Offene Behindertenarbeit Aichach-Friedberg beteiligte sich an „All(e)inclusiv(e)?!?!" - Wir in Schwaben

Organisatoren zogen positive Bilanz des Aktionstages am 5. Mai


Auf die Situation von Menschen mit Behinderung in Deutschland aufmerksam machen und sich dafür einsetzen, dass alle Menschen gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben können: Das war wiederum das Ziel des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, der jährlich am 5. Mai begangen wird.

Unter dem Motto „All(e)inclusiv(e)?!? - Wir in Schwaben!" beteiligte sich die Arbeitsgemeinschaft Offene Behindertenarbeit (OBA) des Landkreises Aichach-Friedberg (Bayerisches Rotes Kreuzes, CAB Caritas und Lebenshilfe) als Teil des Netzwerk Offene Behindertenarbeit im Großraum Augsburg an den bundesweiten Aktionen.

Bereits am Nachmittag hatten Mitarbeiter der OBA aus dem Wittelsbacher Land am Park-Ride Parkplatz Friedberg-West einen Informationsstand aufgebaut, um Passanten über das Anliegen der "Inklusion" zu informieren.
Bei der zentralen Veranstaltung am Abend im Augustana-Saal in Augsburg war auch Josef Koppold als Behindertenbeauftragter des Landkreises Aichach-Friedberg beteiligt. Dort diskutierte er mit Bezirkstagsvizepräsident Wolfgang Bähner, den Vertretern der Fraktionen und Gruppierungen im Bezirkstag, den Behindertenbeauftragten von Stadt und Landkreis Augsburg sowie mit allen Interessierten mit und ohne Behinderung, wie weit die Inklusion in Schwaben schon fortgeschritten ist, bzw. wo der Schuh noch drückt.

Besonders im Focus stand der Mangel an Wohnmöglichkeiten. „Vom ambulant betreuten Wohnen, Wohngruppen bis hinzu stationären Wohnformen stehen im Großraum Augsburg einfach nicht genügend Räumlichkeiten zur Verfügung“, kritisierte ein betroffener Vater.
Die selbstverständliche Teilnahme am öffentlichen Leben kann oft nur mit einer Assistenzperson gelingen. Ein körperbehinderter Mann wusste viel über die massiven Probleme bei deren Finanzierung zu berichten. Auch die noch schleppende Umsetzung des persönlichen Budgets sorgte für reichlich Gesprächsstoff.
„Wie können wir im Katastrophenalarm alarmiert werden, uns hilft keine Sirene“, sorgte sich eine gehörlose Frau. „Es sollte über eine Lösung mit SMS nachgedacht werden“, lautete ihr Vorschlag an das zuständige Ordnungsamt.
In einem Sketch zeigten Roland Krabbe vom Kabarett „Herr und Frau Braun“ und Werner Eckl mit einem Schuss Ironie auf, dass das Miteinander von Menschen mit ohne Behinderung nicht nur mit baulichen Barrieren, sondern auch mit Barrieren im Kopf verbunden ist.
Die Organisatoren zogen nun eine erfreuliche Bilanz dieses Tages. Auf den P&R Parkplätzen konnten viele über die Anliegen von Menschen mit Behinderung informiert werden. Bei der Podiumsdiskussion wurde gerade der direkte Kontakt zwischen den Betroffenen und den „Entscheidern“ im Bezirkstag als sehr positiv hervorgehoben.
Die Veranstalter vom Netzwerk, einem informellen Zusammenschluss der regionalen und überregionalen Dienste der Offenen Behindertenarbeit aus den Landkreisen Augsburg und Aichach-Friedberg und der Stadt Augsburg, danken der Aktion Mensch, dem Bezirk Schwaben und dem Bayerischen Sozialministerium für die finanzielle Unterstützung.
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