessen. Der Pferdeschwanzträger nannte uns zwar den Namen aber selbst im Internet habe ich keine Antwort gefunden, aber ich glaube es war das Nordamerikanische Murmeltier.

Die Rehe sind die Touristen gewöhnt, die Bisons scheren sich nicht um sie, die Streifenhörnchen toben mit einem und die Schneeziegen lassen sich beim Fressen kaum stören, außer man kommt ihnen zu nahe.

Ein Verkehrsschild weist uns auf dem Rückweg nach Keystone noch einmal auf die „scharfen Kurven“, die man umkurven muss, hin. Uns zieht es langsam zurück, denn wir sehnten uns schon nach einem „Prime-Rip“, ein delikates Stück Ochsenfleisch, durch langes Garen weich und saftig zubereitet.
Es zerging auf der Zunge, lecker, aber zusammen mit den Beilagen kaum zu schaffen.
Ein schöner Abschluss an diesem Tag.
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1 Kommentar
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Hans-Rudolf König aus Marburg | 24.06.2014 | 16:10  
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