6-jährigen im Pucher Meer vor dem Ertrinken gerettet
Am vergangenen Sonntag Mittag kam es am Pucher Meer in Fürstenfeldbruck schon zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage zu einem dramatischen Vorfall, bei dem ein 6-jähriger Junge beinahe ertrunken wäre.
Ein Rettungsschwimmer der Wasserwacht, der nach Rückkehr von einer Übung selbst im Pucher Meer schwamm, bemerkte gegen 12.20 Uhr ein Kind, das in unmittelbarer Nähe des Wasserwacht-Bootssteges mehrfach mit dem Kopf untertauchte, wild gestikulierte und letztlich unter Wasser blieb.
Bereits vorher war ihm eine Gruppe von 3 Kindern, zu der der Junge gehörte, aufgefallen, da sie offensichtlich nicht von Erwachsenen begleitet wurden.
Sofort schwamm der Wasserwachtler zu der Stelle und konnte den Jungen, der zu diesem Zeitpunkt bereits vollständig unter Wasser war, aus dem Wasser ziehen und weiteren Wasserwacht-Helfern auf dem Steg übergeben.
Der Junge war völlig geschockt, hatte jedoch zum Glück kaum Wasser geschluckt, so dass er sich relativ schnell erholte und keiner weiteren medizinischen Hilfe bedurfte.
Wie sich danach herausstellte, handelte es sich bei den dreien um Geschwister, ein 11-jähriges Mädchen und zwei 8- und 6-jährige Buben, die nicht im Landkreis Fürstenfeldbruck wohnen. Diese hatten bei dem Vorfall keinerlei Reaktionen gezeigt.
Auf die Frage, ob denn der 6-jährige nicht schwimmen könnte, antwortete die Schwester zur Verblüffung der Retter wie selbstverständlich „Nein, kann er nicht! Zum Aufpassen seid doch ihr von der Wasserwacht da!“
Als die Wasserwacht-Helfer nun nach den Eltern fragten, erfuhren sie zu ihrer Überraschung, dass die Kinder ohne jegliche Aufsicht am Pucher Meer waren. Nur die Mutter sei da, sie verkaufe jedoch auf dem Flohmarkt beim nahegelegenen Baumarkt, erfuhren die Wasserwachtler von den Kindern. Auch Schwimmhilfen hatten die Kinder nicht dabei.
Da sogar die 11-jährige keine Angaben zu Namen und Adresse machte, baten sie das Mädchen, ihre Mutter zur Rettungsstation zu holen, da sie ja genau wüsste, wo sie sich befindet, um die beiden anderen Kinder nach dem Vorfall ordnungsgemäß zu übergeben. Kurze Zeit später kam das Mädchen mit einem Zettel der Mutter zurück, auf dem die Personalien standen. Sie ließ über die 11-jährige ausrichten, sie habe jetzt keine Zeit, sie befände sich gerade in Verkaufsgesprächen.
Die Helfer machten sich daraufhin gemeinsam mit den Kindern dorthin auf, um die Mutter über die gesamte Tragweite des Vorfalls zu informieren.
Dort erlebten sie jedoch die nächste Überraschung: Die Mutter zeigte sich nach der Schilderung wenig interessiert, übergab lediglich kommentarlos ihre Krankenversicherungskarte und meinte, man möge sie doch nicht weiter bei ihrer Verkaufstätig-keit stören.
Auch später nahm die Mutter keinen Kontakt mehr zur Wasserwacht auf.
Soviel Ignoranz macht einen einfach nur sprachlos, da ist es auch egal, ob ein „Danke-schön“ kommt, oder wie in diesem Fall nicht einmal das!


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