Das Pete York-Trio und die Sängerin Nina Michelle mischten den Kleinen Saal in Fürstenfeld auf.
Fürstenfeldbruck - So etwas hat es lange nicht mehr in Fürstenfeld gegeben. Der Kleine Saal war brechend voll, als das Pete York Trio auf die Bühne kam. Kaum war das erste Stück verklungen, brach der Beifall schon los. Das verstärkte sich im Laufe des Abends immer mehr, bis schließlich Getrampel, frenetischer Jubel und minutenlange, stehende Ovationen das Ensemble immer wieder auf die Bühne holten. Pete York, das Urgestein am Schlagzeug, der in diesem Jahr seinen 70. Geburtstag feiern kann, hatte zwei Instrumentalisten um sich geschart, die jeder für sich meisterlich zu musizieren verstehen.
Da war zunächst der Pianist Christoph "Boogie-Wolf" Steinbach. Wenn seine linke Hand das für den Boogie Woogie typische Bassmuster spielt, dann glaubt man den Santa Fe-Express heranrollen zu hören. Seine Spielweise in hohen Tonbereichen ist so dramatisch schnell, dass sie für das menschliche Auge kaum wahrnehmbar ist.
Albert Koch bediente die Blues Harp, die Mundharmonika, mit einer Prezision, die zu jeder Zeit verblüffte. Und dann war da noch die Sängerin Nina Michelle, eine mittlerweile in München lebende Kanadierin. Für die fetzige Musik schien sie anfangs etwas zu filigran. Gertenschlank und mit langen blonden Haaren, ein Monroetyp eben, sang sie jedoch gegen die instrumentalen Eruptionen der Musiker tapfer an und wurde im Laufe des Konzertes zur gefeierten Interpretin der schönsten Nummern aus dem American Songbook.
Pete York agierte wie eine Ikone am Schlagwerk und rührte mit Stöcken und Besen auf seinen Resonanzutensilien einen Rhythmuscocktail vom Feinsten, den er hin und wieder auch als Soloversion servierte. So wie den "Drum Boogie" von Gene Krupa, der übrigens auch sein Vorbild war. In einem alten Film reibt Krupa den Rhythmus auf einer Streichholzschachtel, während seine Fangemeinde dazu singt.
Highspeed kam auf, als Christoph Steinbach in der Spielweise des Stridepianos den Jazzstandard "Sweet Gorgia Brown" zelebrierte. Albert Koch punktete auf der Blues Harp mit "Talk to me baby" und Nina Michelle gab den berühmten "Basinn Street Blues" zum Besten und outete sich mit "A lady is a tramp".
Zwischen Publikum und Ensemble gab es Call and Response als Wechselgesang und das heizte die Stimmung derart an, dass zum Schluss in den Gängen getanzt wurde. Für gut zwei Stunden hatten die Protagonisten auf der Bühne den nostalgischen Vorhang weit geöffnet und für Augen und Ohren den Blick in eine längst vergangene Boogie- und Blues-Ära freigegeben. Das Publikum raste vor Begeisterung.
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