Drei Premieren auf einmal ... beim Autorenkreis Landsberg

Das neue Rosarium

Sichtlich stolz verkündete der Leiter der Lesung, Roland Greißl, den zahlreich erschienenen Zuhörern eine dreifache Premiere: Zum ersten Mal nähmen die Autoren an der Langen Kunstnacht in Landsberg teil. Zum ersten Mal hätten die Autoren eine Art „lyrische Spur“ durch die Lechstadt gelegt: Unter dem Motto „Ein Gedicht für Landsberg“ hatten sich zahlreiche Geschäfte bereit erklärt, ein kleines Gedicht im Schaufenster auszuhängen, das auf die Lange Kunstnacht hinwies.
Mit besonderer Freude jedoch gab Greißl den Zuhörern bekannt, dass der Autorenkreis für diese Lesung zum ersten Mal das „Rosarium“ nutzen dürfe. Das Rosarium entpuppte sich als ein wunderschöner Raum, der sich vom Innenhof der VHS aus erschließt. Er diente als Gebetsraum der Nonnen des ehemaligen Klosters, dessen Renovierung erst in den vergangenen Wochen stilvoll und stimmig fast zu Ende gebracht wurde.
Sieben Autoren kamen in den Genuss, die wunderbare Akustik des lichtdurchfluteten Raums nutzen zu dürfen. Roland Greißl eröffnete mit einem tiefgehenden Text über „Patchworkfamilien“ den Abend. Carmen Kraus überraschte die Zuhörer mit einer Flut sprachlich erlesener Gedichte, unter denen ihr farbenprächtiges Herbstgedicht den Höhepunkt bildete. Renate Exsz trug unter anderem ihre wortgewandten Landsberg-Gedichte vor. Rudi Fichtl hatte mit seinen Schüttelreim-Gedichten und anderen bissigen Texten die Lacher auf seiner Seite. Besonderen Anklang fand seine Sammlung falsch gesetzter Apostrophe, die sich auch in Landsberg immer mehr breit machen (siehe Foto). Martje Herzog zitierte aus Tagebüchern über die Hürden, die sie und ihr damaliger Mann, der Filmemacher Werner Herzog, in der ehemaligen Sowjetunion durchzustehen hatten. Hans Schütz aus Peiting stellte den Lech in allen Facetten in den Mittelpunkt seiner Gedichte. Und Krimi-Spezialist Boris Schneider ließ den perfekt geplanten Mord seines Protagonisten – bei minus 20 Grad in der Kühlkammer eingeschlossen – in letzter Minute scheitern. Die Zuhörer fröstelten sichtlich mit!
Roland Greißl bedankte sich bei den Vertretern der VHS ausdrücklich für den schönen Raum und gab sich überzeugt, dass man diesen sicher häufiger nutzen werde.

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2 Kommentare zum Beitrag
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Angelika Huber aus München am 30.09.2010 um 00:51 Uhr  
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Roland Greißl aus Fuchstal am 30.09.2010 um 08:06 Uhr  
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