S4-Ausbau verzögert sich weiter: Staatsregierung und Bahn machen nicht vorwärts

Bahnhof Geltendorf: Quelle: Mediathek der Deutschen Bahn. Uwe Miethe (Foto: Deutsche Bahn AG, Uwe Miethe)
Fürstenfeldbruck: Bahnhof |

Am 24.8.2015 (am 4.11.2015 veröffentlicht) antwortete die Staatsregierung auf die Anfrage von MDL Kränzlein „Verzögerung beim S4-Ausbau“ wie folgt : [Es]„…muss davon ausgegangen werden, dass der bisher erzielte Planungsfortschritt bei der Deutschen Bahn einen Beginn der Bauarbeiten für den Ausbau der S4 West im Jahr 2018 nicht als realistisch erscheinen lässt. Gründe hierfür sind unter anderen die noch nicht abgeschlossene Entwurfsplanung, da derzeit noch die betrieblichen Anforderungen erarbeitet werden, um die konkreten Planungen für den dreigleisigen Ausbau einzuleiten.“

Es steht noch nicht einmal das Fahrplankonzept

Im Mai 2014 hat die Staatsregierung auf die Anfrage von MdL Hartmann jedoch bestätigt, mit dem dreigleisigen Ausbau könne das gleiche Fahrplankonzept wie mit dem viergleisigen Ausbau verwirklicht werden kann . Damit sollten doch die betrieblichen Anforderungen bereits definiert sein: „Für die Überprüfung des Infrastrukturbedarfs sind im Rahmen des Optimierungsprozesses Fahrplankonzepte unterstellt worden, die pro Stunde und Richtung je zwei Fahrplantrassen für den Schienenpersonenfern- und –nahverkehr sowie bis zu 8 Fahrplantrassen für die S-Bahn vorsehen. … Die … dargestellten Fahrplanangebotskonzepte waren auch Grundlage der Nutzen-Kosten-Untersuchung des MVV vom März 2012.“

Staatsregierung lügt: Andere S-Bahnprojekte wurden dem S4-Ausbau vorgezogen

Die Antwort auf Kränzleins Frage ("Welche anderen Projekte wurden vorgezogen, sodass der Ausbau der S4 ... verschoben wurde?") „Es wurden keine anderen Projekte dem Ausbau der S4 West vorgezogen“ ist schlichtweg falsch. Im Gesamtverkehrsplan Bayern 2002 heisst es : „So werden Streckenausbauten für die Verlängerung der S 7 von Wolfratshausen bis Geretsried, für die S 4 bis Buchenau und die S 6 bis Markt Schwaben als besonders dringlich angesehen. Gleiches gilt für den Bau einer zweiten Stammstrecke zwischen Pasing und Ostbahnhof mit einem neuen innerstädtischen Tunnel. Auch wird mit dem »Ringschluss Erding« der Bau einer S-Bahnverbindung zwischen Erding und Flughafen angestrebt.“ In der Planung haben jedoch die Projekte Geretsried, 2. Stammstrecke und Erdinger Ringschluss den S4-Ausbau überholt. Im August 2004 behauptet die Bayerische Staatsregierung, der 4-gleisige Ausbau bis Buchenau sei beschlossen und dieser soll vor oder spätestens gleichzeitig mit der 2. Stammstrecke erfolgen. Otto Wiesheu stellte die Fertigstellung des Ausbaus der S4 im Dezember 2004 für 2009 in Aussicht und zwar vor der Fertigstellung der Erdinger Ringschlusses (2009/2010), vor der Fertigstellung der 2. Stammstrecke (2010), vor dem Ausbau der Linie A (er nannte dafür keinen Zeitplan, nur dass seinerzeit die Nutzen-Kosten-Analyse erstellt würde) und vor der Errichtung neuer S-Bahnhaltestellen (Untermenzing, Freiham, Hirschgarten) auf Stadtgebiet (für die damals erst Untersuchungen und Planungen liefen). Diese S-Bahnhaltestellen sind nun schon einige Jahre in Betrieb, für den S4-Ausbau ist man immer noch in der Entwurfsplanung.

Man kann es drehen und wenden wie man will. Staatsregierung und Bahn machen bei der Planung des Ausbaus der S4 zwischen Pasing und Eichenau – wie auch schon in der Vergangenheit – einfach nicht vorwärts. Das Versprechen Joachim Herrmanns von Mai 2014, der Freistaat werden den S4-Ausbau rasch vorantreiben, setzt die unendliche Geschichte der leeren Versprechungen fort.
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