TSV Friedberg Volleyball: Viel zu spät aufgewacht
Gut – „zwingend eingeplant“ waren die Punkte gegen den TV Durmersheim bei den Friedberger Volleyballern nicht. Das bestätigte auch Trainer Stefan Meingast, doch hätte sich der sympathische Österreicher in Friedberger Diensten schon eine andere Vorstellung der Seinen vor heimischem Publikum gewünscht. Mit 0:3 (19:25, 17:25, 21:25) verlor Friedberg vor gut 150 Zuschauern in 62 Minuten und fand dabei erst im dritten Satz ansatzweise zur Normalform.
„So mancher meiner Spieler war zwei Sätze lang mit dem Kopf irgendwo, aber nicht in der Halle“, so ein enttäuschter Meingast. So viel hatten sich die Friedberger während der Woche vorgenommen und so wenig davon umgesetzt. Letzte Woche hatte Meingast seinem Team noch einen „Schritt nach vorne“ attestiert, diesmal war „die Vorstellung weniger positiv“, formulierte es der TSV-Coach eher vorsichtig.
Die Friedberger fanden zwei Sätze lang kein Mittel gegen die stabil und gut, aber keinesfalls überragend spielenden Durmersheimer. Doch viele Schwächen in der Annahme und auch im Block machten es den Gästen leicht, die Punkte zu entführen. Nach dem 4:8 im ersten Satz blitzte kurzfristig das Friedberger Können auf, als man vor allem dank Andreas Eichhorn fünf Punkte in Folge zum 9:8 machte – doch das Strohfeuer war schnell erloschen. Nach dem 11:14 plätscherte das Spiel dahin und nach 22 Minuten war der Satz mit 19:25 verloren. „Wir bewegen uns zu spät, schauen zu lange zu“, schimpfte Meingast beim Wechsel, doch auch der zweite Satz brachte keine Besserung. Immer wieder setzte Durmhersheims Zuspieler Hannes Maisch seine Außen ein und gegen die fand Friedberg fast nie ein Mittel. Und ein ums andere Mal düpierte Maisch den TSV auch mit dem „zweiten Ball“, den er an den verdutzten TSCV-Akteuren übers Netz „wischte“. Die Parallelen zu Satz eins waren unübersehbar – in nur 20 Minuten war der Durchgang mit 17:25 weg und kaum jemand glaubte mehr an ein Comeback der Hausherren.
Im dritten Satz aber ging ein Ruck durchs Team, beim 4:2 führte man erstmals mit zwei Punkten und hielt die Führung auch bis zum 8:6 – doch dann stand es plötzlich 8:10. Obwohl sich die Hausherren nun mühten, mehr als der Ausgleich war nicht mehr drin und am Ende hieß es 21:25 aus Friedberger Sicht. Bezeichnenderweise war Durmersheims Matchball wieder ein „Wischer“ von Zuspieler Maisch.
Was Stefan Meingast neben den spielerischen und taktischen Fehlern auch bemängelte, war die Stimmung im Team. „Die hat nicht gepasst und dann ist es auch schwer, die Zuschauer mitzunehmen“, so Meingast. Nun gelte es, sich intensiv auf die nächsten Spiele vorzubereiten und das wenige Positive aus diesem Spiel mitzunehmen. „Wir haben gegen alle Mannschaften eine Chance, aber dann muss bei uns alles passen“, so Meingast. So wird es der TSV im Kampf gegen den Abstieg indes sehr schwer haben.
Friedberg Eichhorn, Krumbholz, Hurler, Münster, Baumgärtner, Kronseder, Strempel, Menke, Meingast, Kaufmann, Heim.
Die 2. Mannschaft verliert in der Bayernliga gegen Tabellenführer Lohhof nach starkem Kampf mit 1-3.

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