Frauenherzen schlagen anders… Frühzeitige Diagnose von Herzerkrankungen ist bei Frauen besonders wichtig
Dass auch Frauen an Herzinfarkten versterben, ist erst seit Mitte der 1990er Jahre bekannt. Vorher war man von der Fehlannahme ausgegangen, dass die weiblichen Hormone Frauen grundsätzlich vor Erkrankungen der Herzkranzgefäßeschützen. Östrogene schützen die Frauen tatsächlich vor der Menopause (den Wechseljahren) vor Herzinfarkten, aber eben auch nur vor den Wechseljahren. Danach nimmt der Bluthochdruck zu, steigt das „böse“ LDL-Cholesterin an und sinkt das „schützende“ HDL-Cholesterin und damit steigt das Risikovon Herzerkrankungen.
In Deutschland starben laut Statistischem Bundesamt im Jahre 2009 rund 244 000 Frauen im Gegensatz zu 171 000 Männern an einer koronaren Herzkrankheit (KHK). Vergleichsweise starben im gleichen Jahr 18000 Frauen an einem Mammakarzinom, 8700 Frauen an einem Lungenkarzinom und 2000 am Uteruskarzinom.
Studien zufolge hat eine 50jährige Frau ein 46%iges Risiko an einer KHK zu erkranken und ein 31%iges Risiko daran zu versterben. Im Vergleich dazu besteht „lediglich“ eine 2,8%ige Wahrscheinlichkeit dass sie am Mammakarzinom verstirbt.
Das Manifestationsalter eines Herzinfarktes liegt bei Frauen zwischen 57 und 67 Jahren, bei Männern rund zehn Jahre früher: zwischen 45 und 55 Jahren. Auch die Symptome für Herzkranzerkrankungen sind bei den Patientinnen anders, als die allgemein bekannten. So sind es außer Luftnot und dem linksseitigen Brustschmerz mit Ausstrahlung des Schmerzes in den Arm bei Frauen auch unspezifische Anzeichen wie Übelkeit, Magendruck oder Schweißausbrüche.
Die Art der Herzschwäche unterscheidet sich ebenfalls. Frauen leiden häufiger an einer diastolischen Herzschwäche: Das Herz pumpt gut, es entspannt sich aber nicht ausreichend. Das jedoch wird bei regulären ambulanten Herzuntersuchungen mittels Herzultraschallmeist nicht geprüft,
vielmehr wäre hier eine Zusatzuntersuchung notwendig.
Das Belastungselektrokardiogramm (EKG) bei Patientinnen ist leider weniger aussagefähig als bei Männern um Probleme mit dem Herzen zu diagnostizieren. Wenn ein EKG normal ist, heißt das nicht zwangsläufig, dass alles in Ordnungist. Gerade bei Frauen sind noch weitere Untersuchungen nötig:
die nuklearmedizinische Myokardszintigraphie oder eine Belastungs-Echokardiographie. Frühzeitig erkannt und diagnostiziert bestehen jedoch für eine Frau bei Herzerkrankungen gleich gute Heilungschancen wie für einen Mann.
Frau Privatdozentin Dr. Dr. Ch. M. Schannwell, Chefärztin der Fachabteilung für Innere Medizin/Kardiologie, Kliniken an der Paar
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