Vorbilder waren die römischen Landvillen, wo Gemüse- und Baumkulturen zur Selbstversorgung dienten.

Friedberg: Hildegard v. Bingen | Karl der Große (742-814) war ein gewaltiger Herrscher und Staatsmann, dessen Beziehungen weltweit reichten. Diese „Welt“ bestand allerdings nur daraus, was wir heute die „Alte Welt“ nennen.. In dieser „Alten Welt legte Karl überall seine großen Königshöfe an, die gleichzeitig auch Wirtschaftshöfe waren.
Die typischen Vorbilder dazu waren die römischen Landvillen, wo Gemüse- und Baumkulturen zur Selbstversorgung dienten.
Was angebaut werden sollte, dafür gab Karl der Große feste Richtlinien heraus. Seine Anordnungen wurden im letzten Kapitel des sogenannten Capitulare de Ville, wahrscheinlich von Benediktinern, niedergeschrieben.

Viele dieser Nutzpflanzen und Kräuter sind in den heutigen Bauerngärten zu finden und deren Kultivierung führt in diese Zeit zurück.
Auffallend ist sie schon, die lange Liste, mit den auch heute noch gebräuchlichsten Würzpflanzen.
Doch viele sind uns nicht mehr bekannt.
Damals verwendete man diese Kräuter vor allem als Heilpflanzen. Um die Speisen haltbar zu machen, wurde kräftig gewürzt, jedoch auch stark gesalzen.
In einigen der mittelalterlichen Liedertexten heißt es, dass man beim Essen wie eine Apotheke gerochen hatte.
Besonders viele Würzkräuter kamen damals aus dem Südländischem Raum wie z. B. der Rosmarin, Gartensalbei und Schwarzkümmel.
Mit großer Selbstverständlichkeit wurden damals Bäume wie etwa Pfirsich, Lorbeer, Esskastanie, Pinie und Feige geholt. Offensichtlich war das Klima damals milder als heute.

Es dauerte dann nicht mehr lange, bis der Gewürzhandel mit dem Fernen Osten auf blühte und Hildegard v. Bingen (1098-1179) würzte schon ganz selbstverständlich mit Muskatnuss, Galgant und Pfeffer.
Dankbar dürfen wir heute die Vielfalt der Gewürze aus aller Welt, aber auch die altbewährten Gartenkräuter mit ihren geschmacksverbessenernden und heilsamen Wirkungen genießen.

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Karin Franzisky aus Bad Arolsen am 28.05.2011 um 18:06 Uhr  
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