Husarenritt durch die Welt der klassischen Komödie

Voll Inbrunst und Leidenschaft: Das Trio "Riscant"

Hörbach - Bei der letzten Vorstellung vor der Sommerpause herrschte beim Montagsbrettl in Hörbach drangvolle Enge. Weit über 100 Besucher waren gekommen und auch das Bayerische Fernsehen war beim Auftritt des Liederensembles "Riscant" des Münchner Sommertheaters dabei. Toni Drexler, der Impressario der traditionsreichen Kabarettbühne, freute sich über den Andrang und sagte: " Anscheinend sind doch nicht alle im Urlaub."

Nach Ansicht der drei Protagonisten Isabelle Scheiber, Ramon Bessel und Sebastian Korp haben sie den unwiderstehlichen Drang einmal alles zu singen, was gesungen werden muss. Und das tun sie dann auch mit wundervoll timbrierten Stimmen und einer umwerfenden mimischen Darstellung. Die Texte und Kompositionen stammen von der Autorin und Regisseurin des Münchner Sommertheaters Ulrike Dissmann. Ihre Chansons sind humorig, treffend, manchmal liebenswert frivol, aber stets mit dialektischem Feinschliff. Sie greifen voll hinein ins wahre Menschenleben. Was die klassischen Komödien auf der Bühne mit musikalischen Farbtupfern versieht, wurde zu einem abendfüllenden Programm in Hörbach.

Sie wurden fast alle lebendig, die Heroen des heiteren Theaters. Argan aus "Der eingebildete Kranke" ebenso wie Göttervater Jupiter aus "Amphitryon". Isabelle Scheiber sang als Raina Petkoff aus "Helden" das Lied "Er muss ein Held sein der Mann meiner Wahl." Dann stellt sie weiter fest, dass Helden einmal einen hohen Schmuckwert besaßen, heute eher den Konflikten aus dem Weg gehen und dafür früher ins Bett. Der Chor der Ärzte konstatiert: "Wer noch gesund ist, ist nicht genau genug untersucht."

Der Dorfrichter Adam aus "Der zerbrochene Krug" schwärmt nur von seinem Leibgericht und schlussfolgert: "Ist das Leben einmal aus, tut´s einem leid um jeden nicht geschmausten Schmaus." Beim Chor der Freier aus "Die Heirat" von Nikolai Gogol als Kasatschok rauscht die Leidenschaft wie der Don und das Verlangen ist so breit wie die Wolga. Ebenso spritzig der Chor der Damen aus "Pygmalion" und das Boogie-Duett der eingefleischten Junggesellen Henry Higgins und Oberst Pickering aus dem gleichen Werk.

Das begeisterte Publikum aber hatte viel zu schmausen bei den vielen lustigen und manchmal auch nachdenklich stimmenden Couplets. Zum Schluss ließ das Blumenmädchen Eliza Doolittle noch Rosen ins Publikum regnen. Es waren drei Zugaben nötig, um den stürmischen Applaus zu bremsen.

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