CSU-Ortsverband aus BI "S4-Ausbau jetzt" ausgetreten!
Fürstenfeldbruck: Bahnhof | Am vergangenen Dienstag, den 17.01.2012, ist der CSU-Ortsverband Fürstenfeldbruck aus der Bürgerinitiative „S4-Ausbau jetzt“ ausgetreten. Mit diesem Austritt verschenkt die CSU eine große Chance auf ein gemeinschaftliches Miteinander, denn dieser Schritt ist weder inhaltlich begründbar noch vom Zeitpunkt her irgendwie nachvollziehbar. Aber scheinbar sind für die CSU-Verantwortlichen leider wohl machtpolitische Planspielchen viel wichtiger als der gemeinsame Einsatz für einen S-Bahnausbau und eines gut funktionierenden ÖPNV. Getreu dem alten Motto, nur eine Idee, wo zu 100% CSU darauf steht, ist eine gute Idee, war den CSU-Granden, angefangen vom Landrat Karmasin bis hin zum „Verkündigungsgutmenschen“ Reinhold Bocklet, das Engagement des von Hans Schilling angeführten CSU-Ortsverbandes Fürstenfeldbruck in der überparteilichen Bürgerinitiative wohl schon längere Zeit ein Dorn im Auge.
Und nur so und mit dem innerparteilichen Druck ist der Austritt des CSU-Ortsverbandes Fürstenfeldbruck zu erklären, die vorgebrachten Begründungen der CSU helfen dabei nicht. Denn so sprach z. B. Herr Bocklet von einer SPD/Grünen-Dominanz in der Bürgerinitiative, dies aber bei über 15 unterschiedlichen Parteien, Organisationen und Kommunen, welche sich in der Bürgerinitiative engagieren und mitarbeiten. Glaubhaft? Hans Schilling wiederum meinte als Begründung, die Arbeit in der Bürgerinitiative sei mit der Unterschriftenübergabe an die Landtagspräsidentin getan. Ist beim Ausbau der S4 irgendetwas in „trockenen Tüchern“, also glaubhaft? Der Oberbürgermeister der Stadt Fürstenfeldbruck, Sepp Kellerer, erweiterte die Begründungsvielfalt beim Neujahrsempfang der Stadt dann in seiner Rede dahingehend, dass der Name der Bürgerinitiative irreführend sei, schließlich könne der viergleisige Ausbau maximal erst in ein paar Jahren erfolgen und eben nicht schon „jetzt“. Glaubhaft, obwohl sich die Bürgerinitiative neben den mehrgleisigen Ausbau auch immer für sofort umzusetzende Verbesserungen, etc., etc. eingesetzt hat?
Nein, und so spiegelt der Eiertanz mit den verschiedenen Begründungen für den Austritt auch nur die immer noch vorhandene versteckte Arroganz der CSU-Elite wieder und wie Unwillkommen eigentlich solch bürgerschaftliches Engagement wie eine Bürgerinitiative „S4-Ausbau jetzt“ ihr doch ist. Dazu passt außerdem, dass der offenbar auserkorene zukünftige Landtagskandidat der CSU beim CSU-Neujahrsempfang im Barocksaal Fürstenfeld sich angeblich sogar lauthals über „Wutbürger, denen niemand mehr etwas Recht machen könne“ beklagt hat.
Am Donnerstag, dem 26.01.2012, findet nun eine Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative „S4-Ausbau jetzt“ zur Kosten-/Nutzenanalyse in Puchheim u. a. mit einem Vertreter des Wirtschaftsministeriums statt. Während die Landtagsabgeordneten aus der Region von SPD und Grünen ihre Teilnahme zugesagt haben, fehlt die Zusage des CSU-Vertreters und 1. Landtagsvizepräsidenten Reinhold Bocklet bis heute, obwohl er bei der Übergabe der gesammelten Petitions- Unterschriften im Landtag noch davon gesprochen hatte, sich voll für die Sache „S4-Ausbau“ einsetzen zu wollen. Die SPD bedauert das aktuelle taktische Agieren der CSU-Verantwortlichen, denn es hilft in der Sache überhaupt nicht und tritt das Engagement der Bürger in Sachen S4 mit Füssen. Viel wurde über Stuttgart 21 diskutiert, eine frühzeitige Einbindung der Betroffenen bei ähnlichen Maßnahmen als Konsequenz daraus gefordert. Aber scheinbar ist dies bei den Herren Karmasin und Co. noch nicht angekommen. Niemand behauptet, eine Zusammenarbeit in einer bunten Initiative mit mehr als 15 verschiedenen Parteien, Organisationen und Kommunen sei leicht. Aber wem die Sache und ein bürgerschaftliches Engagements wirklich wichtig sind, stellt doch nicht ohne inhaltlich unüberbrückbare Differenzen zum jetzigen Zeitpunkt die Arbeit ein. Der SPD-Ortsverein Fürstenfeldbruck fordert die CSU, insbesondere die Herren Bocklet, Karmasin und Schilling, daher auf, den Schritt des Austrittes nochmals zu überdenken. Kleinkariertes und pures egoistisches Machttaktieren hilft vielleicht etwas den Taktierern, aber es ist zum Schaden Bayerns.


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