TSV Friedberg verliert nach großem Kampf gegen die TSG Haßloch
Alles war angerichtet für ein großes Handballfest. In der Augsburger Sporthalle erwarteten mehr als 1000 Fans die Drittligamannschaft des TSV Friedberg. Leider ging das Spiel gegen die TSG Haßloch am Ende unglücklich mit 28:29 (13:15) verloren.
Ein paar Sekunden brauchten die Friedberger Anhänger, um sich an die fremde Kulisse zu gewöhnen. Dies war das erste Mal, dass der TSV in der großen Augsburger Sporthalle beim Rosenaustadion auflief. Doch nur Augenblicke nach dem Anpfiff besannen sich die Fans und zeigten, warum sie an diesem Samstag Abend in die Fuggerstadt gekommen waren: Um ihren Verein, den TSV Friedberg, mit allen Kräften zu unterstützen. Und dann brach der Orkan los.
"So laut war es bei uns noch nie," schwärmte Benjamin Schwair, Marketingchef des TSV und bis zur letzten Saison selbst noch Spieler in der Drittligamannschaft. "Die Fans haben wirklich alles gegeben, schade, dass wir sie am Ende nicht für ihren Einsatz belohnen konnten." Trotz der besten Unterstützung verloren die Herzogstädter dieses dramatische und spannende Spiel gegen Haßloch durch ein Gegentor in allerletzter Sekunde.
Man merkte schon in der Anfangsphase der Partie, dass Friedberg mit diesem Gegner so seine Schwierigkeiten hatte, Haßloch konnte mit einer der stärksten Abwehrreihen der Dritten Liga aufwarten, sie ließem im Schnitt nur 26,3 Gegentore pro Spiel zu. Dank ihres spanischen Rückraumstars Manuel Vilches - Moreno und des guten Kombinationsspiel kamen die Friedberger trotzdem immer wieder zum Torerfolg.
Doch vor allem in der eigenen Abwehr tat sich der TSV an diesem Abend schwer. Die Deckung bekam den gegnerischen Kreisläufer nie richtig in den Griff, durch die vielen gelungenen Anspiele der Gegner auf ihn kassierte der TSV zahlreiche Siebenmeter und Gegentore. Auch gegen die Rückraumspieler der Gäste kamen die Herzogstädter immer wieder zu spät, so dass sie von Anfang an einem Rückstand hinter her laufen mussten.
Das Spiel war dennoch offen. Friedberg verlor nie den Anschluss, mit mehr als drei Treffern waren die Haßlocher nie vorne. Zur Pause stand es 13:15, alles war noch drin.
Nach dem Wechsel stellte Friedbergs Trainer Hartmut Mayerhoffer seine Deckung um. Max Segmüller deckte nun den weißrussischen Nationalspieler der Gäste, Andrej Sinjak, sehr offensiv. Damit war der Kopf des gegnerischen Angriffsspiels ausgeschaltet, Haßloch bekam Probleme.
Aber Friedberg hatte immer noch eine zu hohe Fehlerquote. Zwei Siebenmeter wurden vergeben, auch bei einigen Kontern scheiterten die Gastgeber völlig frei stehend am gegnerischen Keeper.
So ging es mit einem Gleichstand in die dramatische Schlussphase. 38 Sekunden vor dem Ende verwandelte Markus Walk nervenstark einen Strafwurf zum 28:28. Die Halle kochte, alle Fans erhoben sich, um ihre Mannschaft für die spielentscheidenden Augenblicke noch einmal anzufeuern. Friedberg war nach einer harten Entscheidung der Schiedsrichter bei diesem letzten Angriff der Gäste in Unterzahl. Acht Sekunden vor dem Ende verloren sie bei einer erneut umstrittenen Entscheidung den nächsten Akteur. Mit vier Feldspielern gegen die sechs der Gäste konnte Thomas Wagenpfeil drei Sekunden vor Schluss den gegnerischen Linksaußen stoppen, doch zum Entsetzen aller entschieden die Referees auf Siebenmeter für Haßloch.
Über 1000 Fans standen auf ihren Plätzen und feuerten Keeper Willi Seiler an, diesen so wichtigen Ball zu halten. 28:28 stand es, noch eine Sekunde war auf der Uhr. Doch Seiler, der an diesem Tag bereits vier Strafwürfe abwehren konnte, hatte diesmal keinen Erfolg. Der Ball flog an seinem linken Fuß vorbei ins Netz, frustriert hämmerte der Friedberger Torwart all seine Wut an die Torlatte.
Das Spiel war verloren, nach einer dramatischen Schlussphase musste sich der TSV Friedberg in diese bittere 28:29 (13:15) Niederlage fügen.
Damit haben die Handballer schon das dritte Spiel in Folge verloren und sind in der Tabelle auf den sechsten Platz abgerutscht. Trotzdem konnte Trainer Mayerhoffer ein positives Fazit ziehen: "Klar, so ein Ende ist mehr als bitter. Aber wir haben unseren Fans einen guten Kampf geboten und sind nur durch eine fragwürdige Schiedsrichterentscheidung ins Hintertreffen geraten. Hätten wir mehr aus unseren Chancen gemacht und in der ersten Hälfte eine bessere Abwehr gespielt, wäre mehr für uns drin gewesen. Jetzt warten zwei schwere Aufgaben auf uns, bei denen wir trotzdem die Trendwende schaffen müssen."
Domenico Giannino (gia)



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