Hoher Besuch: Mania Knobloch in Fürstenfeldbruck
Landrat Thomas Karmasin und der Arbeitskreis Mahnmal Fürstenfeldbruck erhalten außergewöhnlichen Besuch aus New York: Die Schwägerin von Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, Mania Knobloch ist Überlebende des Bahntrans-portes von KZ-Häftlingen, die Ende April 1945 auf den Todesmarsch aus den KZ-Außenlagern Landsberg/ Kaufering durch den Landkreis Fürstenfeldbruck nach Dachau geschickt wurden.
Beeindruckend und erschütternd zugleich war der Bericht von Mania Knobloch, als sie im vergangenen Monat Landrat Thomas Karmasin und die Mitglieder des Arbeitskreises Mahnmal Fürstenfeldbruck besuchte.
Wie die Beteiligten erst jetzt erfuhren, ist Mania Knobloch Überlebende des Bahntransportes von rund 2000 KZ-Häftlingen, die Ende April 1945 auf den Todesmarsch aus den KZ-Außenlagern Landsberg/ Kaufering durch den Landkreis Fürstenfeldbruck nach Dachau geschickt wurden. Als damals 12-jährige, die gerade noch 16 kg wog, so Mania Knobloch, hat sie den Angriff britischer Jagdbomber am 27. April 1945 bei Schwabhausen auf den Bahntransport überlebt: Aus München kam ein Militärzug der auf dem Gegengleis direkt neben dem Häftlingstransport stehen blieb. Noch am gleichen Tag wurden die 11 Lager in Landsberg/ Kaufering von den Amerikanern befreit. Sie selbst kam in das Kloster St. Ottilien. Eineinhalb Jahre blieb Mania Knobloch in dem dort eingerich-teten Krankenhaus für Displaced Persons. Sie wurde hier mit viel menschlicher Fürsorge und me-dizinischer Hilfe von den Benediktinerschwestern betreut. "Hier fing mein zweites Leben an", so Mania Knobloch zu Landrat Thomas Karmasin.
Im Anschluss an den Empfang bei Landrat Thomas Karmasin begleitete der Arbeitskreis Mahnmal Fürstenfeldbruck mit Karin Marquardt, Julia Zieglmeier, Helmut Zierer und Ulrich Bigalski, Mania Knobloch zu den Stationen ihrer Kindheit: In Schwabhausen besichtigten sie die Grabstätten der beim Angriff ums Leben gekommenen 170 KZ-Häftlinge. Begrüßt wurde die Delegation dort u. a. von Bürgermeister Josef Schmelcher, dem ehemaligen Oberbürgermeister von Landsberg Franz Xaver Rößle, dem ehemaligen Bürgermeister von Gauting und dem Initiator der "Todesmarsch - Mahnmale" Dr. Ekkehard Knobloch, Lehrkräften, Schülerinnen und Schüler der 7. Klasse des M-Zweiges der Hauptschule, die Mania Knobloch eine Rose überreichten. Im Anschluss ging die Fahrt nach St. Ottilien. Dort begrüßte, bewirtete und führte die Gäste Pater Claudius, OSB. Nächs-te Etappe war Geltendorf. Hier lebte Mania Knobloch nach ihrer Genesung weitere eineinhalb Jah-re. Positiv in Erinnerung geblieben sind ihr u. a. die von dort aus unternommenen Besuche in eine Ballett- und Tanzschule nach Fürstenfeldbruck.
Auslöser für den überraschenden Besuch war die vom Landratsamt Fürstenfeldbruck und dem Arbeitskreis Mahnmal Fürstenfeldbruck Ende März 2007 herausgegebene Broschüre von Ulrich Bigalski "Augenzeugen und Bilder berichten - die Häftlinge aus den KZ-Außenlagern Landsberg/ Kaufering auf den Todesmarsch im April 1945 durch den Landkreis Fürstenfeldbruck nach Da-chau". Ein Exemplar überreichte Landrat Thomas Karmasin an die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland und der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, die wiederum ihre Schwägerin in New York informierte, bei Ulrich Bigalski anrief und das Treffen arrangierte.
Für weitere Informationen steht Ihnen Ulrich Bigalski unter Telefon 08141/24680 jederzeit gerne zur Verfügung. Zu gegebener Zeit wird er den neuesten Zeitzeugenbericht auch in einer erweiter-ten Auflage der o. g. Broschüre mit aufnehmen.



Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Facebook. Mehr dazu rechts unter .