Guter Lohn für gute Arbeit. Bayerns DGB-Chef zu Gast beim SPD-Kreisverband

Matthias Jena - Vorsitzender des DGB Bayern

Fürstenfeldbruck: Fichtenstraße | Am ersten Juni durfte die Landkreis-SPD den bayerischen DGB-Vorsitzenden Matthias Jena bei sich begrüßen. Im Grafrather Bürgerstadel sprach Jena zum Thema „Guter Lohn für gute Arbeit“ und diskutierte im Anschluss mit den Anwesenden. Dabei ging es ganz konkret um die Lage der Arbeitnehmer in Bayern und im Landkreis.
Dass die bayerischen Zustände mit niedriger Arbeitslosigkeit paradiesisch sind, wurde im Laufe des Abends klar widerlegt. Der Einstieg in den Abend war ein Zitat aus einer Enzyklika Papst Johannes Paul II, in dem der Arbeit der Vorrang vor dem Kapital zugesprochen wird. Matthias Jena plädierte dabei dafür, dass man nicht davon sprechen dürfe, Geld würde arbeiten, dies würden nur Menschen, Geld stehe an keinem Fließband und erbringe auch keine Dienstleistung.
Leider, so Jena, gäbe es auch in Bayern immer mehr unsichere und auch schlecht bezahlte Arbeit, von der die Menschen nicht leben können und die keine Zukunftsplanung ermöglicht. Jeder sechste bayerische Beschäftigte arbeitet im Niedriglohnbereich, jeder dritte unter 35 Jahren in einem unsicheren, z.B. befristeten Arbeitsverhältnis. Der Kündigungsschutz gilt für immer weniger Arbeitnehmer, immer mehr werden von keinem Tarifvertrag erfasst, was trotz guter Tarifabschlüsse zu sinkenden Reallöhnen führt.
Auch mehrere „große Lügen“ deckte Jena auf. Zum einen sei Leiharbeit keine Brücke hin zur Stammbelegschaft, selbst in optimistischen Studien schaffen maximal 15 Prozent der Leiharbeiter den Sprung in ein Normalarbeitsverhältnis. Die zweite Lüge sei, dass ein Mindestlohn Arbeitsplätze vernichte, in 20 EU-Ländern gebe es ihn und nirgendwo gibt es Probleme. Als größte Wahllüge bezeichnete Jena den FDP-Slogan „Mehr Netto vom Brutto“, genau das Gegenteil sei für den Arbeitnehmer der Fall.
Beim Publikum fand Jena viel Zustimmung. Der SPD-Kreisvorsitzende Michael Schrodi erklärte zum Abschluss, die SPD müsse in ihrer Programmatik noch deutlicher klarstellen, dass die Sozialdemokratie Verbesserungen für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durchsetzen will. Dazu gehören die Eindämmung der Leiharbeit und des Niedriglohnsektors, ein starker Kündigungsschutz sowie das Prinzip „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“.

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