"Mozart unter Sternen" - Interview mit dem Dirigenten Klaus Linkel

Dirigent Klaus Linkel
 
Chorgemeinschaft Fürstenfeldbruck

Fürstenfeldbruck - Seit fast 30 Jahren leitet Klaus Linkel die Chorgemeinschaft Fürstenfeldbruck. Unter seiner Egide entwickelte sich die Chorarbeit mehr und mehr zur anspruchsvollen Klassik hin, man setzte auf spritzige Operetten, nahm populäre Musicals ins Programm und feine Kirchenmusik findet sich auch in den Notenmappen der Sängerinnen und Sänger. Der Chor wurde einmal als reiner Männerchor gegründet und im kommenden Jahr kann die schon längst zum gemischten Chor mutierte Sängervereinigung ihr 150-jähriges Jubiläum feiern. Der Perfektionist Klaus Linkel hat nicht nur die Gabe musikalisch zu motivieren, sondern er wählt seine Konzerte auch nach dem Geschmack des Publikums mit Umsicht und Bedacht aus.

Am 17. Juli 2010 um 20 Uhr findet im Stadtsaalhof des Veranstaltungsforums Fürstenfeldbruck das Konzert "Mozart unter Sternen" statt. In einem Interview offenbarte Klaus Linkel interessante Details zu dieser anspruchsvollen Musikveranstaltung, die ein Leckerbissen für alle Klassikfreunde darstellt:

Klaus Kriesbach: "Mozart unter Sternen" klingt nach einem anspruchsvollen Open-Air-Konzert. Wie ist Deine musikalische Konzeption?

Klaus Linkel: Mozart gehört ja zu den populärsten Komponisten schlechthin. Fast jeder kennt seine Oper "Die Zauberflöte" und viele haben sein Klarinetten-Konzert in A-Dur schon einmal gehört. Wenn nicht in einem Konzert, so vielleicht in dem Film "Jenseits von Afrika". Insofern ist das Konzert anspruchsvoll, gleichzeitig aber auch populär. Wir werden einige seiner bekanntesten und schönsten Werke in einem Konzert "unter freiem Himmel" präsentieren. Ausschnitte aus der "Zauberflöte" und das ober erwähnte Klarinetten-Konzert in A-Dur stehen mit auf dem Programm.

Klaus Kriesbach: Was bedeutet der Komponist Wolfgang Amadeus Mozart für Dich?

Klaus Linkel: Ich habe letztes Jahr im Sommer Mozarts Oper "Die Zauberflöte" auf einer Deutschland-Tournee dirigiert, übrigens alle Vorstellungen als "Open-Air" Veranstaltungen. Wenn man sich mit dieser Oper näher auseinandersetzt, wird man feststellen, wie phantastisch und genial Mozart den Text, bestimmte Situationen und Stimmungen in Musik umgesetzt hat. Ich möchte fast behaupten, man könnte das Zauberflöten-Libretto nicht anders in Musik setzen, als es Mozart gemacht hat. Es ist keine Note zuviel oder zu wenig geschrieben. Er ist für mich einer den genialsten, vielleicht der größte Komponist aller Zeiten gewesen.

Klaus Kriesbach: Welche Ausführenden konntest Du für das Konzert gewinnen?

Klaus Linkel: Als Orchester ist die Tschechische Kammerphilharmonie engagiert. Mit diesem Orchester habe ich große Teile unseres Mozart-Konzerts im Februar diesen Jahres in dem wunderbaren Konzerhaus-Saal am Gendarmenmarkt in Berlin aufgeführt. Sopran-Solistin ist Olga Jelinková und die Solo-Klarinette spielt der Soloklarinettist der Pilsener Philharmonie Jan Oblistil. Und natürlich singt die Chorgemeinschaft Fürstenfeldbruck einige der schönsten Chöre aus Mozart-Open.

Klaus Kriesbach: Wovon hast Du Dich bei der Auswahl der Musikstücke maßgeblich leiten lassen?

Klaus Linkel: Zwei Programm-Schwerpunkte habe ich für dieses Konzert ausgewählt. Erstens wollte ich ganz charakteristische Chöre aus Mozart-Opern aufführen, die zeigen, welche Rolle Mozart dem Chor in bestimmten Situationen zugedacht hat und zweitens Werke präsentieren, die in irgendeiner Form etwas mit Mozarts Beziehung zur Stadt Prag, in der einige seiner Werke mit sensationellem Erfolg aufgeführt wurden, zu tun haben.

Klaus Kriesbach: Eine wichtige Rolle für ein klassisches Konzert dieser Art spielt das Ambiente. Hast Du das in Fürstenfeld gefunden?

Klaus Linkel: Ich erinnere mich noch ganz genau, als wir vor 15 Jahren zum ersten Mal ein Serenaden-Konzert, damals im Obstgarten des Klosterareals, oder 2006 im Barockhof des Klosters ein Mozart-Konzert mit Erfolg durchgeführt haben. Ein Konzert im Ambiente des Klosterareals, jetzt im Zusammenspiel mit dem Stadtsaalhof, war für uns Musiker aber natürlich auch für das Publikum immer ein besonderes Ereignis.

Klaus Kriesbach: Was tun, wenn der Wettergott es nicht gut meint?

Klaus Linkel: Wir haben ja einen wunderbaren Stadtsaal, in den wir problemlos wechseln können. Aber ich bin ganz sicher, dass wir unser Mozart-Konzert "unter Sternen" erleben werden.

Klaus Kriesbach: Vielen Dank für das Gespräch.

Karten für "Mozart unter Sternen" gibt es bei den bekannten Vorverkaufsstellen in Fürstenfeldbruck und im Internet unter www.chorgemeinschaft-ffb.de

Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin fürstenfeldbrucker | Erschienen am 07.06.2010
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