Zuschauer (tr)jagen TuS-Panther zum Sieg gegen den TV Hochdorf

Andi Knorr gegen die Hochdorfer Abwehr
 
Da gab es für Markus Dangers noch kein Durchkommen
 
Auch wenn es auf dem Bild optisch anders aussieht, findet der Ball den Weg in den rechten Torwinkel
- Nach 60 hochspannenden und intensiv geführten Minuten holen die Panther mit dem 34:33 einen überraschenden, aber nicht unverdienten Sieg -

Schweißgebadet, so als wenn er selbst auf dem Spielfeld gestanden wäre, und überglücklich erschien Trainer Martin Wild zur Pressekonferenz, bei der er zu recht nur lobende Worte für seine Mannschaft ob der zuvor gezeigten Leistung hatte. Zunächst hatte aber Gästetrainer Benjamin Matschke das Wort, der auf die Frage, ob er damit gerechnet hätte, dass es für seine Mannschaft so schwer werden würde, ganz schnell mit einem deutlichen „Ja“ antwortete. Eine der Begründungen war sein Erlebnis als Spieler mit der TSG Friesenheim im Pokalspiel, als das Spiel zwei mal in Verlängerung ging. Dazu führte er auch an, dass die TuS-Fans ein entscheidender Faktor waren, dass das Spiel in den Schlussminuten noch kippte. Es war ein von beiden Seiten sehr schnelles und intensiv geführtes Spiel und Trainer Martin Wild betonte dazu, dass man sich für solche Spiele Wochenlang am Trimm-Dich-Pfad und in der Halle plagen würde. Dieses Spiel dürfte auch ganz nach dem Geschmack der rund 450 Handballfans gewesen sein, die wohl das beste Spiel der Saison in der Wittelsbacher Halle gesehen haben.
Die Gäste überraschten unser Team mit einer 4:2-Abwehr, das uns vor einige Probleme stellte. Nicht nur wegen dieser Abwehrformation zeigte der TV Hochdorf, warum die Abwehr zu den besten der Liga gehört, hinter der zunächst Sandro Sitter unseren Spieler auch ein wenig den Schneid abkaufen konnte. Die Folge war, dass unser Team von Beginn an in Rückstand lag, der sich zunächst aber in Grenzen hielt. Nach dem 8:9 Anschlusstreffer in der 17. Minute musste man die erste kritische Situation überstehen, als die Gäste eine Überzahlsituation zur 8:12. Führung nutzen konnten. Obwohl ihnen ihre ersten Tore wegen Übertretens und einem Schrittfehler aberkannt wurde, ließen sich Andi Knorr und Korbinian Lex davon nicht beirren und schafften mit ihren Toren in der 23. Minute den 11:12 Anschlusstreffer. In den folgenden vier Minuten zeigte sich aber, warum Hochdorf zu den Spitzenteams der Liga gezählt wird. Im Angriff wurde schnell und variabel kombiniert und jeder kleine Fehler zum Torerfolg genutzt. Da unser Angriff keine Lücke in der Hochdorfer Abwehr fand bzw. vielleicht ein wenig zu zaghaft agierte, konnten die Gäste den Vorsprung auf 11:16 ausbauen. Schon zu diesem Zeitpunkt zeigte die Mannschaft Moral und ließ sich von dem Rückstand, auch mit der Unterstützung der TuS-Fans, nicht beirren und konnte so den Rückstand bis zum Halbzeitpfiff noch auf 14:16 verkürzen. Das gab berechtigte Hoffnung für die zweite Halbzeit, zumal auch Trainer Martin Wild der Meinung war, dass sein Team noch nicht das ganze Leistungspotenzial abgerufen hatte. Das sollte sich in der zweiten Halbzeit ändern und den Zuschauern mit 37 Toren auch ein Spektakel geboten werden. Wenn man in der ersten Halbzeit in manchen Situation das Gefühl hatte, dass man die eine oder anderer Lücke in der kompakten Gästeabwehr hätte nutzen können, beherzigte dies vor allem Sebastian Meinzer, der sechs seiner acht Tore in Halbzeit zwei erzielen konnte. Dazu kam die Flügelzange mit Marcus Hoffmann und Andi Knorr, die der TV-Abwehr jetzt wesentlich mehr Probleme bereiteten. So erzielte auch Andi Knorr fünf seiner sechs Tore in der zweiten Halbzeit.
