"Wer macht mit" im Internet

Visualisierung der verschiedenen Routen durch Teile des Internets. (Foto: http://de.wikipedia.org/wiki/Internet)

Stellt euch folgende Situation vor: Ihr kauft Euch ein Auto, steigt ein, startet den Motor und fahrt in den nächsten Tagen fünfmal gegen einen Baum, verwechselt Gas- mit Bremspedal, Ihr habt keine Ahnung, wo der Treibstoff rein soll und wie der Scheibenwischer zu betätigen ist.

"Ich sollte das doch irgendwie lernen", wird Eure Erkenntnis nach diesen Erfahrungen sein.

Im Internet zur Selbstverständlichkeit geworden

Genau diese Verhaltensweise scheint im Internet zur Selbstverständlichkeit geworden zu sein. Niemand fragt nach dem Wieso oder Warum, es wird fleißig "eingewählt" und "losgesurfed". Warum auch etwas wissen? Es ist doch alles so einfach - sagen der Netzbetreiber, der Computerhandel und die gesamte Werbung in den Medien. Doch hinter den bunten Bildern, die sich nach der Eingabe der Internetadresse öffnen, steckt eine mächtige Maschinerie. Sie wird angetrieben von einer einzigen Motivation: Geld verdienen, ganz viel Geld verdienen. Und wie immer kommt man am bequemsten zum Ziel, wenn diese Absicht für die Anderen (und das sind in diesem Falle wir, die Internetnutzer) nicht auf den ersten Blick zu erkennen ist.

Was wirklich passiert

Um den Teilnehmern im Internet das Leben so einfach wie möglich zu gestalten, werden beim Aufruf einer Internetadresse oft mehrere kleine Programme aktiviert. Solche Programme werden in der Computersprache "Scripts" genannt. Diese kleinen Programme erledigen während unseres Aufenthalts auf der eingegeben Internetadresse kleine, hilfreiche Aufgaben für den Betreiber der Seiten und für uns selbst. Aber was passiert eigentlich wirklich, wenn wir eine Internetadresse eingeben? Das wollen wir uns jetzt einmal am Beispiel unseres myheimat-Portals anschauen.

Wenn wir unsere Adresse "www.myheimat.de" eingeben, treten wir ein in unsere Welt mit Freunden und Bekannten, lesen Beiträge, schauen uns Bilder an oder verfassen selbst Beiträge. Doch schon bei der Eingabe der Adresse werden auch die "kleinen Helferlein" - unsere Scripts - aktiv. Da sind aufgewacht:

google-analytics.com,
addthis.com
und netoffix.de
.

Bemerkt haben wir davon nichts, weil wir mit unseren Beiträgen, Bildern und Kommentaren beschäftigt sind. Schauen wir doch mal, wer da im Hintergrund fleißig ist.

Die Adressen verstehen

Wer also "arbeitet" während unseres Besuchs im Hintergrund eifrig mit? Da ist zunächst das Analyseprogramm

Google Analytics:

Dieses Werkzeug ist sehr mächtig. Es analysiert von der Herkunft, der Verweildauer und der eingegeben Begriffe so ziemlich alle unsere Datenspuren, die wir während unseres Besuchs auf der Webseite "hinterlassen".

Einen guter Bericht zu diesem Werkzeug ist beim Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein nachzulesen.

Dann ist während unseres Aufenthalts noch ein Werkzeug mit uns beschäftigt:

addthis.com:

Hier wird ein sogenannter Lesezeichen-Dienst bereitgehalten, der uns das Ablegen von Lesezeichen anbietet.
Bei Wikipedia ist dieser Dienst näher beschrieben:

http://de.wikipedia.org/wiki/AddThis

Ein weiterer "Dienst" arbeitet auch noch im Hintergrund:

Netoffix.de

Hier handelt es sich um das Kernstück von myheimat. Man bezeichnet diese Programme als Content-Management-Systeme (CMS), die es uns erst möglich machen Beiträge zu verfassen, Bilder einzustellen und Kommentare zu schreiben.

..Und dann wären da noch die kleinen Plätzchen..

Wenn wir durch die Eingabe einer Internetadresse einen entfernten Computer um Antwort fragen, ist dieser ungemein hilfsbereit. Er schickt uns gleich mal zur Belohnung ein kleines Plätzchen, das in der Computersprache "cookie" (engl. für Plätzchen) genannt wird. Unser Computer nimmt dieses Geschek gerne an, wenn wir ihm das erlauben.

Dieses Cookie sorgt dafür, das die beiden Computer sich besser kennenlernen. Ab jetzt weiß der entfernete Computer woher wir kommen, welchen Webbrowser wir einsetzen und vieles mehr. Das erleichtert uns bei einem wiederholten Zusammentreffen dieser beiden Computer erheblich das Leben im Internet.

Allerdings haben wir, ohne es zu bemerken, ein Stück von unserer Privatsphäre preisgegeben.

Was können wir tun und: was sollen wir tun?

Das, lieber Leser, liegt jetzt an Euch: Gerne kann ich hier weiter berichten, falls Ihr daran Interesse habt. Solltet Ihr jedoch bereits als erfahrene Internet-Profis durch das weltweite Netz wandern, wäre der Aufwand vielleicht vergeblich oder zwecklos.

Also, entscheidet selbst, ob eine Fortsetzung angebracht scheint...

Bildquelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Internet

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Elisabeth Patzal aus Garbsen am 30.08.2009 um 22:11 Uhr  
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