Der freiwillige Müllmann von Eichenau

Jürgen Kaltenhoff bei seiner Tour durch die Gemeinde
 
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Ramadama - seit 1969 in Eichenau

Da er selber kein Auto hatte und auch noch nie eines besaß, machte er sich täglich mit seinem Fahrrad auf den Weg und sammelt etwa fünf Stunden Müll ein. Im Fahrradkorb befanden sich die dafür nötigen Utensilien, wie Plastiktüten, große Müllsäcke, Handschuhe und ein Müllgreifer.
Systematisch ging er dann mit seiner Ausrüstung die Bereiche in und um Eichenau ab und sammelte Müll ein.


Der „Müllmann“ von Eichenau:
"Jürgen Kaltenhoff wurde 1940 in Danzig geboren. Nach dem Krieg sah die Lehrstellensituation nicht gerade rosig aus, aber durch glückliche Umstände konnte er in Biberach an der Riß den Beruf des Schriftsetzers erlernen.
Seine Tätigkeit brachte ihn in viele Gegenden Deutschlands. So lebte er in Stuttgart, Berlin, Köln, Bielefeld und blieb schließlich in der Umgebung Münchens. 1995 wurde die Druckerei, in der er lange Jahre gearbeitet hatte, geschlossen, und er ging in Frührente. Jürgen Kaltenhoff wurde in Eichenau sesshaft. „Ich fühle mich, als hätte ich einen Sechser im Lotto. Es geht mir gesundheitlich gut, und ich bin finanziell abgesichert“, meinte er. Aus diesem Grund wurde in ihm der Wunsch wach, einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen. Im Ruhestand fiel ihm nun verstärkt auf, wie die Gemeinden immer mehr „vermüllten“. Besonders schlimm war der S-Bahn-Bereich in Eichenau. Da sich sonst niemand daran zu stören schien, beschloss er, selbst Hand anzulegen und diesem Treiben etwas entgegenzusetzen.
So fing „sein Hobby, das Mülleinsammeln“, wie er es selber nennt, an. Doch nahm er das Problem nicht nur im S-Bahn-Bereich wahr, sondern auch auf Landstraßen, an Kindergärten, Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen in Eichenau und in der Umgebung. Auch hier fing er nun an, sich zu engagieren.
Da er selber kein Auto hatte und auch noch nie eines besaß, machte er sich täglich mit seinem Fahrrad auf den Weg und sammelt etwa fünf Stunden Müll ein. Im Fahrradkorb befanden sich die dafür nötigen Utensilien, wie Plastiktüten, große Müllsäcke, Handschuhe und ein Müllgreifer.
Systematisch ging er dann mit seiner Ausrüstung die Bereiche in und um Eichenau ab und sammelte Müll ein. „Vier Plastiktüten ergaben einen großen Müllsack“, weiß Jürgen
Kaltenhoff. Diesen Sack liess er dann an einer übersichtlichen Stelle stehen. Die vollen blauen Müllsäcke am Straßenrand waren mittlerweile bekannt und wurden von den Gemeindearbeitern geholt und zum Wertstoffhof gebracht.
Jürgen Kaltenhoff versuchte, durch seine Aktivität die Mitbürger auf das Müllproblem aufmerksam zu machen und zu mehr Umweltbewusstsein anzuhalten. Deshalb war er
während der heißen Sommermonate auch am nahe gelegenen See und räumte dort zwischen
den Badegästen den Müll weg. Dabei wollte er nicht belehren, sondern mit gutem Beispiel vorangehen. Nach all den Jahren des Müllsammelns kannen die Einwohner Eichenaus Jürgen Kaltenhoff und seine „Leidenschaft“. Für seine Tätigkeit erhielt er viel Anerkennung durch seine Mitmenschen, und sogar vom Bayerischen Ministerpräsidenten wurde er für sein Engagement gewürdigt.
Als er vor einigen Jahren gefragt wurde, ob er Schulweghelfer werden wolle, wurde er auch hier aktiv. Den kleinen Unkostenbeitrag, den er von der Gemeinde für seine ehrenamtliche Tätigkeit erhält, überwies er direkt an die Nachbarschaftshilfe Eichenau.
Erfreulicherweise konnte Jürgen Kaltenhoff feststellen, dass in Eichenau nicht mehr so viel Müll weggeworfen wurde. Außerdem wäre, so sagt er, die „Grundreinigung“ hier nun
gemacht, und der Ort sei insgesamt in einem gepflegteren Zustand. Aus diesem Grund verlegte er seine Tätigkeit in die Nachbargemeinde und räumt dort auf." Jürgen Kaltenhoff lebt heute (2007) in Neustrelitz und setzt sich weiterhin für Mindestlöhne ein. ( http://gute-arbeit.spd.de/servlet/PB/menu//index.h... )
Im Internet wird über ihn von Irmengard Schlaipfer in einer einer Broschüre über beispielhafte Senioren-Tätigkeiten berichtet.
http://www.iska-nuernberg.de/landesnetzwerk/umwelt...
Zu erwerben ist der „Atlas guter Beispiele“ über die
Katholische Stiftungsfachhochschule München
Abteilung Benediktbeuern, Projekt „Senioren für die Um-Welt“, Gertrud Schwenk; Don-Bosco-Str. 1, 83671 Benediktbeuern
Telefon: 0 88 57/88-532, Fax: 0 88 57/88-599 E-Mail: Schwenk.bb@ksfh.de
Juni 2004 - die Broschüre wurde auch kostenlos abgegeben: Internet: www.stmugv.bayern.de
E-Mail: poststelle@stmugv.bayern.de




Ihr persönlicher Identifikationscode lautet: 0ae721956072a6f737f09b88552a4c

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Cornelia Tippner aus Günzburg am 26.06.2007 um 03:05 Uhr  
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Markus Christian Maiwald aus Meitingen am 13.06.2008 um 12:13 Uhr  
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