Obwohl wir in der 34. Minute zum 17:17 ausgleichen konnten, lagen wir bis zur 50. Minuten und dem 25:26 ständig im Rückstand. Dass dies an den Nerven nagt und man es vielleicht mit der Brechstange versuchen will, wäre nachvollziehbar und mussten wir in der Vergangenheit auch hin und wieder so registrieren. Wie schon in den letzten Spielen hat aber die Mannschaft gezeigt, dass sie gereift ist und sich nicht mehr so leicht aus der Ruhe bringen lässt. Sie wartet mit der Unterstützung der Fans geduldig auf ihre Chance und weiß diese jetzt auch zu nutzen. So in der 50. Minute, als Torhüter Dubravko Grgic beim Spielstand von 26:26 mit einem gehaltenen Siebenmeter das Signal gab, das Spiel zu drehen. Zunächst konnte Hochdorf den 27:26 Rückstand nochmals ausgleichen, musste dann aber drei Tore in Folge zum 30:27 in der 54. Minute hinnehmen. Dass ein Team in Unterzahl für seinen Torhüter einen Feldspieler einwechselt, daran hat man sich mittlerweile gewöhnt. Es ist auch oft eine taktisch „letzte“ Maßnahme, den siebten Feldspieler ins Spiel zu bringen, um damit in der Schlussminute vielleicht noch der Ausgleich zu erzielen. Dies jedoch während der „normalen“ Spielzeit anzuwenden und dazu noch, wenn das eigene Team in Führung liegt, ist schon etwas außer gewöhnlich. Das ging auch bis zur 53. Minute gut, ehe Falk Kolodziej mit Überblick und „feinem“ Händchen die Chance nutzte und den Ball mit einem gekonnten Heber über die Hochdorfer Abwehr ins leere Tor zum 29:27 beförderte. Da stand die Halle Kopf. Obwohl Hochdorf eine Zweiminutenstrafe nochmals zum 30:29 Anschluss nutzte (56. Minute), konnten sie daraus kein weiteres Kapital schlagen und mit dem 34:31 in der 59. Minute war die Partie entschieden. Dass Hochdorf in der letzten Minute noch zwei Treffer gelang schmälerte nicht die überglückliche Freude über den überraschenden, aber ganz sicher nicht unverdienten 34:33 Erfolg. Mit diesen beiden Punkte ist schon mal gesichert, dass wir auf keinem direkten Abstiegsplatz ins neue Jahr wechseln. Wenn die Entwicklung der Mannschaft so weiter geht, könnte auch mal ein Erfolg in einer fremden Halle möglich sein. Das ist aber auch ein Reifeprozess, da auswärts halt die eigenen Fans als moralische Unterstützung (noch) fehlen. Schon an dieser Stelle dürfen wir uns ganz herzlich bei den TuS-Fans für die Unterstützung bedanken und wir freuen uns auf das erste Heimspiel im neuen Jahr, am Samstag, den 24.01.2015, 19:30 Uhr, gegen den TSB Heilbronn-Horkheim.


Für den TuS spielten:
Tor: Dubravko Grgic, Robert Vuskovic,
Falk Kolodziej (4), Marcus Hoffmann (9/4), Christian Haller (1), Korbinian Lex (2), Markus Dangers (2), Andreas Knorr (6), Sebastian Meinzer (8), Josy Stumpf (2), Julian Prause, Andreas Krauß, Tobias Prestele,
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