St. Vinzenz-Hospiz investiert in Ausbildung von Kinderhospizhelfern

Sie sorgen demnächst als Kinderhospizhelfer für Entlastung von Familien mit schwerst- oder unheilbar kranken Kindern. Fünf Hospizhelfer des St. Vinzenz-Hospiz Augsburg e.V. werden im Rahmen einer Kooperation mit dem Ambulanten Kinderhospiz München als Fam

Mit dem Begriff Hospizarbeit verbinden viele Menschen das Bild von schwerkranken und sterbenden Erwachsenen. Das ist ein wichtiger Aspekt, aber auch Familien, die ein schwerst- oder unheilbar krankes Kind zu Hause pflegen, benötigen dringend Begleitung. Denn die psychische Belastung für die Angehörigen ist sehr hoch. Neben der aufwändigen Pflege verursachen immer auch die Sorge um das kranke Kind und das Gefühl, Geschwisterkinder zu vernachlässigen, Probleme.

Ambulante Kinderhospizhelfer

Vor diesem Hintergrund ist der St. Vinzenz-Hospiz Augsburg e.V. der Anfrage des Ambulanten Kinderhospizes München (AKM) gerne nachgekommen, ehrenamtlich tätige Hospizhelferinnen und -helfer auch als Kinderhospizhelfer ausbilden zu lassen. Denn der Bedarf ist groß und im Raum Schwaben stehen bislang keine speziell ausgebildeten ambulanten Kinderhospizhelfer zur Verfügung. Genau genommen sind diese Familienbegleiter, denn sie verstehen ihre Aufgabe als Weggefährten der betroffenen Familien. Vier Hospizhelferinnen und ein -helfer erklärten sich für die aufwändige Ausbildung bereit – die Kosten trägt der St. Vinzenz-Hospiz Augsburg e.V., einen Teil der Verpflegungs- und Reisekosten übernehmen die Ehrenamtlichen selbst. Im Juli werden die Fünf die letzte Blockschulung absolvieren, anschließend steht noch ein Praktikum auf dem Programm.

Wichtiger Teil eines Netzwerkes

Danach werden die Familienbegleiter als Teil eines palliativen Kooperationsnetzwerkes dazu beitragen, dass mehrfach schwerstbehinderte und unheilbare kranke Kinder und Jugendliche im familiären Umfeld bleiben können. Konkret sieht die Arbeit der Ehrenamtlichen vor, dass sie für die Eltern zumindest stundenweise Freiräume schaffen und sie entlasten. Deshalb sorgen sie für die Betreuung der Geschwisterkinder, sind Gesprächspartner für Sorgen und Nöte der Familienangehörigen und versuchen etwas Normalität in den Alltag zu bringen. „Die Aufgabe ist eine große Herausforderung“, darüber ist sich Babetta Fuchs, eine der neuen Familienbegleiterinnen im Klaren. „Die Anforderungen an die Kinderhospizhelfer sind je nach der Situation in den Familien sehr unterschiedlich, wir müssen uns auf auf verschiedene Aufgaben, Kulturen und Religionen einstellen.“

Individuelle Begleitung

Der Einsatz der Augsburger Familienbegleiter ist für den Raum Schwaben geplant, koordiniert wird er vom AKM. Die Begleitung gestaltet sich immer individuell nach den Wünschen und Anforderungen der betroffenen Familien. Verstirbt ein Kind, bieten die Familienbegleiter noch bis zu einem Jahr später Halt für Geschwister und Verbliebene in der Trauerarbeit. Die Kooperation mit Erwachsenenhospizen, wie mit dem St. Vinzenz-Hospiz, ist dem AKM wichtig, um ein überregionales Kinderhospiznetzwerk aufzubauen.

Kooperation mit dem Bunten Kreis möglich

„Kooperation ist gerade in der Hospizarbeit unerlässlich. Jede Hospizinitiative kann nur in Zusammenarbeit mit Vielen segensreich wirken“, so Domkapitular Prälat Heigl, 1. Vorsitzender des St. Vinzenz-Hospiz Augsburg e.V. Eine weitere Kooperationsmöglichkeit sieht der St. Vinzenz-Hospiz Augsburg e.V. künftig auch in der Zusammenarbeit mit dem Bunten Kreis, der ebenfalls ein Vernetzungsprojekt mit Erwachsenenhospizen plant.

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