1. BrandlochFest Mai 2007

Groteske - aus dem Brandloch-Programm

Viele Autoren der im Nationalsozialismus verbrannten Literatur sind heute in Vergessenheit geraten. Beim 1. Brandloch-Fest werden diese Personen und ihre Werke an unterschiedlichen Orten wieder zum Leben erweckt.

Von 3.5. bis 24.5. findet an verschiedenen Orten rund um München das 1. BrandlochFest statt.
Seit zwei Jahren ist die literarische Reihe "Brandloch" bereits aktiv, das Interesse der Allgemeinheit für vergessene Werke und Namen von Autoren der deutschen Vergangenheit zu wecken. Autoren von heute setzen sich mit Autoren von gestern auseinander und suchen mit eigenen Texten den Dialog mit den einst verbotenen Werken ihrer Kollegen der Vergangenheit. Beim 1. BrandlochFest sollen Höhepunkte aus 2 Jahren Brandloch-Aktivität und Neues in konzentrierter Form der Öffentlichkeit präsentiert werden.
Unterstützt werden die Veranstaltungen von Kulturreferat der LH München, DGB-Bildungswerk München, Ver.di München, VS Regionalgruppe München-Oberbayern, Bundesbeauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien, Sparkasse Nürnberg.

Einer der Veranstaltungsorte ist die Stadtbibliothek Fürstenfeldbruck. Am Dienstag, 15.5. um 19.30 Uhr werden unter dem Motto "Im Traum ist ein Anfang - drei unerwünschte Dichter im 1000jährigen Reich" die drei Autoren Charlotte Beradt (1907–1986 New York), Franz Theodor Csokor (1885–1969, Wien) und Gustav Regler (1898–1963 Delhi) vorgestellt.

Die bis ins hohe Alter schriftstellerisch aktive Journalistin, Theaterkritikerin und Übersetzerin Charlotte Beradt engagierte sich zeitlebens für Unterprivilegierte und Minderheiten. Heimlich sammelte sie ab 1933 die Träume der Bevölkerung und schmuggelte die Texte außer Landes. 1939 floh sie mit ihrem Mann, dem Schriftsteller und Juristen Martin Beradt, ins Exil nach New York. Erst 1966 veröffentlichte sie ihre außergewöhnliche Traumsammlung: Das Dritte Reich des Traums. Der Blick in das Innere des Menschen, jener Personen, die gewöhnlich nicht laut zu sprechen pflegten, ist eine Rarität unter den Dokumentationen jener Zeit.

Franz Theodor Csokor war 1923-27 Dramaturg und Regisseur in Wien, emigrierte 1938 (Polen, Rumänien, Jugoslawien)
und!kehrte 1946 nach Wien zurück. Er schrieb zunächst expressionistische, später historische und zeitgeschichtliche Dramen, die von der Humanität bestimmt sind; ferner
Erzählungen, Gedichte, Erzählwerke, Hörspiele und Memoiren. Csokor war der Lehrer und Freund von Ödön von Horváth.

Gustav Regler - ein saarländischer Schriftsteller im Spiegel des 20. Jahrhunderts, Schriftsteller, Söldner, Kommunist, Renegat. Heute kennt ihn kaum noch jemand und doch verkörpert Gustav Regler alle Ströme dieses abenteuerlichen Jahrhunderts. 1. Weltkrieg, spanischer Bürgerkrieg, KZ-Inhaftierung, Exil. Ein Blick auf Gustav Regler lohnt sich, denn er hilft uns Geschichte zu verstehen.

Die VS-Autoren Sylvie Bantle, Bernhard Horwatitsch, Robert Stauffer stellen die drei unterschiedlichen geistig schaffenden Menschen vor, deren Biografien vom Nationalsozialismus
geprägt wurden.

Eintrittskarten zu 5,- € sind ab sofort in der Stadtbibliothek Fürstenfeldbruck, Bullachstr. 26, Tel.: 08141/44921 erhältlich.

Weitere Veranstaltungstermine unter www.vs-bayern.de

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