Übergewicht bei Kindern
Anteil der übergewichtigen Kinder im Landkreis bayernweit am zweitniedrigsten.
Bei den Schuleingangsuntersuchungen werden regelmäßig alle Kindergartenkinder, bei denen die Einschulung ansteht, von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gesundheitsamtes untersucht. Auch Gewicht und Größe der Vorschulkinder im Landkreis werden so erfasst. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Oberschleißheim hat kürzlich die Daten der Jahre 2006/2007 ausgewertet.
Erfreulicherweise zeigte sich, dass im Landkreis Fürstenfeldbruck der Anteil übergewichtiger Kinder im bayernweiten Vergleich der Landkreise am zweit-niedrigsten ist, nämlich 7,9 % im Vergleich zu bayernweit durchschnittlich 11,9 %. Nur im Nachbarlandkreis Aichach- Friedberg ist der Anteil der übergewichtigen Kinder noch etwas niedriger. 2,1 % der Vorschulkinder im Landkreis leiden an Adipositas, dem krankhaften Übergewicht (Bayernweit sind es 3,5%).
Dass Übergewicht und Adipositas bereits im Kindesalter ernstzunehmende gesundheitliche Probleme sind, rückte in den letzten Jahren immer mehr in den Blickpunkt des wissenschaftlichen Interesses.
Nicht nur die gegenwärtige Gesundheit kann beeinträchtigt werden, z.B. treten häufiger Erkrankungen des Bewegungsapparates auf, sondern auch die zukünftige Gesundheit der jungen Patienten: So zeigte eine kürzlich im New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie, dass Erwachsene, die bereits im Kindesalter an Adipositas erkrankt waren, ein mehr als doppelt so hohes Risiko für einen vorzeitigen krankheitsbedingten Tod haben. Auch die Folgekrankheiten der Adipositas wie Diabetes und Bluthochdruck, eigentlich ‚Alterskrankheiten’, treten dann bereits in jungen Jahren auf und erhöhen das Risiko eines frühen Todes um etwa 60 bis 70%.
Diese Erkenntnisse zeigen wie wichtig die Therapie und Prävention eines Übergewichts ist. Auch wenn die Daten im Landkreis im bayernweiten Vergleich recht gut sind, ist ein Anteil von fast 8% bei den Vorschulkindern immer noch sehr hoch.
Ob ein Übergewicht oder gar eine Adipositas vorliegt, diagnostiziert der Kinderarzt. Hier gibt es auch Ernährungstipps und Adressen von Ernährungsberatern. Auch in den Apotheken kann man sich beraten lassen. Im Rahmen der Gesundheitserziehung wird der bewusste Umgang mit Nahrungsmitteln bereits an den Kindergärten geübt. Unterstützt werden die Kindergärten dabei durch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Diesen Punkt greift auch das von der AOK unterstützte Projekt www.tigerkids.de auf. Eine Reihe von Kindertagesstätten im Landkreis haben sich in den letzten Jahren daran beteiligt. Betroffene ältere Kinder erhalten bei www.powerkids.de spielerische Hilfestellung. In schweren Fällen kann eine stationäre Kur in einer spezialisierten Rehabilitationseinrichtung sinnvoll sein.
Damit Übergewicht erst gar nicht entsteht, sollte bereits im Kindesalter auf eine ausgewogene Ernährung mit wenig Süßigkeiten, ohne stark zuckerhaltige Limonaden/Säfte- auch ohne sogenannte ‚Diät- Limonaden’- geachtet werden. Obst- und Gemüse, Milch- und Vollkornprodukte und vor allem viel Bewegung anstelle von Fernseh- und Computerkonsum sind die richtige Vorbeugung, wobei die Eltern hierbei mit gutem Beispiel vorangehen sollten!





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