9. Wirtschaftsempfang des Landkreises Fürstenfeldbruck
Am 18. November 2009 fand der alljährliche Wirtschaftsempfang des Landkreises Fürstenfeldbruck statt. Der diesjährige Referent Alfred F. Schmidt, Benimmtrainer aus München, studierte an der Ludwigs-Maximilians-Universität in München Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Marketing und Personal sowie Markt- und Werbepsychologie.
In seinem Festvortrag „Stilvoll zum Kunden oder die Reise einer Visitenkarte“ vermittelte Schmidt auf eine charmante und humorvolle Art und Weise professionelle Tipps und Empfehlungen zur korrekten Anrede, der Reihenfolge der Begrüßung oder den stilvollen Umgang mit der Visitenkarte. Dabei ging er auf die kleinen aber feinen Unterschiede in verschiedensten Ländern ein.
Vor ca. 155 Jahren wurde die Visitenkarte erfunden. Trotz ihres Alters lauern auch bei diesem ausgereiften Produkt immer noch Fettnäpfchen. Bei einem Gespräch am Stehtisch werden Sie zu Beginn ihre Karte übergeben. Eine Notiz auf der erhaltenen Karte zu machen oder aber Selbige ungelesen in die hintere Hosentasche zu stecken, kommt in manchen Ländern einem Affront gleich. Bei der Begrüßung ein Küsschen, eine innige Umarmung oder aber weiblichen Geschäftspartnern die Hand nicht geben? Auch dies beleuchtete und kommentierte Alfred Schmidt auf seiner Benimm-Reise durch die Welt.
Im Vortrag wurden die aktualisierten deutschen Knigge-Standards vorgestellt, womit Mann und Frau in der Welt weit kommt. Deshalb wurde immer ein kurzer Vergleich zu ausgewählten Ländern und auch zu früheren Zeiten hergestellt.
Herr Landrat Thomas Karmasin begrüßte die zahlreichen Gäste unter anderem mit folgenden Worten: „Der Landkreis hat im Rahmen eines Leitbildprozesses eine Stärken-Schwächen-Analyse erstellen lassen. Eines der Ergebnisse ist die Tatsache, dass wir zwar über eine überdurchschnittlich gute Schullandschaft mit 17 Schulen verfügen, dass es uns aber wenig gelingt, junge Menschen an den Landkreis zu binden bzw. nach Ausbildung oder Studium zu und zurückzuholen. Was wir steigern müssen, ist die Attraktivität gerade für junge Familien. Hier erlaube ich mir neben Dank auch noch eine herzliche Bitte anzubringen: Es gibt mittlerweile zahlreiche Förderprogramme auch für Arbeitgeber um Beruf und Familie vereinbar zu machen. Helfen Sie mit, vor allem jungen, gut ausgebildeten Frauen diese Chance zu eröffnen! Wir bemühen uns um Kinderferienbetreuung. An abgeschafften Feiertagen wie dem Buß-und Bettag, an dem Kinder unverständlicherweise schulfrei haben, lassen wir sie ihre Mama oder ihren Papa im Amt besuchen. Wir haben im Haus fast hundert unterschiedliche Teilzeitmodelle. Zwei Abteilungsleiterpositionen sind in Teilzeit besetzt. Ich will Ihnen an dieser Stelle einmal sagen: Ich nehme das nicht zähneknirschend in Kauf, um die Rente zu sichern. Ich mache das, weil es gut ist. Es ist gut für unser Haus, weil die Frauen ihre Sozialkompetenz aber auch ihre Managementqualitäten, ihre Fähigkeit schnell zu reagieren, zu improvisieren in den Arbeitsalltag einbringen. Vielleicht kann das eine oder andere Unternehmen diese Option noch einmal prüfen.“


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