Es gilt das gesprochene Wort!
Sehr geehrter Herr Burkard,
verehrte Familie Burkard,
sehr geehrte Gäste,
einige wenige Male habe ich die Plattform des Wirtschaftsempfanges dazu genutzt, besondere Menschen zu ehren. Menschen, die sich in besonderer Weise für das Wohl der Wirtschaft im Landkreis eingesetzt haben.
So ein Mensch sind Sie, lieber Herr Burkard. Sie gehen - und ich konnte es selbst kaum glauben - in Altersteilzeit. Damit verliert der Landkreis nicht nur den Leiter der Agentur für Arbeit, sondern auch einen hochangesehenen Experten für Wirtschaftsfragen.
Sehr geehrter Herr Burkard,
alle Dinge aufzuzählen, die unsere Wirtschaftsförderin Frau Magg mir genannt hat, ist nicht möglich, denn ihr Entwurf war eine Mischung aus Heiligsprechungsantrag und Liebeserklärung und zumindest letztere schickt sich für mich nicht.
Deswegen erlauben Sie mir, dass ich lediglich einige Schwerpunkte herausgreife:
Sie waren für das Arbeitsamt bzw. jetzt die Agentur für Arbeit seit 36 Jahren an vorderster Front tätig, davon 23 Jahre in Führungsverantwortung. Über 15 Jahre haben Sie die Geschäftsstelle Fürstenfeldbruck mit Sachverstand, Geschick und großer Diplomatie geleitet. Sie haben nie Arbeitslosigkeit nur statistisch erfasst und verwaltet. Sie wollten auf dem Brucker Arbeitsmarkt etwas bewegen. Ihr besonderes Anliegen waren dabei immer die Jugendlichen und Auszubildenden. Mit dem Arbeitskreis "Schule und Wirtschaft" haben Sie als treibende Kraft den Berufsinfomarkt mit auf den Weg gebracht. Gemeinsam mit Toni Hoch und seinem Verein zur Förderung der beruflichen Bildung konnten Sie von 1992 bis 1994 über 30 Jugendlichen aus den neuen Bundesländern zu einer Ausbildung verhelfen. Die Jugendlichen wurden internatsmäßig hier im Landkreis auf dem Fliegerhorst untergebracht, betreut und vor allem ausgebildet. Der Landkreis hat Ihre Initiative
aufgegriffen, indem er 2001 unsere Ausbildungsplatzakquisiteurin, Frau Wolfenstetter, angestellt hat.
Ihre Zusammenarbeit mit meinem Haus, vor allem mit der Wirtschaftsförderung, war immer konstruktiv. Maßnahmen wie der Tag der Existenzgründer, die Innovationsmesse, der Tag der Jungunternehmer und vieles mehr wurden von Ihnen immer wohlwollend getragen und unterstützt.
Eine gemeinsame Aktion war die Arbeitsplatzinitiative, mit der wir 2002/2003 zum Abbau des Fachkräftemangels im Landkreis beigetragen haben. Gemeinsam mit Arbeitgebern unseres Landkreises sind Sie in den thüringischen Partnerlandkreis Greiz und das dortige Arbeitsamt gefahren, um gezielt nach Fachkräften für unsere heimischen Betriebe Ausschau zu halten und diese auch zu finden. Schon beinah spektakulär war in diesem Zusammenhang die gemeinsame Suche nach Pflegekräften für Altenheime im Landkreis Fürstenfeldbruck. Diese führte uns bis nach Berlin und in die neuen Bundesländer. Schlussendlich konnten wir trotz Wohnungsmangel und finanzieller Doppelbelastung fünf dringend benötigte Pflegekräfte gewinnen. Das Projekt wäre ohne Ihre Unterstützung nicht so erfolgreich verlaufen.
Doch nicht nur im Bereich der Wirtschaftsförderung lernte der Landkreis Sie schätzen. In den Verhandlungen zur Gründung einer Arbeitsgemeinschaft nach dem Sozialgesetzbuch 2 (Hartz IV) lernten wir Sie als fairen Verhandlungspartner kennen. Sie haben mitgeholfen, die Probleme, die sich aus den unterschiedlichen Verwaltungskulturen einer Bundesbehörde und einer Kommune ergeben, zum Wohle unserer Menschen vor Ort zu überwinden.
Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen einen Unruhestand in bester Gesundheit. Ich freue mich mit Ihnen über Ihre neue Freiheit, die Sie im Kreise Ihrer Familie und Freunde verbringen werden.


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