S4-Misere: Nachhilfestunden für S-Bahnchef Weisser und Verkehrsminister Herrmann

Bahnhof Geltendorf. (Foto: Uwe Miethe/Deutsche Bahn AG.)
Fürstenfeldbruck: Bahnhof |

Gemäss Artikel im Münchner Merkur vom 11.5.2014 „S4: Kommt eine Express-S-Bahn?“ versteht S-Bahnchef Bernhard Weisser die Diskussion um mehr Langzüge nicht. Etwas Nachhilfe gefällig?

Im Jahr 1992, also vor fast 25 Jahren, verkehrten auch die S-Bahnzüge Geltendorf ab 5:34 und 5:54 Richtung München als Langzüge. Ausserdem fuhr die S4, München Marienplatz ab 15:38 nach Geltendorf als Langzug. Heute verkehren die drei genannten Züge nur noch als Vollzug mit 33 Prozent niedrigerem Platzangebot. Ausserdem gab es in der morgendlichen Stosszeit früher fünf Verstärkerzüge, einer davon fuhr sogar durch die Stammstrecke, heute sind es nur noch deren vier. Dieser Verstärker-Zug durch die Stammstrecke wurde 2005 ersatzlos gestrichen. Alles ist in offiziellen MVV-Statistiken vermerkt, die Herrn Weisser eigentlich bekannt sein müssten. Insofern stellt die nun von Verkehrsminister Joachim Herrmann in Aussicht gestellte Express-S-Bahn Buchenau ab 8:03 (Münchner Merkur, 13.5.2014: „S4: Joachim Herrmann kündigt zügigen Ausbau an") nur den Zustand vor 25 Jahren wieder her! Und das will Herr Herrmann den Pendlern als Verbesserung verkaufen!

Neue S-Bahn Buchenau ab 8:03 muss schon ab 30.6.2014 verkehren: Prüfung einer neuer Verbindung dauert bereits seit 2011

Die Staatsregierung fällt dabei hinter früheren Versprechungen zurück. Der Zug wurde nämlich von Martin Zeil im Juni 2013 auf den frühestmöglichen Zeitpunkt, jedoch spätestens auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2014 versprochen (Pressemeldung vom 21.6.2013). Ende Juni werden jedoch S-Bahntriebwagen frei, die derzeit noch von der S-Bahn München auf der Strecke München-Solln-Deisenhofen eingesetzt werden. Künftig wird diese Strecke von Meridian mit eigenen Fahrzeugen bedient. Warum nutzt Herr Weisser diese Triebwagen nicht, um die Express-S-Bahn bereits ab diesem Zeitpunkt einzusetzen? Übrigens hat das Verkehrsministerium bereits 2011 die Prüfung einer weiteren Verstärker-S-Bahn am Morgen angekündigt (SZ 17.3.2011). Eine derartige Prüfung kann doch keine drei Jahre dauern! Das stellt dem bayerischen Verkehrsministerium ein denkbar schlechtes Zeugnis aus.

Fordern Sie deshalb Minister Herrmann zum Handeln auf

Kontaktadresse von MdL Joachim Herrmann. Sie können ja einfach diesen Artikel in ein Email kopieren. Auch bei MdL Reinhold Bocklet, MdL Thomas Goppel und Landrat Thomas Karmasin, die Herrmann auf der medienwirksamen S-Bahnfahrt von Fürstenfeldbruck nach München begleitet haben, können Sie sich beschweren.
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