„Auf Reden müssen nun Taten folgen - S4-Ausbau jetzt vorantreiben!

Fürstenfeldbruck: Bahnhof |

Gute Worte, viele Lippenbekenntnisse, aber eigentlich Stillstand und Unwillen, zeichneten die Bemühungen der letzten Jahre im zuständigen Ministerium und in der Staatsregierung aus, auf der S-Bahnstrecke „S4-West“ den lange überfälligen viergleisigen Ausbau voranzubringen oder wenigstens die Ist-Situation auf der Strecke zu verbessern.

Exemplarisch dafür steht die Argumentation der zuständigen Ministeriums-Fachleute in der Diskussion im Kreistag Ende Juli diesen Jahres, als über die abgelehnte Umsetzung des Gutachtens zum Thema „Sprinterzüge auf der S4“ von Karl Dieter Bodack und Karlheinz Rößler diskutiert wurde. Während über die Parteigrenzen hinweg die Kreisräte teilweise sehr emotional und mit viel Engagement Verbesserungen anmahnten und sich für die Umsetzung der Sprinterzuglösung einsetzten, hatten beide Vertreter des Ministeriums als Antwort ein permanentes „Nein“ auf ihren Lippen und natürlich immer eine Begründung, warum etwas nicht geht. Und es war absolut keinerlei irgend gearteter Versuch dabei erkennbar, nach umsetzbaren Lösungen zu suchen.
Es war den beiden Herren noch nicht einmal peinlich, dass die von ihnen geäußerte Hauptbegründung für eine Ablehnung der Umsetzung der Sprinterlösung mit dem Hinweis auf einen geänderten Fahrplan (neue Fahrten ab München ins Allgäu und ins Oberland - Werdenfelstakt) und damit auf eine geänderte Gleisbelegung in München auf dem Starnberger Flügelbahnhof gleichzeitig die Offenbarung darstellte, bei den zu früheren Zeiten schon einmal ins Gespräch gebrachte Sprinterlösung entweder gelogen oder sich mit der Thematik überhaupt nicht beschäftigt zu haben.

Und ein weiteres bemerkenswertes Detail ergibt sich auch daraus. Wenn also doch, so wie von den Gutachtern aufgezeigt, beim aktuellen Fahrplan zusätzliche Sprinterzüge hätten fahren können, dann werden die mit dem neuen Fahrplan ab Dezember einhergehenden Verbesserungen auf anderen Bahnstrecken und Streckenverbindungen auch durch das Nichtstun des Ministeriums im Bereich der S-Bahnstrecke „S4“ ermöglichst, also statt erforderliche Priorisierung wiederum nur Benachteiligung für die Fahrgäste der S4.

Und noch ein Punkt bleibt festzuhalten, durch die Verhinderungs- und Verzögerungstaktik der Verantwortlichen im Ministerium wurde ein Beginn des Einsatzes der Sprinterzüge, so wie es der Stand im Sommer eigentlich ermöglicht hätte, mindestens um ein Jahr verzögert. So, als ob in den S-Bahnen auf der S4, gerade im Berufsverkehr, die Fahrgäste die erzwungene Nähe zueinander genießen und nur deshalb S-Bahnfahren würden. Daher, so geht es nicht weiter! Die Landtagswahl ist jetzt vorbei, der bisherige für die S-Bahn und die Arbeit des Ministeriums verantwortliche zuständige Minister Martin Zeil von der FDP wurde abgewählt. Als Verkehrsreferent der Großen Kreisstadt Fürstenfeldbruck und als einer der Sprecher für die Bürgerinitiative „S4-Ausbau jetzt“ hoffe ich, das mit der Nominierung von Joachim Herrmann als Staatsminister des Innern, für Bau und Verkehr nun endlich ein Umdenken in der Staatsregierung eintritt.

Wir benötigen einfach mehr Investitionen in die ökologischen Verkehrssysteme „Schiene“ und „ÖPNV“ und dies beinhaltet natürlich die Notwendigkeit eines raschen Anpackens der Probleme im S-Bahnbereich München und damit auch den zügigen Beginn der Umsetzung des Ausbaus der S-Bahnstrecke S4-West. Schauen wir also, in wie weit Reden und Handeln auseinanderliegen werden, schließlich haben die CSU-Landtagsabgeordneten aus der Region mit Reinhold Bocklet und Dr. Thomas Goppel im Wahlkampf immer wieder auf ihren angeblich so intensiven Einsatz in Sachen „S4-Ausbau“ verwiesen. Die ersten Prüfsteine dabei werden der Umgang mit den für Ende des Jahres angekündigten Ergebnissen der Arbeitsgruppe „Optimierung der Kosten/Nutzenanalyse für den S4-Ausbau“ sowie das daraus resultierende Handeln sein.

Aufgestellt: 11.10.2013

Mirko Pötzsch

Stadtrat, Verkehrsreferent der Großen
Kreisstadt Fürstenfeldbruck, Mitglied
des Sprecherkreises der
Bürgerinitiative „S4-Ausbau jetzt“
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